.

16 2 0
                                    

"Changkyun?" rief ich, und blieb sofort auf der Stelle stehen, drehte mich um und suchte panisch nach dem Älteren, der wie vom Erdboden verschluckt nirgends zu sehen war.

Bevor ich reagieren konnte sah ich einen blassen Körper zu meiner Rechten an mir vorbei tauchen. Ich schrie auf, erschrak vor Changkyun der direkt neben mir auftauchte, mir engelsgleich zulächelte und unbeirrt weiter kraulte. Er bewegte sich schnell, koordinierte sich wie ein Profi durch die Kälte und ließ mich in meiner Schockstarre hinter sich zurück. Von der einen auf die andere Sekunde strömte Energie durch meinen Körper und hetzte hinter ihm her, unbeirrt und energisch.
Ich schob das Wasser vor mir hier und sah die ganze Zeit über nur ein Hinterkopf, der provokant auf und ab tauchte, und ehe ich mich versah berührten seine Fingerspitzen die Plattform und die Hände umschlossen die provisorische Trampolinleiter, die verrostet ins Wasser ragte.
"Erster!", rief er enthusiastisch und drehte sich mit einem breiten Grinsen zu mir um während er sich mit beiden Händen an der Leiter hinauf zog.
Ich will nicht sagen das seine angespannten Muskeln dabei echt gut aussahen, aber das ist genau was ich sagen will.
"Anfängerglück!", rief ich außer Atem und fokussierte meinen Blick wieder auf das Wasser vor mir um ihn nicht bemerken zu lassen wie sehr ich starren wollte.
Als ich ebenfalls an der Leiter an kam lag er ausgestreckt auf dem Holz und ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen während seine nasse Badehose eine feuchte Pfütze unter ihm bildete.
"Yah!", rief ich und trat ihm gegen den Arm der schlaff über seinem Kopf lag.
"Was denn?", fragte er schmunzelnd und drehte sich einfach weg von mir ehe er wie ein geangelter Fisch ins Wasser plumpste, dass das Floß zu schaukeln begann.
"So war das nicht geplant", lachte er peinlich berührt als er wieder auftauchte und sich die nassen Haare aus dem Gesicht schleuderte.
"Lach nicht!", keifte er und versuchte sich mit seinen Armen zurück auf die Holzplatte zu ziehen, was ihm, zwar nicht elegant, aber gelang.
"Jetzt bist du dran", knurrte er und lief mit tropfender Badehose und bedrohender Statur auf mich zu.
Ich fing automatisch an zu lachen und schrie als er mit seinen kalten Händen nach meinen Armen griff und mit einem kurzen Ruck in die Luft beförderte.
"NEIIN!", kreischte ich belustigt und klammerte mich mit beiden Händen an seinen Nacken, während ich mit den Beinen unkontrolliert herum strampelte.
Trotzdem ließ er mich nicht los und stellte sich mit mir auf den Armen an den Rand der Plattform wodurch ich mich nur noch mehr an seinen Oberkörper klammerte und ihn regelrecht zerquetschte.
"Lass los!", rief er gegen mein Geschrei an und wollte mich von seinen abschütteln, was ihm nicht besonders gut gelang.
"NIEMALS!", kreischte ich unter meinem Lachen und schreckte auf als er selbst plötzlich absprang und mit mir zusammen die kühle Wasseroberfläche durchbrach und in das tiefe Gewässer abtauchte. Geschockt weiteten sich meine Augen, doch als die Wassermassen über meinem Kopf zusammenschlugen, kniff ich sie zusammen und ließ Changkyun endlich los, der auch seine Finger von mir genommen hatte. Zusammen kämpften wir uns wieder zurück an die Luft und während er mich auslachte starrte ich ihn eher geschockt als wütend an. Er sagte nichts dazu, schüttelte einfach nur den Kopf und began damit, sich wieder auf das Floß zu begeben.
"Ne du, hier geblieben!", rief ich sofort und umfasste seine Schultern, als er gerade die Leiter erreichte und sich daran hochziehen wollte. Mit einem Ruck zog ich mit ganzer Kraft an seinem Körper, wodurch er mit seinen nassen Händen an den Eisenstangen abrutschte und rücklinks wieder im See landete, wo beier einen sehr merkwürdigen Ton von sich gab. Das brachte mich völlig aus dem Konzept und ließ mich hysterisch auflachen, wodurch ich mir einen drohenden Blick von Changkyun verdiente, der so eben wiederauftauchte und mich böse musterte. Mein Lachen verstummte erst als er endlich die Blätter auf seinem Kopf bemerkte und sie ohne einen Kommentar entfernte. 

Als er wieder sicher stand griff ich nach dem Geländer und wollte mich aus dem Wasser ziehen, als ich seinen Fuß plötzlich auf meinem Kopf spürte.
"Du kommst hier nicht hoch", höhnte er während er mit verschränkten Armen auf dem nassen Holz unter ihm stand.
"Doch, jetzt lass das", säuselte ich amüsiert und drückte mit meinem Gewicht gegen den Druck auf meinem Schädel an, wodurch er den Fuß bloß auf meiner Schulter platzierte.

