„Ein neuer Job, dudududu!", sang Dante, als er einigermaßen tanzend in der Küche erschien und eine Akte auf den Küchentisch haute, „Der ist für mich, dudududu!"
Vergil und Nero sahen zu dem Dritten hoch, welcher sofort korrigierte: „Und natürlich euch..."
Die beiden sahen ihn immer noch an und Dante grummelte: „Dudududu... zufrieden?"
Vergil nahm die hellbraune Akte in die Hand und studierte deren Inhalt ergiebig.
„Ah ja. Und was genau sollen wir in dieser Stadt?", fragte er und blickte zu Dante hoch, der wieder angefangen hatte zu tanzen und abrupt aufhörte.
„Da sind so ein paar Leute verschwunden, insgesamt fünf und ein Irrer treibt sein Unwesen"
„Das Übliche?"
„Joa, wobei wir noch nie mit so vielen Verschwundenen zu tun hatten. Meist war die Anzahl der Irren höher", meinte Dante und dachte kurz zurück.
„Das ist doch beruhigend. Zumindest, wenn wir nur die Leute wiederfinden sollen", meinte Nero und erhob sich, klaute die Akte vom Tisch und machte sich schon auf zum Wagen.
Dante fuhr den Wagen, während Vergil vertieft darin war durch zu kalkulieren wie oft sie jetzt Irren und Verschwundenen begegnet waren.
„Also weißt du, du kannst doch gar nicht errechnen, wie oft du Verschwundenen begegnet bist", meinte Nero und sah zu Vergil nach vorne.
„Wieso kann ich nicht errechnen, wie oft ich verschwundenen Leuten begegnet bin?"
„Du kannst ihnen doch gar nicht begegnen, wenn sie verschwunden sind"
„Und wie ich das kann"
„Nein, das kannst du nicht, immerhin kannst du nicht an zwei Orten gleichzeitig sein"
„Es sei denn ich bin ein Zombie"
„Aber du bist keiner, also kannst du das nicht. Außerdem weißt du ja gar nicht ob die Verschwundenen wieder auftauchen"
„Oh doch, die tauchen wieder auf, tot oder lebendig"
„Aber erst sind sie verschwunden"
„Das macht ein ja ganz irre"
Dante sah den beiden bei diesem Streitgespräch zu und fragte dann: „Hast du eigentlich auch schon die verschwundenen Irren mit einkalkuliert?"
Vergil sah auf seinen Block: „Wie sollen Irre denn verschwinden?"
„Also, das ist ganz einfach-", begann Nero, doch wurde er scharf unterbrochen, als Dante rief: „Wir sind da!!"
Die drei beugten sich herunter, um auf das Stadtschild zu gucken.
„Silent Hill?"
„LANGWEILIG!!", hörte man Dante schon von Weitem grölen und mit Nero bildete er schnell einen Kanon.
„Haltet endlich die Klappe, ja?", zischte Vergil und versuchte den ganzen Dreck nicht zu beachten.
Draußen, auf den Straßen war es ja nicht sooooo schlimm – wobei es andererseits ziemlich merkwürdig war, das niemand hier war, es Asche schneite und das überall Nebel herumwaberte – in den Häusern war es allerdings am schlimmsten. Der Staub lag Zentimeter dick auf den ganzen Sachen, das Holz schimmelte und Vergil bräuchte wohl eine ganze Armee von Putzkräften, um überhaupt die Badezimmer wieder sauber zu kriegen.
Was allerdings das Höchste in dieser Stadt war, ist die Tatsache, das wohl jede zweite, verdammte Tür abgeschlossen war.
Irgendwas war mit dieser Stadt los. Und Vergil könnte daran zugrunde gehen.
„Wen genau suchen wir eigentlich?", fragte Nero, der die Akte noch gar nicht gesehen hatte.
Dante seufzte theatralisch und zog die Akte hervor.
„Also, es sind fünf Männer und eine Frau", er zählte die Namen auf, „Harry Mason, James Sunderland, Heather Mason, Henry Townshend, Alex Shepherd und Walter Sullivan"
Nero fragte dann: „Und wer von denen ist der Irre?"
„Der Letzte"
Vergil grummelte irgendwas unverständliches und fragte dann: „Wo sollen wir denn als erstes suchen?"
