Amala war natürlich schon längst beim Temple angekommen und saß nun glasen an der Mauer neben dem Eingangstor, wo sie sich von den feinen Strahlen der Sonne wärmen ließ. Für mich vollkommen unverständlich, am liebsten hätte ich mich in irgendeiner Höhle verkrochen und wäre erst wieder heraus gekommen wen der Mond seine silbrigen Strahlen auf unser Dorf warf.
Als ich bei meiner kleinen Schwester ankam, sprang sie auf und lief immer noch strahlend neben mir her, hinein in das erfrischende Kühl der Tempelanlage.
"Du musst schon zugeben Tara die Beiden waren wirklich ausgesprochen hübsch, so athletisch und außerdem hast du gesehen wie sie tanzen konnten? Wenn ich einmahl heirate will ich einen Mann der tanzen kann. Ob Vater das organisieren kann? Ich werde ihn gleich fragen."
Sie säuselte noch eine ganze Weile von den beiden Schauspielern und schien sich nicht im geringetste darum zu kümmern das ich schon lange nicht mehr zuhörte. Für sie zählte so oder so nur das sie sich selbst reden hörte, ja das war etwas hart, aber so war Amala halt eben und die Anderen schien sie deshalb nicht weniger zu mögen, vielleicht hörten sie sie ja auch gerne reden. Ich wusste es nicht und es war mir auch relativ egal, solange sie mich da raus hielt.
"Amala! Da bist du ja. Wo hast du dich nur heute wieder herum getrieben." mein Vater kam auf uns zu und schloss Amala in die Arme als wäre sie seit Tagen abgängig, währender mir nur ein kurzes Kopfnicken schenkte.
Es wäre sinnlos noch länger hier zu bleiben, Amala würde jetzt nur auf Vater einreden, damit sie mahl wieder ihren Willen bekam, und er würde ihr mit Sicherheit versprechen das sie einen Tänzer heiraten durfte. Es war immer so und würde auch immer so sein.
Für mich hieß es nun erneut zum Tempeldienst antreten. Also Statuen putzen und den Hof kehren, was sollte ich auch anders tun, immerhin gehörte ich Durga.
Ich verbrachte den gesamten restlichen Tag damit meine Pflichten zu erledigen. In der brühenden Hitze die zur Zeit herrschte war das alles anderes als angenehm. Als sich der Himmel endlich rot zu verfärben begann war ich verschwitz und ausgelaugt, zum Glück durfte ich bald meinen Dienst beenden und konnte hinunter zum Fluss, zwar mochte dieser nicht mehr viel Wasser führen, doch es würde reichen um mich etwas zu waschen.
Ausnahmsweise schien mir heute doch irgendwo das Glück hold zu sein, denn als ich in der Abenddämmerung am Flussufer ankam lag dieses verlassen in den letzten Strahlen der Sonne vor mir. Es war eine unglaubliche Erleichterung als ich mich endlich aus dem staubigen Sari lösen und meine Haare aus ihrer komplizierten Hochsteckfrisur befreien konnte.
Die Tempeldiener-Tracht war nicht gerade bequem oder schön, sie war mehr ... praktisch angehaucht. Simple Leinenstoffe in erdigen Farben, so das wir möglichst wenig auffielen wen wir während den gebeten der anderen arbeiteten.
Ein leises Seufzen glitt über meine Lippe das das kühle Wasser sich um meine Beide wand, wie sanfte Hände. Ich watetet bis in die Mitte des Flusses, wo das kühle Nass mir bis knapp unter die Brust reichte, ehe ich unter die sich leicht kräuselnde Oberfläche tauchte und in eine völlig fremde Welt gesogen wurde. Hier hörte mann nur das zarte Flüstern des Wassers, spürte seine tröstende Berührung und sah seine schillernden Geheimnisse. Müsste ich nicht Luft holen, ich würde für eine halbe Ewigkeit hier unten bleiben.
Ich versuchte das Auftauchen so lange wie möglich hinauszuzögern, meine Lungen brannten schon wie Feuer und ein uralter Instinkt zwang mich schlussendlich doch zurück in meine Welt zu kehren.
Kaum durchbrach mein Kopf die Wasseroberfläche strömten wieder all diese Gerüche und Laute auf mich ein, die ich doch so gerne vergessen würde. Doch sie gehörten genauso zu meinem Leben wie mein Leben Durga gehörte. Es schmerzte mir das kühle Nass wieder verlassen zu müssen, doch es dämmerte schon und zum Einbrauch der Nacht musste ich zurück im Tempel sein. So gerne ich auch hier bleiben würde und beobachten wie die Sonne langsam über den Horizont verschwand.
Wie ihr sterbendes Licht noch ein letztes mahl für den heutigen Tag über die Erde strif und alles in glühendes Rot tauchte. Man konnte meinen das Land würde beginnen zu brennen nur um noch ein wenig länger den lebenspendenden Feuerball näher zu sein.
Jeder Vogel sang ihr, der Sonne, sein eigenes Abschiedslied und würdigte so ihr Geschenk, das sie uns Tag für Tag brachte.
Ich war wie verzaubert von dem Anblick, er berührte mich tief in meinem Herzen und ich wünschte mir es den Vögel gleich tun zu können.
Plötzlich durch fuhr mich ein Schmerz, tausend Nadeln gleich, die alle im selben Augenblick unter meine Haut gejagt wurden. Ich wusste nicht woher er kam, doch er bemächtigte sich aller meiner Glieder und zwang mich in die Knie. Ein stummer Schrei lag auf meinen Lippen, doch ich war nicht mehr dazu fähig ihn von mir zu geben.
Alles um mich herum drehte sich und die Schmerzen ließen und ließen nicht nach, es war grausam. Ich konnte nichts weiter tun als verzweifelt zu versuchen am Bewusstsein zu bleiben, leider ziemlich erfolg los. Mein Sichtfeld wurde immer eingeschränkter und dunkler.
Was war hier nur los, in meinen Ohren rauschten tausend Winde, viel zu laut um mehr als ein paar Wortfetzen zu verstehen:
Wertvoll, guter Preis, Lager, suchen
Ich konnte mir nicht daraus zusammen reimen, es wäre auch sinnlos, den das letzte das ich noch mitbekam war wie ich hoch gehievt und unsanft auf einen Wagen geworfen wurde.
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Die 7 Siegel
FantasiEs gibt Dinge die können dein gesamtes Leben ändern, einfach so, von eine Sekunde auf die andere. Manch mahl sehen wir vielleicht nicht gleich was diese Veränderung für uns bedeutet, aber das heißt nicht das wir die Chance nicht nützen sollten. ...
