Die Arena, in der wir standen, war komplett voll. Die Meister, wir und natürlich Noras Lion waren anwesend.
Nachdem ich mich zusammen gerissen hatte, mir ein Kleid übergeworfen hatte und dann mit den Anderen frühstückte, gingen wir gemeinsam wieder zu dem Versammlungsort von gestern. Anton ignorierte mich, natürlich auch Salem, also redete nur Jade ein paar Worte mit mir. Selbst Großvater und Aren waren heute sehr ruhig. Irgendetwas war los, das hatte man schon gemerkt, als Großvater meinte, ein Bote hätte ihm mitgeteilt, dass sich heute alle neuen und alten Meister treffen würde, in der Arena. Von einer Arena wusste keiner was, aber es hieß, wir sollten einfach alle zum allgemeinen Treffpunkt gehen. Wir waren von Elisabeth geführt worden. Alle staunten nicht schlecht, als wir am Ende von mehreren Fluren auf einmal vor einem mächtigen Tor standen und in die Trai-ningshalle geführt wurden. Sie war anscheinend neu gebaut worden, für einen bestimmten Grund, erklärte uns die Sekretärin, aber welcher Grund das sein sollte, wusste diese auch nicht. Wir standen nun also alle in der Arena zwischen allen anderen Meistern. Ich realisierte erst jetzt wieder, dass ich ja jetzt auch ein Meister war, ein merkwürdiges Gefühl, wenn man bedachte, dass ich jetzt auf derselben Stufe stand, wie Opa und Aren.
Ich konnte mir jetzt zum ersten Mal alle genau ansehen. Ein paar Namen hatte ich mir schon gemerkt, von der Zeremonie am vorherigen Tag. Da waren zum Beispiel Jade's Brüder, Damen und Darren. Ich glaube es war Darren, jedensfalls war dieser gerade mit einem Mädchen zusammen, Andra hieß sie, eine der Heilerinnen. Insgesamt waren wir zwölf neue Meister, sechs alte Meister und das Oberhaupt. Mein Blick wanderte hin und her, bis ich plötzlich bei einem rothaarigen Jungen anhielt. Jack. Seine fransigen Haare hingen ihm in die Augen und die Dolche, die er am letzten Abend schon dabei hatte, trug er heute auch wieder. Neben ihm stand ein Mädchen. Sie hatte fließende dunkle Haare. Einen Bogen und einen Köcher hatte sie über den Rücken gespannt und schwarze Stiefel, die ihr bis zu den Knien gingen, trug sie. Dazu eine dunkle Hose und ein helles Oberteil. Sie war unglaublich schlank. Wahrscheinlich ein Traum für jeden Mann mit diesen dunklen Augen. Sie unterhielt sich lachend mit Jack und immer wieder schüttelte sie ihren Kopf, so-dass ihre Haare hin und her flogen.
Jack hatte bemerkt, dass ich seine Freundin angestarrte hatte, also verabschiedete er sich kurz bei ihr und kam lässig zu mir geschlendert. ,,Na?", ich zuckte zusammen, als ich bemerkte, dass er plötzlich vor mir stand. Ich versuchte, aus dem panischen Blick ein Lächeln zu zaubern, was mir auch gelang. ,,Na?", leise lachte ich. ,,Jack. Habe gesehen, dass du mich entdeckt hast. Sila, nicht?", er streckte mir seine Hand entgegen, also griff ich nach ihr und schüttelte sie. ,,Ja, Sila Ellon.", ich legte leicht den Kopf schief, weil ich dachte, vielleicht würde es gut aussehen. Ich weiß nicht genau wieso, aber irgendetwas hatte dieser Typ. Außerdem war ich sauer auf Toni, dass er einfach abgehauen war, also wollte ich ihn etwas eifersüchtig machen. Ob es gelang? Mal schauen. ,,Magierin, oder?"