Dante zog den Bauch ein, streckte die Brust raus und verkündete voller Stolz: „Normalerweise hätte ich keine Ahnung, aber...", eine Pause um den Effekt hinauszuzögern, „Es gibt einen Zettel, auf dem steht, wo wir sie suchen sollen"
Er hielt den Zettel voller Stolz hoch, als ein komischer Hund kam und ihn auffraß.
„Also, so hab ich mir das nicht vorgestellt", meinte Nero leicht traurig, als sie durch das verlassene Schulgebäude liefen, über ein paar Tische kletterten und der Jüngste gerade seinen Kopf benutzte um eine Tür zu öffnen.
„Denkst du etwa ich hätte mir überhaupt vorgestellt, das ich jemals wieder eine Schule betrete, nach der Sache mit dem Kuchen?", fauchte Vergil.
Dante sah die beiden an und hob die Schultern: „Im Übrigen hättest du nur die Klinke runter drücken müssen, Nero"
Der kleine sah zu den beiden mit einem Blick, der darauf schließen könnte, das er Tollwut hatte.
Die beiden Älteren sahen sich an und Vergil bemerkte: „Nachher gehen wir am besten durch den Park direkt zum Krankenhaus", dann senkte er die Stimme und fügte hinzu: „Dann geben wir Nero am besten eine Beruhigungsspritze"
Nero, dem das allerdings nicht entgangen war, war schon längst dabei aus lauter (Toll-)Wut Türen einzutreten. Bis er urplötzlich stoppte.
„Wer ist das denn?", rief er aufgebracht und deutete auf eine vierte Person, die sich wohl neben sie geschlichen hatte, während sie nicht aufgepasst hatten.
Dante und Vergil sahen perplex nach rechts und fingen an panisch zu schreien, als sie den Kerl erblickten. „W-wo kommt der denn her?!"
Dante brachte kein Wort raus, sondern deutete nur auf den Mann, den Mund zu einem stummen O geformt und hüpfte aufgeregt auf und ab.
Nero sah die beiden an und schüttelte den Kopf, nuschelte: „Die kenn ich nicht"
Der Mann, der jetzt neu dazugekommen ist, legte den Kopf schief und sah Dante fragend an: „Sagt man bei euch so 'Hallo'?!", direkt darauf versuchte er diesen komischen Tanz auch. Nero mittlerweile schlug sich mit dem Kopf durch die Wände.
Und Vergil, der sich nun wieder gefangen hatte, sah mit großen Augen zu seinem Bruder und dem Fremden.
Noch bevor es in einer Art Regentanz ausartete funkte er dazwischen und antwortete ganz Gentleman like: „Nein, der Herr. Wir geben uns zur Begrüßung normalerweise die Hand", er streckte die Hand aus und vernahm seitens Dante ein Räuspern mit einem versteckten [hust]schwul[/hust].
Der Älteste ließ sich davon erstmal nicht durcheinander bringen, doch als der Fremde ihm seine Hand entgegenstreckte und sagte: „Angenehm, ich bin Harry Mason", da rastete Vergil aus.
„Seht euch die Hand an!! Seht seine Hand an!!!", geschockt deutete er auf diese, „Bazillen, überall!! Wann hast du dir das letzte mal die Hände gewaschen?!"
Eine Nahaufnahme dieser Hände bewies, das sich Bazillen dort wirklich wohl fühlten:
„Hi, meine Name ist Tron Bazillus II. Ich bin gekommen um die Welt mit Hilfe dieses Typen zu unterjochen. Erst nehmen wir seine Hand in Beschlag, dann den Rest seines Körpers angefangen mit dem Gehirn und-"
„Sir, entschuldigen Sie die Störung, aber der Gehirn-Suchtrupp ist eben von der Mission zurückgekehrt"
„Wirklich? Schickt sie zu mir!"
„Tron Bazillus II", ein Kniefall, „Wir berichten von unserer gefährlichen Mission zum Gehirn dieses Mannes: Wir waren auf dem langen Weg über den Wüstenarm, über die Nasentropfsteinhöhle bis hin zum hintersten Fleckchen des Holzkopfes, aber... wir haben kein Gehirn gefunden"
Nach einem kurzen Marsch durch die leeren Gänge kamen die Vier in einen leeren Raum, in dem die Tische an den Rand gestellt waren und nur einer die Mitte des Raumes zierte.
