66. „Es liegt an Lance"

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P.O.V Lance

Melissa schniefte nochmals kräftig an meiner Halsbeuge. Eigentlich hatten wir uns ganz normal bei mir getroffen, mit einem Mal fing sie aber an zu weinen. Ich würde nicht sagen dass es normal geworden sei sie weinen zu sehen, denn es tat noch immer weh sie so zu sehen. Doch irgendwie konnte ich mittlerweile besser damit umgehen. Ich wusste was ich machen musste, damit Melissa sich beruhigte. Denn scheinbar fand sie es beruhigend von mir gehalten zu werden.

„Bitte lass mich niemals los.", hauchte sie ganz leise an meine Halsbeuge und drückte sich, wenn das überhaupt möglich war, noch enger an mich. Warum sollte ich sie denn verlassen?

„Ich werd dich nicht loslassen.", hauchte ich ebenso leise zurück. Ein schwaches Schmunzeln bildete sich dabei auf meinem Gesicht. Klar war es vielleicht unpassend, aber ich mochte meist ihre Anhänglichkeit. Dadurch fühlte ich mich nicht so allein. Also als würde ich gebraucht werden.

„Danke.", flüsterte Melissa und küsste ganz kurz und sanft meinen Hals. Ihre weichen Lippen lösten ein Prickeln auf meiner Haut aus, wobei mein Herz schneller schlug.

„Du brauchst dich nicht immer für alles zu bedanken.", sagte ich darauf nun stärker schmunzelnd. „Für mich ist das selbstverständlich.", fügte ich noch hinzu und strich mit meiner Hand vorsichtig über ihre Haare. Ständig bedankte sich Melissa für Sachen, welche wirklich selbstverständlich waren. Also für mich...

„Sowas ist garantiert nicht selbstverständlich.", sagte sie und löste sich schniefend von mir, sodass ich ihre roten Augen sehen konnte. Am liebsten hätte ich mit ihr getauscht. Sie schien immer so zu leiden, doch das wollte ich nicht. „Niemand will sich ein heulendes dummes Mädchen angucken, einfach weil es spaß macht.", fügte Melissa hinzu, wobei sich ihr Blick auf ihre Arme senkte. Mir fiel auf, dass sie trotz dem, dass ich ihre Narben kannte, sie ihre Unterarme immer noch vor mir versteckte.

„Mir macht es auch keinen Spaß. Um ehrlich zu sein, tut es mir weh dich so zu sehen, weshalb ich alles tun will, um dir zu helfen. Auch wenn ich dir nur die Taschentücher reiche.", sagte ich, während ich beruhigend über ihre Oberschenkel fuhr. Eigentlich wollte ich dadurch Blickkontakt mit ihr aufbauen, doch es klappte nicht. Also versuchte ich es auf eine etwas andere Art.

Ich legte einen meiner Zeigefinger ganz vorsichtig unter ihr Kinn und richtete somit ihr Gesicht zu mir. Langsam lehnte ich mich zu ihr vor und versiegelte unsere Lippen miteinander.  Diese Küsse waren irgendwie die schönsten. Sie waren so langsam und so gefühlvoll, besser als alles andere auf der Welt.

„Ich liebe dich.", hauchte ich an ihre Lippen, ehe ich sie wieder auf ihre legte. Melissa platzierte eine Hand in meinem Nacken und vertiefte den Kuss, was ich einfach mal als Erwiderung deutete.

P.O.V Melissa

Der Biologieunterricht war so stinkend langweilig, dass ich mich wirklich beherrschen musste, nicht einzuschlafen. Selbst die Blätter draußen wirkten interessanter, als der Mist an der Tafel. Unser Lehrer meinte, dass dieses Thema sehr wichtig sei, doch mein Gehirn meinte wohl was anderes. Linus und ich belegten nur einen Kurs zusammen und dieser war Bio. Nur leider war unser Verhältnis noch immer merkwürdig, was diese Schulstunden nicht gerade aufwertete.

„Warum bist du eigentlich so zu mir?", fragte ich Linus ganz offen und ehrlich, da mich der Schulstoff wie bereits erwähnt eh nicht interessierte. Er drehte sich überrascht mit dem Kopf zu mir. „Was hab ich getan?", hackte ich weiter, als er schwieg.

„Du hast nichts getan.", sagte Linus leise und schrieb währenddessen weiter auf seinem Notizblatt. „Es liegt an Lance.", fügte er noch hinzu, wobei er den Namen förmlich ausspuckte. Selbst ein tauber hätte gehört, dass Linus Lance scheinbar nicht ausstehen konnte.

„Warum? Was hat er denn getan?", fragte ich leicht skeptisch. Schließlich war Lance ein wirklich herzensguter Mensch. Doch ich kannte Linus. Er hasste Menschen nicht ohne Grund.

„Es ist Lance Wayer.", sagte er, als wäre somit alles klar. Ich empfand das aber nicht so. Was genau sollte dies denn bitte heißen? Das er Lance aufgrund seines Namens nicht leiden konnte?

„Na und?", sagte ich leicht angepisste. Schließlich konnte ich einfach nicht nachvollziehen, was jetzt der Grund war. Linus schien langsam aber sicher auch etwas genervt.

„Weißt du was? Ich lass dich einfach deine Erfahrungen mit dem Wayer machen, aber komm danach ja nicht angekrochen und heul dir bei mir oder Tina die Augen aus.", zischte Linus, während er immer gereizter auf seinem Blatt herumkritzelte.

Was genau sollte ich mit Lance für Erfahrungen machen?!

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