Der Gedanke an die nächsten paar Wochen machten mich irgendwie traurig. Und...warum hat Louis mir nicht eigentlich schon eher Bescheid gesagt. So eine Tour plant man doch nicht mal einen oder zwei Tage vorher. Er wusste das doch schon viel länger.
Aber nein, es wird ja geil.
Ich machte den Schrank auf und schnappte mir eine Jogginghose, eine dicke Jacke und meine Turnschuhe. Joggen schien mir für diese Situation die beste Möglichkeit alle Emotionen raus zu lassen. So habe ich es immer gemacht und so werde ich es immer machen. Weiterer Vorteil: Man verbrennst einen Haufen Kalorien.
Aber nachdem Frühstück heute morgen muss ich wohl besser ein paar Kilometer mehr laufen.
Unten im Flur begnete ich meinem Bruder. Er sah ziemlich gestresst aus und auch nicht gerade glücklich. "Wo willst du hin?"
"Wonach sieht's denn aus?!", blaffte ich ihn an. Wenn er denkt dass die kommenden Wochen, ja vielleicht sogar Monate ein Zuckerschlecken mit mir werden, dann hat er sich aber gewaltig geschnitten.
"Übertreibs nicht mit dem Sport.", murmelte er.
"Ja, ja.", nuschelte ich und schlüpfte in meine Turnschuhe.
"Ich meine das ernst meine Liebe!"
"Ich auch mein Lieber!", wütend rannte ich an die frische Luft. Die Luft war kalt, aber angenehm. Genau perfekt um einen freien Kopf zu bekommen. Louis rief mir noch irgendetwas hinterher, aber das war mir sowas von egal.
Als ich mich in Bewegung setzte und die erste paar Schritte gelaufen bin, bekam mein Körper endlich wieder das Gefühl von Freiheit zu spüren. Endlich.
Da ich mich hier so gut wie gar nicht auskannte, lief ich irgendein Feldweg entlang. Im Dorf hätte ich keine Lust gehabt von Leuten angeguckt zu werden, die sich wahrscheinlich auch nur denken würden 'ist das nicht viel zu kalt?' und dann hätte ich mich vermutlich auch noch verlaufen. Nein.
Das Dorf in dem Louis lebte war klein und unbekannt. Wahrscheinlich genau das Richtige für einen Star wie ihn. Star...wie komisch das ist, meinen Bruder so zu bezeichnen. Für mich wird er immer Louis sein, der große Bruder der versucht alles richtig zu machen und manchmal auch darauf scheißt was andere dabei über ihn denken. Diese Einstellung hätte ich auch gerne.
***
Nach ungefähr 2 Stunden durchlaufen entschied ich mich nur noch nach Hause zu joggen.
Aber, wo bin ich?
Links oder Rechts?
Oder doch gerade aus?
Vielleicht einfach den Weg wieder zurück.
Aber nochmal zwei Stunden? Nein danke.
Es war dunkel und ich stand irgendwo auf einer abgelegenden Seitenstraße. Kalter Wind zog an meiner durchgeschwitzten Jacke und ich hatte keinen Plan wo ich mich befand.
Plötzlich raschelte es im Gebüsch neben mir und ich schreckte zusammen. Gerade wollte ich aufschreien als eine schwarze Gestalt hervor gesprungen kam, als ich einen süßen Hund erkannte. Was macht der denn hier?
"Pass lieber auf, er steht auf Knochen.", murmelte eine mir allzu bekannte Stimme. Was soll das denn heißen?
"Liam du Blödmann, spar dir solche Kommentare!", fluchte ich, vorauf er nur ein verachtendes Schnauben von sich gab.
"Was machst du hier Blondie?", ich erkannte seine Umrisse, schließlich blieb er vor mir stehen.
"Nenn mich nicht Blondie."
"Was du hier machst!", raunte er.
"Was geht dich das an!"
Ich werde dir bestimmt nicht eingestehen, dass ich mich verlaufen habe!
"Na dann. Dachte du findest den Weg nicht zurück. Komm Loki wir gehen!", er bückte sich und sein schwarz weißer Hund hörte sofort.
"Viel Spaß beim weiter rum irren."
Dann ging er los und verschwand in der Dunkelheit. Langsam wurde es unangenehm. Warum musste ich denn auch ausgerechnet hier lang joggen...
"Warte!", rief ich in die Dunkelheit. Keine Reaktion. Ich begann zu zittern und meine Lippen bibberten.
"Liam?", dieses Mal klang es etwas verzweifelter. Was ist wenn er jetzt weg ist?
"Ah, du kennst ja doch meinen Namen.", irgendwie machte er mir Angst. Man hört ihn, aber man sieht ihn nicht.
"Wo bist du?"
"Hat da jemand Angst?", ich hörte ihn lachen.
"OKAY, das ist jetzt echt nicht witzig.", unlogischerweise drehte ich mich um. Alles schwarz. "Wo bist du?"
"Na hier.", hörte ich ihn wieder lachen. Empört drehte ich mich um und schaute in seine braunen Augen.
"Mach das nie wieder!", meckerte ich ihn an und strackste los. So ein Idiot.
"Andere Richtung.", murmelte er.
Sofort drehte ich mich um und ging weiter.
"Hey, warte doch mal.", lachte er. "Du hasst mich oder?"
"Hat alles seine Gründe!", ich hatte echt kein Bock auf ihn. Wenn er das witzig findet, bitteschön! Soll er sich ein anderes Opfer suchen.
"Komm Loki.", er rief seinen Hund und folgte mir mit schnellen Schritten.
"Gleich musst du rechts, Blondie."
Empört drehte ich mich um. "Hör doch einfach auf Li - ", doch weiter kam ich nicht, denn ich stolperte rückwärts über eine Wurzel und landete in Gestrüpp und Brennesseln. Ich musste laut aufschreien, aber eher vor Schreck als vor Schmerz.
Liam, der bis eben noch hinter mir lief lachte mich nur aus.
"Sehr witzig, Arschloch!", fluchte ich und rappelte mich wieder auf. Seine Hand die er mir freundlicherweise entgegenstreckte ignorierte ich einfach.
"Li nennen mich eigentlich nur die wichtigen Menschen in meinem Leben.", er grinste dreckig und ging weiter. "Und achja, schrei doch das nächste mal bitte nicht so laut, du erschreckst meinen Hund."
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× illegal Payne ×
FanfictionLP || Jamie Tomlinson || Starke Menschen sind die, die anderen Menschen aufhelfen, obwohl sie selbst am Boden liegen.
