Das Mädchen war gegangen. Ich starrte seit Stunden schockiert ins Nichts und machte mir Gedanken darüber, was sie mir erzählt hatte.
Mein Blick schweifte einmal durch den Raum, vorbei an der Uhr. 23:47Uhr. Kurz vor Mitternacht war es.
"Die Ärzte hätten Recht, es würde mich wirklich zerstören zu erfahren, warum ich Abstand halten sollte von Mike".
Ich stand letztendlich auf und griff nach meinem Handy. Ich schrieb Mike, dass er sich unbedingt mit mir treffen müsse.
Mike war tatsächlich noch online und schrieb mir gleich zurück. "Ich bin zu Hause". "Ich dachte er wäre auch in der Klinik..".
Ich starrte noch ein letztes Loch in den Himmel, als ob ich mir Gedanken über etwas machen würde. Über etwas das mir schwer fiel. Dann nickte ich. Als ob ich mir meine, anscheinend schwere Frage selbst mit Ja beantworten wollte.
Ich schrieb einen Zettel, legte ihn im Flur auf die Kommode und verlies das Haus mit einem gepackten Rucksack.
Mike empfing mich, als ich angerannt kam. Draußen war es stockfinster. Inzwischen war es kurz nach Mitternacht. Die Straßenlaternen erhellten die Straße nur zu leicht, als das es wirklich ausreichen würde um wirklich etwas erkennen zu können. Mike saß vor dem Eingang seines Hauses auf einer Stufe und warf seine eben fertig gerauchte Zigarette weg.
"Du rauchst..?", fragte ich besorgt, auch wenn das gerade eines der unwichtigsten Dinge waren, die momentan vor sich gingen.
"Gegen den Stress", antwortete er kalt.
"Wieso wolltest du mich töten?".
"Du wolltest dich töten!", entgegnete er wütend. "Kommst du hier her um mich fertig zu machen?". Mike war sehr wütend.
"Nein, deswegen bin ich nicht gekommen! Ich bin gekommen, weil ich wissen wollte, wieso du mir Schlaftabletten geben wolltest. Damit die Chance, dass ich sterbe höher gewesen wäre?".
"Ich dachte du wolltest sterben. Also wollte ich dir helfen!"
"Hast du mich denn nicht mehr geliebt?", mir flossen schon Tränen aus den Augen. Ich weinte.
"Doch!"
"Aber wieso wolltet du mir dann helfen, dass ich sterbe. Dann wärst du alleine gewesen!"
"Nein...", sagte Mike und strich mir eine Träne aus dem Gesicht. Ich schaute auf, Mike direkt in die Augen.
"...ich hätte die Tabletten auch genommen und wäre mit dir in den Tod gekommen".
Ich weinte weiter. Ich konnte es nicht unterdrücken. Erst recht jetzt nicht, nachdem Mike mir das erzählt hatte. Mike umarmte mich fest und mir wurde warm. Dann drückte ich Mike wieder leicht von mir weg, damit ich ihm in die Augen sehen konnte und küsste ihn. Mike riss seine Augen auf, er konnte es nicht glauben, dass ich ihn nach all dem anscheinend noch liebte. Dann übernahm er, schloss seine Augen und küsste mich auch.
Dann standen wir auf und gingen davon.
Unser Mitternachts-Spaziergang endete auf der nahe gelegenen Autobahnbrücke.
...Und so landen wir hier. Hier stehe ich nun mit Mike und wir küssen uns ein letztes mal. Dann lege ich meinem Rucksack ab. Ein Seil schaut heraus. Ich hätte es benutzt um mich zu erhängen. Doch jetzt kam es anders. Mike nahm meine Hand und wir liesen und gemeinsam fallen.
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Mike & Milian | (abg.)
Romance• Abgeschlossen! Milian erzählt von seiner Vergangenheit, tastet sich langsam an die Gegenwart ran. Doch was passiert dann? Milian erzählt von seiner Vergangenheit. Wie er mit Mike zusammen kam und sie sich bei ihren Eltern outeten. Doch seine Verg...