"Einlass nur ab 18", sprach er bedrohlich und schubste mich mit einem gewaltigen Ruck zurück ins Wasser, wodurch die Stange meinem Griff entglitt und ich mit einem erschrockenen Aufschrei in den See zurück plumpste. Ich sah ihn an, wie er lachend auf dem Floß lag, als ich die Stufen erklomm und mit tropfendem Körper über ihm stehen blieb. Wie ein Hund fing ich an mich zu schütteln und meine nassen Haare direkt über seinem Gesicht auszuwringen. Kreischend rollte er zur Seite und starrte mich vom Boden aus schockiert an, während er versuchte sich auf dem glitschigen Holzboden aufzurappeln.

"Na warte", knurrte er durch zusammengebissene Zähne als er auf beiden Füßen stand und in die Knie ging. Mit erhobenen Händen lief er langsam auf mich zu, wodurch ich bloß hilflos in die Ecke gedrängt wurde und nicht aufhören konnte blöd vor mich hin zu lachen. 

Genau verstand ich nicht was ich an der Situation überhaupt lustig fand, aber irgendwie erweckte sein Schauspiel das kindliche Ich in mir, wodurch ich solche dämlichen Spielchen überaus lustig fand.
Ich hob schützend meine Hände vor meinen Körper und versuchte seine wegzudrücken als er nah genug war mich zu berühren.
Meine Finger verschrenkten sich mich seinen als ich schwach gegen ihn andrückte um ihn von mir fernzuhalten. Wir rangen, mehr oder weniger, bis er irgendwann keine Lust mehr auf das hin und her hatte. Mit einem Ruck lösten seine Hände sich von meinen und keine fünf Sekunden später fand ich mich über seiner Schulter hängend wieder, durch die herabhängenden Haare die glatte Wasseroberfläche erblickend.
"Okayokay okay, lass mich runter!", gab ich mich geschlagen und spürte wie sich seine Hände an meine Oberschenkel legten, um mich nicht fallen zu lassen. Gleichzeitig spürte ich die Hitze in meinen Wangen. Sofort schob ich das viele Blut in meinem Kopf auf die Tatsache, dass meine Sicht überkopf stand, auch wenn das nicht der einzige Grund dafür war. Denn dieses Gefühl in meinem Bauch konnte ich nicht darauf schieben.
"Du gibst also auf?", hörte ich ihn fies lachen als er anfing sich um seine eigene Achse zudrehen und mich herum zu wirbeln. Unwillkürlich hielt ich mich an seinem Rücken fest, obwohl ich nicht wirklich Halt finden konnte. Mein Blick war nun nicht weiter auf das Wasser gerichtet, nachdem er sich vom Rand weg bewegt hat, jedoch war meine eingeschränkte Sicht nun auf nasse Holzplatten und dem Hinterteil eines Typens aus der Stadt reduziert. 

Hormone machten mir die ganze Situation nicht einfacher, und der viele Körperkontakt erst Recht nicht. Meine Gedanken gingen mit mir durch und Klarheit in meinem Kopf exestierte nicht mehr, als seine Hände ein Stück verrutschten.
"Ja, ich geb auf, du hast gewonnem! Lass mich runter, du schnürst mir die  Luft ab!", rief ich erschöpft als ich spürte wie seine Schulter sich durch den Positionswechsel in meinen Bauch bohrte und mir das Atmen erschwerte.
"Lüge", lachte er gehäßig und ließ mich wieder über dem Wasser baumeln.
"Chang, ernsthaft, das tut weh!", presste ich keuchend hervor und versuchte mich an seinem Rücken hochzudrücken um den Druck von meinem Bauch zu nehmen, was mir durch die vielen Wassertropfen auf seiner Haut nicht sonderlich gut gelang.
Im nächsten Moment spürte ich wie er mich fester umklammerte und seinen Oberkörper vor beugte, ehe meine Füße den feuchten Boden des Floßes spürten.
"Alles fit?", fragte der Junge sofort, nachdem seine Hände nicht länger auf meinem Körper lagen. Ich wusste nicht wer von uns beiden schlimmere Gedanken im Kopf hatte. Entweder er WILL mich anfassen, oder ich will IHN anfassen.
Ob er mich mit Absicht nun so viel herum geschleppt hat, wusste ich nicht.
Aber ich wusste das sein Anblick mein Herz genau in diesem Moment höher schlagen ließ, ohne meinen Puls zu messen.
"Wieso bist du so rot?", fragte er lachend und deutete mit seinem Finger in mein Gesicht, den ich nur weg schlug.
"Wenn man Kopfüber hängt steigt einem das Blut nun mal in den Kopf!", keifte ich zurück.
Das war nicht mal gelogen, jedoch hing mein gerötetes Gesicht nicht allein damit zusammen.

«applepie» || im changkyunWo Geschichten leben. Entdecke jetzt