„Wenn du es haben willst, mach auf. Ich schwöre dir, dass ich die Augen zumache!", kichert er aus den Korridor.
„Matteo, legte das Handtuch vor die Tür und hau ab", befehle ich ihm zum dutzendsten Mal. „Ich komme zu spät, hör endlich auf mit den Quatsch!"
„Negativ", gibt seine tiefe Stimme zurück. „Die Beute hab ich. Also bin ich derjenige, der du Bedingungen stellt."
„Matteo, bitte..."
„Nein."
„Matteo, der Waffenstillstand... Erinnerst du dich?"
„Zugegeben, ich dachte nicht, dass du so naiv bist", seufzt er, und ich kann mir das arrogante Lächeln auf seinen Lippen lebhaft vorstellen.Mit einem Mal gewinnt die Frustration die Oberhand. Mit meiner Ruhe ist es vorbei, und meine Fäuste beginnen, wild gegen die Tür zu hämmern.
„Mach, was ich dir sage, oder ich rufe meinen Vater!", brülle ich, mit meinem Latein am Ende.
„Darauf hab ich gewartet... Papa Valente, dein Freund und Helfer! Schnell, das kleine Schätzchen ist in Schwierigkeiten, zu Hilfe! Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie ihre Probleme selbst lösen müsste", spottet mein Geiselnehmer.
„Was hast du überhaupt für ein Problem mit mir, Balsano?", zische ich.
„Mein Problem ist, dass du ein Papakind bist, Valente... Und das gefällt mir nicht."Sein letzter Pfeil trifft mich ins Mark und richtet wesentlich mehr Schaden an als die vorangegangenen. Matteo ist zwar ein Meister darin, mich rasend zu machen, aber er hat eigentlich nicht die Gewohnheit, verletzend zu werden. Dahin zu zielen, wo es wehtut. Richtig weh. Ein paar lange Sekunden bleiben mir die Worte weg, dann antworte ich in aller Aufrichtigkeit und unter Tränen:
„Mein Vater ist doch das Einzige, was ich habe."
Meine Stimme ist kaum mehr als ein Wispern, und ich weiß nicht, ob er mich durch die Tür hören kann. Stille auf der anderen Seite.
„Und ich habe nur meine Mutter", flüstert er etwas sanfter zurück. „Und Harrison. Aber ich weiß nicht, ob das zählt, ein dreijähriger Knirps."
„Doch, das zählt."
„Stimmt, natürlich zählt das. Okay, nimm dein Handtuch zurück, wenn du willst, ich verzieh mich."
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Forbidden Games
FanficEinen Blödmann zu lieben, das ist ja an sich schon nicht leicht, aber Matteo Balsano zu lieben, das ist die ultimative Herausforderung! *** Vor drei Jahren habe ich meinen schlimmsten Feind kennengelernt. Nur dass Matteo Balsano auch noch der Sohn d...