Noch immer saß mir die Gedanken an meine Familie im Kopf, noch hatte ich mich nicht damit abgeschlossen. Ich fand das unfair, ich war ja nicht mahl gefragt worden ob ich das alles wollte. Meine Füße hatte mich hinaus aus den Haus getragen, an den kleinen Gemüsegarten hinter vorbei, zu einer der Tempelruinen in der Nähe. Irgendwie hatte ich es geschafft die Mauerreste bis zur Spitz hoch zu klettern und einen bequemen Platz zu finden. Der Ausblick der sich mir bot hatte etwas einzigartiges, zugleich erfühlte er mich mit Trauer und Freude. Einst standen hier prächtige Tempel, ich hatte ein Bild von ihnen in Nisa Küche entdeckt. Die Anlage musste riesig gewesen sein, jedes Gebäude einzigartig, mit seinen eigenen Still und Aussehen. Es hatte Tempel und Häuser gegeben, Hallen in denen Festen gefeiert wurden und Gärten zu spazieren. Alles schien friedlich und vereint gewesen zu sein, man war glücklich gewesen. Und jetzt.... jetzt konnte man nur noch die letzten Überreste der Gebäude erkennen, ihre einstige Pracht war vollkommen verflogen, die Natur hatte sich über die Jahre zurück geholt was ihr gehörte. Eine seltsame Melancholie machte sich in mir breit, dieser Ort hatte einst geblüht und nun tat er es in gewisser Weiße wieder nur auf eine andere Art.
"Es war ein wunderschöner Ort, aber mir gefällt es jetzt fast besser als zuvor." Vor Schreck wäre ich beinah von der Kante an der ich saß gesprungen und sah geschockt hoch zu der Stimme die so plötzlich an mein Ohr gedrungen war. Ein junger Mann mit schwarzen Wuschelhaaren setzte sich neben mich und betrachtet stumm das Bild, das die Ruinen boten. Ich starrte ihn einfach nur baff an. Wer zum Shiva war dieser Mann? Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen und doch kam er mir ungewöhnlich bekannt vor. Ich musste ihn sicher eine ganze Minute lag blöd angestarrt haben, doch das schien ihn kaum weiter zu interessieren. Woher kannte ich ihn nur? Er war ein Stück größer als ich, was gar nicht so leicht war den ich war mit meinen 1,76 schon nicht gerade klein, hatte caramel-braune Haut die sich straft über seine Arme und den trainierten Bauch spannte. "Du weißt nicht wer ich bin oder?" fragte er, seine Stimme war angenehm tief und gleichklingen, eine Willkommen Abwechslung zu Nisas hoher, meist kratzigen Stimme. Noch immer sah er stur gerade aus, als würde er mit jemand anderen sprechen. Ich konnte nur sein Profil erkennen, er hatte markante Gesichtszüge, stark ausgeprägte Wangenknochen und eine geradlinige Nase.
Endlich wandte er mir den Kopf zu, das erste was mir auffiel waren seine Augen. Sie schienen aus puren Gold gewoben zu sein und hatten einen wilden unausgeglichen Glanz in sich. Ich kannte diese Augen, es waren die Augen meines Tigers "Ravin?" meine Stimme klang ungewohnt brüchig und schüchtern. Ein schiefes Grinsen erschien auf den vollen Lippen und er neigte leicht den Kopf zur Seite, eine Bewegung die mich stark an den Tiger erinnerte.
"Richtig geraten meine Liebe. Na wie gefällt dir mein richtiges Aussehn? Es ist doch um einiges passender als die Tiergestalt." eindeutig, da gab es keine Zweifel, das war exakt der selbe Hochmut der auch der Tiger immer ausgestrahlt hatte. "Ab. . .Aber. . . . wie?" stammelte ich und sah ihn noch immer ungläubig an. "Wie was? Nisa hat mich mit deiner Magie zurück verwandelt. Aber ich muss zugeben, ich dachte du wärst stärker. Ich meine du bist einfach zusammen gebrochen und das wobei du gar nichts getan hast. Nun aber was habe ich erwartet du hast auf unsere ganzen Reise schon gejammert." der junge Mann wannte seinen Blick wider nach vorne und schien nicht vor zu haben weiter mit mir zu reden.