„Also, was machst du hier Harry? Wir haben nämlich den Befehl dich hier wieder herauszuholen"
„Chrchrchrchrchrrrrrrr", machte Harry und hielt sich sein kleines Radio ans Ohr.
„Was zum-? Harry, was wird das?"
Der Vierte im Bunde blickte verärgert auf: „Sei leise, ich will den Song hören!", dann sang er fröhlich weiter, „Chrchrchrrrrrrrrr!"
Die Geschwister warfen sich verstörte Blicke zu und Nero drehte seinen Zeigefinger sogar an der Schläfe, während die anderen beiden nur zustimmend nickten.
Harry stellte schmollend das Radio ab und ging zu dem mittigen Tisch. Als er die Oberfläche betrachtete stellte er schnell fest (nach ungefähr 20 Minuten), dass das Wort Hexe eingeritzt worden war.
„Also, noch mal Harry: Was machst du hier?", fragte Vergil.
„Ich suche meine Tochter. Cheryl, circa einen Meter über dem Boden, dunkle Haare, wurde vor ein paar Jahren sieben...?", er sah die anderen drei fragend an und hoffte, das diese vielleicht wussten, wo sie war.
Doch alle hoben sie die Schultern und gingen wieder über zu dem Tisch.
„Ach genau!", rief Harry plötzlich aufgebracht, „Das muss meine Tochter gewesen sein, die kleine Hexe: Bibi Blocksberg"
„Hast du gerade eben nicht noch gesagt, dass sie Cheryl heißt?"
„Wer heißt Cheryl"
„Deine Tochter?!"
„Ach ja, habt ihr sie gesehen? Wurde vor ein paar Jahren sieben, dunkle Haare, hat einen Zwilling?"
Der Jüngste biss sich schon in die Faust und zerrte Vergil dann beiseite: „Sag, können wir ihn nicht zurücklassen? Wir können doch immer noch sagen, das wir einen nicht retten konnten?"
Vergil warf einen kurzen Blick zu Harry, welcher wieder das Radio eingeschaltet hatte und nun auf dem Tisch dazu abtanzte.
Erschrocken über diesen Anblick sah er wieder zu Nero, presste die Lippen aufeinander und nickte schwach.
„Pa-pa-pa-pa-Pokerface, pa-pa-pa-Pokerface", trällerte Dante fröhlich vor sich hin, als der Suchtrupp endlich den Eingang zum Park gefunden hatte – was verständlich bei dem ganzen Nebel nicht einfach war.
Während der Mittlere der Söhne Spardas weiterhin ungeniert vor tänzelte, folgten die beiden anderen mit roten Wangen – ein klarer Fall von fremd schämen.
„Can't read my, can't read my – no he can't read my Pokerface", beim letzten Wort holte Dante mit den Armen weit aus und traf mit seinem rechten Arm gegen irgendetwas, oder eher irgendwen. Denn im nächsten Moment hörte man einen hellen Schrei und ein platschen.
Einige Sekunden verharrten die drei in Stille, bis Dante sich endlich traute in die Richtung zu drehen, aus welcher der Schrei kam. Dort befand sich ein niedriger Eisenzaun, man beugte sich darüber, doch erkennen konnte man dank dem Nebel trotzdem nichts.
„Ihr behaltet das für euch, oder?", fragte Dante und beäugte seine Geschwister eingehend, das diese auch ja nicht logen.
Doch im nächsten Moment hörte man schon einen schockierten Schrei: „MARY!!!?", und ein Kerl mittleren Alters schubste Dante beiseite und beugte sich über das Geländer um nach unten sehen zu können.
Ein Moment der Stille trat ein, in dem alle still da standen und sich ansahen. Doch eine plötzliche böse Aura machte sich bemerkbar und der Schreihals von eben würgte erst das Geländer und dann Dante: „Was hast du getan?! Du hast meine Frau dort runter gestoßen und sie umgebracht!!", Vergil und Nero zerrten an den Armen des Fremden, doch bei den folgenden Worten ließen sie wieder los: „Ich wollte sie doch umbringen!"
Allgemeines Schweigen.
