Kapitel 17

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Nein, ich bin kein Papakind. Aber mein Leben ist mir lieb und teuer!

Nach einer - gelinde gesagt - chaotischen Fahrt parkt Bonnie ihre Kiste gegenüber eines winzigen Supermarktes in der Nähe des großen Strandes von Key West.

„Es gibt so viele Urlauber im Sommer, dass die Supermärkte bestimmt Leute suchen!“, erklärt sie bestimmt und steigt aus. „Die Großmärkte vielleicht schon, aber doch nicht dieses Lädchen“, erwidere ich. „Du bist eine hoffnungslose Pessimisten!“, rügt mich Fergus und läuft voraus. „Schauen wir doch mal!“

5 Minuten später ist keiner von uns um einen Job reicher. Nicht nur, dass der Geschäftsführer keinerlei Interesse daran hatte, irgendjemanden einzustellen, nein, er hat uns glatt für eine organisierte Diebesbande gehalten, als Bonnie sich geweigert hat, ihre Sonnenbrille abzunehmen.

„Es ist heiß, meine Wimperntusche ist runtergelaufen! Das wäre eine totale Erniedrigung gewesen!“, schimpft sie, als wir zum Auto zurückkehren.
„Okay, versuchen wir es jetzt mit einem richtigen Supermarkt?“, brumme ich, und mir wird plötzlich bewusst, dass diese Mission vermutlich zum Scheitern verurteilt ist.

Drei Stunden später haben wir drei Supermärkte, zwei Klamottenläden, ein Fastfood-Lokal, ein Bauchgeschäft und ein Gartengeschäft abgeklappert: nichts. Bonnie hat ihre Brille schließlich abgenommen, aber das hat es auch nicht besser gemacht. Offenbar ist es eine Freveltat, das ganze erst Anfang Juni anzugehen.

„Ihr hättet euer Glück vor 1 oder 2 Monaten versuchen sollen!“, wurde uns von unserem sämtlichen Gesprächspartner auf mehr oder weniger freundliche Art immer wieder eingehämmert.

Die eisige Limonade tut meinen Zähnen weh, ich stelle meine Dose auf dem runden Tisch in dem kleinen Cafe ab und versuche, die Gruppe neu zu motivieren.

„Wir haben gerade erst angefangen, wir werden bestimmt noch etwas finden!“, sage ich mit einem etwas gezwungenen Lächeln zu meinen beiden Freunden. „Von wegen, ich bin mir sicher, die mögen keine Leute mit roten Haaren“, seufzt Fergus und rührt im Schaum seines alkoholfreien Bieres. „Und Schwarze auch nicht“, fügt Bonnie hinzu und beißt in ihren Muffin. „Vor allem nicht, wenn sie weibliche Kurven haben.“ Na klar, und sie haben euch beim FBI gemeldet, der schon unterwegs ist, um euch festzunehmen, grinse ich angesichts ihrer betretenen Mienen.

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