Ich sah ihn noch kurz ziemlich empört an, wollte dann schon zu einer Antwort ansetzten, entschied mich aber dagegen, darauf würde ich mich nicht einlassen. Ich stand auf und damit auch schon vor dem nächsten Problem, wie genau war ich gleich nochmal hier rauf gekommen? Ich hatte nicht die geringste Ahnung wie ich wieder hier runter kommen würde, ein leises Lachen drang an mein Ohr "Brauchst du Hilfe?" fragte Ravin und grinste mich unverschämt an. Was fiel diesen Typen den bitte ein, so viel Abfälligkeit in nur einem einzigen Satz, als hätte ich seine Hilfe nötig. Niemals. "Nein danke." erwiderte ich und setzte mich an die hintere Kannte, von hier bis zum Boden dürften es an die eineinhalb bis zwei Meter sein. Ich seufzte leicht und ließ mich hinunter fallen, der Aufprall jagte mir einen schmerzhaften Stich durch die Knochen. Ich war nicht gerade sauber gelandet, sonder mehr gestürzt als sonst etwas. Erneut erklang Ravins Lachen, nur diese Mahl nicht im geringsten versteckt, er zeigte seinen Spott ganz offen.
Keine zwei Sekunden später landete er leichtfüssig neben mir und grinste mich erneut auf diese freche Art an, während er mir eine Hand als Hilfe zum aufstehen hin hielt. Genervt schlug ich die Geste aus und rappelte mich selbstständig hoch und humpelte ohne ihn eines weitern Blickes zu würdigen zurück Richtung Haus.
"Was ist los kleine Auserwählte, heute so stur?" Er folgte mir auf Schritt und Tritt, kurz war ich davor genervt stehen zu bleiben. Was wollte er bitte von mir? Warum hatte er nicht ein Tiger bleiben können und wie hatte er mich überhaupt gefunden. Wütend stampfte ich vor mich hin und ignorierte gekonnt den Schmerz in meinem rechten Knie und der jungen Mann der neben mir her lief und mich spöttisch musterte.
Ich war fast schon erleichtert als ich endlich wieder bei Nisas kleiner Hütte ankam und ich die alte Frau auf der Terrasse erblickte. Sie musste schmunzeln als sie mich und Ravin kommen sah, er hatte nicht aufgehört mich zu nerven seit wir losgegangen waren, indem er alle zwei Minuten irgendeine blöde Frage stellte oder sich über mein Humpeln, an dem wohlgemerkt er schuld war, lustig machte. Er brachte mich beinahe um den Verstand. Wie konnte jemand der so attraktiv war nur so anstrengen sein. Ravin war hochnäsig, eingebildet, selbstverliebt, voreingenommen, spöttisch, unhöfflich und und und. Also kurz gesagt, vollkommen unausstehlich. Als wir endgültig bei Nisa ankamen und ich mich neben sie auf die Holzbank setzte, verschwand er einfach in Haus hinein, mit dem kurzen Kommentar er hätte Hunger. Ich seufzte und sah erschöpft zu Nisa "Musstest du ihn den zurück verwandeln?" fragte ich genervt "Er war doch schon als Tiger anstrengend, aber da konnte er zumindest nicht reden." meinte ich und lehnte mich an die Wand an. Wie lange kannte ich diese Mann jetzt schon? Eine halbe Stunde? Viel länger konnte es nicht sein, und schon hatte ich beschlossen das ich ihn nicht im geringsten Leiden konnte. "Du darfst nicht vergessen das er seit über fünfzig Jahren nicht reden konnte und ich will dir eines verraten, er war schon immer so. Gib ihm nur ein bisschen Zeit, dann kann er ganz nett sein. Es gefällt ihm nur nicht, dass nicht er sein eigenes Land retten kann, sonder sich auf dich verlassen muss." stellte sie fest und ließ mich mahl wieder alleine sitzen. Kurz hielt ich etwas erstaunt inne. Was sollte das den heißen, sein Land retten? Wann war die Rede davon gewesen das ich ein Land retten sollte? Wie rettet man überhaupt ein Land?
Ich seufzte, vielleicht sollte ich beginnen mich damit abzufinden das ich für nichts mehr gefragt wurde. Alle anderen entschieden über meinen Kopf hinweg über mein Schicksal und ich hatte die böse Vorahnung das es nicht im geringsten helfen würde wenn ich versuchen würde mich zu wehren.
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Die 7 Siegel
FantasyEs gibt Dinge die können dein gesamtes Leben ändern, einfach so, von eine Sekunde auf die andere. Manch mahl sehen wir vielleicht nicht gleich was diese Veränderung für uns bedeutet, aber das heißt nicht das wir die Chance nicht nützen sollten. ...