Dann fragte Nero entsetzt: „Was geht?! Du wolltest sie umbringen? Deine eigene Frau?", um seine Entrüstung zu unterstützen gestikulierte er wild herum. Und der Fremde warf daraufhin seine Arme in die Luft und rief wieder aus: „Ja, ich wollte es tun. Ich hab es schon mal getan, aber ich versteh nicht, wie sie es geschafft hat weiterzuleben. Erst vor ein paar Tagen hab ich diesen dämlichen Brief von ihr gekriegt und-"
„Ganz ruhig, ja?", sagte Vergil und versuchte den Mann zu beschwichtigen, „Wer sind Sie überhaupt"
„Mein Name ist James Sunderland. Und... also, meine Frau, Mary, sie hat mir diesen Wisch geschrieben und meinte-"
„Sei mal leise, James. Wieso haben Sie... oder wollen Sie ihre Frau umbringen?"
James fasste sich an den Kopf und holte tief Luft, bevor ein riesiger Schwall Wörter aus ihm heraus sprudelte: „Meine Güte, ihr habt ja keine Ahnung, was Frauen teuer sind. Diese ganzen unnützen Sachen, die sie haben wollen: Klamotten, Make-up, schlimm, richtig schlimm. Wie soll ich da mit meinem kümmerlichen Einkommen hinterher?..."
„Das ist doch noch lange kein Grund!", fauchte Nero und war wieder kurz davor zu Tollwut-Nero zu digitieren.
„Keine Panik, er hat mich nicht umgebracht"
Die Stimme stammte von eindeutig von einer Frau, die nun aus dem dichten Nebel trat. Voll gespielter Verzückung drehte James sich um und trällerte: „Mary!"
Doch als er die Dame sah, entgleiste sein Gesichtsausdruck.
„Du bist nicht Mary"
„Stimmt", sagte die Frau, die unter anderen Umständen wohl gut ausgesehen hätte, in ihren knappen Klamotten und mit den kurzen, blonden Haaren. Doch momentan sah sie eher aus wie eine Wasserleiche.
Langsam zog sie eine Alge aus ihren Haaren und trat näher an James heran, welcher wie vom Blitz getroffen aufschreckte: „Du bist ja gar nicht Mary!?"
„Stimmt auch wieder, James", sagte sie mit zuckersüßer Stimme und faltete die Hände, „Ich bin's Maria"
Alle stutzten und James sprach es aus: „Kenn ich dich?"
Maria presste die Lippen aufeinander und schüttelte sich wie ein Hund, um das Wasser irgendwie loszuwerden. „Eigentlich solltest du mich kennen"
„Du siehst aus wie Mary!", fiel ihm gerade auf und plötzlich strahlte er übers ganze Gesicht. Dann drehte er sich zu Dante um, nahm ihm eine der Schußwaffen ab und drehte sich wieder zu Maria um.
Die drei Brüder waren erst starr vor Schreck, doch als sie alles realisierten, war es schon zu spät. Ein lauter Schuss durchbrach den Nebel und Marias Kopf flog in den Nacken, ihr Blut auf den Weg dahinter.
Nach dem Krach kam die Stille und Dante, Vergil und Nero sahen entsetzt auf die Frau, die immer noch auf den Beinen stand. Gerade als sie zu James sehen wollten, hob Maria den Kopf an, lächelte und winkte: „Nichts passiert"
Die Kinnladen der Geschwister fielen auf den Boden und James drehte sich um, warf Dante seine Knarre zu und grummelte: „Hab ja gesagt sie ist ein Monster"
Doch die drei waren schon längst wieder auf der Suche nach dem Ausgang.
„Ich glaube wir haben uns verlaufen", bemerkte Vergil und hob den Blick, um vielleicht etwas sehen zu können. Doch Nero zupfte schon an seinem Ärmel: „Da ist eine Karte!"
Der Jüngste stellte sich vor die Holztafel und studierte die darauf angepinnte Karte eingehend: „Hm... Spukhaus, Achterbahn, Karussell... ich glaube wir haben uns verlaufen"
„Ach, ehrlich?", fragte Dante, der gerade mit einer Pizza vom Pizzastand wieder kam. Vergil sah auf das Essen hinunter und fragte: „Das willst du doch nicht wirklich essen, oder?"
„Wieso denn nicht?"
„Na ja... die Pizza lebt"
Erschrocken weitete er die Augen und sah auf das runde Nahrungsmittel hinunter und als er feststellte, das Vergil damit recht hatte, ließ er sie fallen. Die Pizza selbst knurrte und machte sich dann aus dem Staub.
Die beiden älteren sahen sich an.
