Prolog

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Sie wanderte wie ein Schatten durch den Nebelwald, das weiße Kleid schwebte sanft um ihren schlanken Körper. An den Schultern war der Stoff aus weißen Blüten. Eine goldene Maske zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab und die zart geschwungenen hellroten Lippen bildeten ein feines Lächeln. Unter der Maske traten hellblaue Federn hervor und eine dünne goldene Kette hing um ihre Schultern.

Sila trat barfuß durch den Wald, jeder Zweig unter ihren Füßen zerbracht, knackte aber nicht laut unter dem Gewicht. Ein Vogel mit blauen Federn flog auf sie zu und setzte sich auf ihre Schulter. Sie blieb kurz stehen, sah den Vogel aus funkelnden grünen Augen an und schritt dann wieder langsam weiter. Ein Vogel kam nach dem anderen. Einer mit hellgrünen Federn, einer mit roten und sogar einer mit lilanen. Sie ging immer weiter, irgendwann kamen sogar Libellen und Schmetterlinge dazu. Bald kam das Mädchen an eine Lichtung, wo wilde blaue Orchideen wuchsen und sich Farn und Moos über den Boden zogen. Am anderen Ende der Lichtung war ein kleiner Teich mit einem dünnen Wasserfall, der dunkelblau glitzerte. Um den Teich glitten kleine, weiße Libellen. Alles wurde von dem leisen, sanften Wassergeplätscher musikalisch hinter spielt. Ohne sich umzudrehen schritt sie immer weiter auf den Teich zu, bis sie prompt stehen blieb und leise pfiff. Die grünen Augen blickten nach oben, wachsam glitten sie über den ganzen Himmel, als eine große hellgrüne Schwalbe auf sie niederflog. Der Bauch der Schwalbe war weiß und die Augen sahen unmenschlich gütig und klug aus. Sila streckte ihre Hand aus und der Vogel landete auf dieser. Beide beäugten sich eine Weile bis die Schwalbe den Schnabel öffnete und ein strahlend weißer Edelstein zum Vorschein kam. Sila nahm mit zwei Fingern diesen heraus und sagte mit weicher Stimme: ,,Danke, mein kleiner Freund."

Sila's ZaubersteinWo Geschichten leben. Entdecke jetzt