„Dude, diese Stadt macht mir Angst...", flüsterte Dante, Vergil nickte zustimmend und meinte: „Okay, am besten suchen wir jetzt die restlichen vier Leute und dann hauen wir so schnell wie möglich ab"
Die drei nickten, als sie im nächsten Moment abermals erschrocken wurden. Ein junges Mädchen schlug neben ihnen auf das Dach eines Kartenhäuschens.
Erst blieb sie reglos liegen, doch dann rappelte sie sich langsam auf und gab ein gequältes Stöhnen von sich.
Das schmächtige Mädchen mit den dunkelblonden Haaren, hielt sich den Kopf mit der einen Hand, in der anderen hielt sie einen Teddybären. Langsam kletterte sie herunter, taumelte etwas und Nero stützte sie.
Doch anscheinend merkte sie schnell, das sie nicht mehr alleine war, schrie auf und verpasste Nero eine mit dem Spielzeug.
„Wer seid ihr? Etwa auch solche Irren aus dieser Sekte?!", sie hielt sich schützend die Arme vor die Brust, als wolle ihr kleiner Retter ihr gleich an die Wäsche.
„Was? Nein, wir suchen nur ein paar Leute, die wir retten sollen", erklärte Vergil und hob beschwichtigend die Hände.
„Ach so... na dann", sie wand sich ab und lief weiter in eine andere Richtung.
„Moment!", rief Dante hinterher, „Wer bist du denn, vielleicht suchen wir ja dich"
„Ich bin Heather. Heather Mason, aber ich glaube kaum, das ihr mich sucht!", sie winkte dem Trio und tapste entschlossen weiter.
„Doch, genau dich suchen wir!", rief Dante hinterher und holte mit seinen Brüdern schnell auf.
„Toll, dann habt ihr mich jetzt gefunden", antwortete sie leicht genervt, „Könnt ihr jetzt wieder gehen, ich hab noch was zu erledigen!", sie zog am Kopf ihres Bären und ein klicken ertönte, das so klang, als würde man sein Gewehr laden.
„Ähm... a-aber wir-", stotterte Nero und deutete mit dem Daumen hinter sich, doch eine plötzliche Aura des Bösen ließ ihn innehalten.
Heather knurrte, drehte sich um und ging wieder weiter. Auf drei Meter Entfernung folgten die Brüder ihr.
Die Kleine führte sie direkt zu einem Karussell mit komisch aussehenden Pferden, auf denen man vermutlich reiten sollte. Aber genau genommen war nicht mal ein kleines Kind so lebensmüde und würde sich auch nur in die Nähe dieses Gefährtes trauen.
Plötzlich hielt sich Heather den Stoffbären ans Ohr und meinte überglücklich: „Ja, den Gedanken hatte ich auch gerade. Los, lass uns eine Runde fahren!"
Sie platzierte das Stofftier auf einem Pferd und sich selbst auf ein anderes schräg dahinter.
„Okay, los bitte!", rief sie, doch das Karussell bewegte sich keinen Meter. Also rief sie noch einmal mit etwas Nachdruck: „Los! Bitte!"
Als sich immer noch nichts regte, riss sie vor lauter Ungeduld die Halterung des Pferdes aus dem Gerät.
In dem Moment trat ein anderes Mädchen hervor, das Heather sehr ähnlich war – schaute nur ein wenig dunkler drein.
Heather streckte die abgerissene Stange nach dem fremden Mädchen aus und rief: „Hast du mich nicht verstanden? Wir wollen fahren!"
Doch das andere Mädchen erwiderte nichts, sondern wackelte wie ein Zombie auf das Original zu, nur um Sekunden später als ein einziger Haufen gebrochener Knochen auf dem Boden zu liegen.
„Komm!", beleidigt schnappte Heather sich ihren Teddy und zog von dannen.
„Komm...", wiederholte nun auch Vergil, „Die ist mir nicht ganz geheuer-", mit langsamen Schritten entfernte er sich in die entgegengesetzte Richtung und hoffte nur noch, das seine Brüder hinter ihm waren, denn diesen Horror wollte er nicht alleine durchstehen.
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Devil May Smile
FanfictionWas machen Dante, Vergil und Nero eigentlich, wenn sie nicht hinter irgendwelchen Dämonen her sind? Der ganz alltägliche Alltag der drei und die Folgen gibt es hier.