,,Ja. Und du? Kämpfer, nicht?", es war zwar nur unnützes Gerede, aber was sollte man schon anderes sagen, wenn man sich nicht kannte. Er nickte und lächelte wieder. ,,Weißt du, was das heute noch wird?", er fuhr sich durch die Haare und zuckte daraufhin mit den Schultern. ,,Nicht wirklich. Amanda", er zeigte mit dem Kinn auf das Mädchen, mit der er vorhin geredet hatte. ,,Sie meinte etwas davon, dass Noras Lion das für uns gemacht hätte, er wolle, dass wir trainieren. Wofür das gut sein soll? Kein Plan.", er hatte gerade zu Ende geredet, als ich aus dem Augen-winkel bemerkte, wie diese Amanda auf uns zu kam.
,,Oh, Amanda. Kann ich dir jemanden vorstellen? Das ist Sila. Sila, das ist Amanda. Ich habe mit ihr zusammen bei Rian, unserem Meister, gelernt.", ich lächelte Amanda zu. Sie hatte hohe Wangenknochen und die Haare waren hinter dem Ohr, sodass man ihre spitzen Ohren sah. Ein echter Elf also. Ich lächelte ihr zu: ,,Hi, ich bin Sila. Eine von den Magiern.", ich reichte ihr die Hand, aber diese nahm sie nicht an, stattdessen zog sie mich ruckartig an sich und schloss mich fest in ihre Arme. Es war ein komisches Gefühl, als sie mich urplötzlich an sich zog und lachend Hallo sagte. Ich lachte auch, aber nicht aus Freundlichkeit, sondern aus Verwunderung.
Sie ließ mich wieder los und lachte mich immer noch herz-lich an. Wow, war sie hübsch, ich kam mir wie eine Mülltonne neben ihr vor. Ich sah zwischen ihr und Jack hin und her. Doch nach einer Weile wurde unser Lachen durch ein lautes, gekünsteltes Husten durchbrochen. Unser Kreis löste sich auf und alle starrten nach vorne, wo sich, wer auch sonst, Noras Lion aufgestellt hatte und uns lächelnd betrachtete.
,,Guten Morgen, meine Lieben.", heute hatte er ein grünes, mit Stickereien verzirrtes Gewand an und ein paar Strähnen seines Haars waren geflochten. ,,Ihr wundert euch bestimmt alle sehr, warum ihr hier seit. Ich möchte gleich im Vorherein anmerken, dass ich nicht zu viel erläutern darf und kann. Was ich aber sofort sagen kann ist: Diese Arena wurde für euch gebaut für einen gewissen Anlass, auch diesen Anlass kann ich noch nicht genauer erklären.", er hielt inne und starrte in die irritierten Gesichter der Elfen.
,,Ihr wurdet hergesandt, da ich Aufträge für jeden von euch habe. Seht es als nachträgliche Prüfung, obwohl ich fest davon ent-schlossen bin, dass niemand durchfallen wird. Wie auch immer, ich werde euch gleich alle in einzelne Dreiergruppen einteilen, ein Magier, ein Heiler und ein Kämpfer in jeder Gruppe. In diesen Gruppen möchte ich, dass ihr eure Aufgabe erledigt. Die Aufgabe von jeder Gruppe ist, in einzelne Länder und Völker zu ziehen, um ein Schwert zu suchen. Insgesamt werden es dann acht Schwerter sein, die wir dringend benötigen, für unser Endziel.
Ich habe mich schon mit unserem Zwergen- und Menschenkönig unterhalten und wir haben uns entschlossen, als erstes wird unser Reich dafür kämpfen. Ich bitte euch, macht eure Sachen gut, es geht um uns alle, sobald das Gerüst passt und nicht zusammen fällt, wird auch der Plan aufgehen und unser aller Friede ist geschützt.", eine dunkle Maske hatte sich auf Noras' Gesicht ab-gelegt. Das war er sagte, klang durcheinander, so ohne Plan. Ich be-kam langsam Angst, ich hatte einfach kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Ich bemerkte Großvater, wie er mit Aren tuschelte. Beide sahen, wie wir, ahnungslos aus. Was verheimlichte Noras, dass es selbst die alteingessenen Meister nicht wussten, oder wussten sie es doch?
Er wollte gerade aus einer Schachtel etwas holen, als er verwirrt inne hielt, als hätte er etwas vergessen. Er schüttelte aber den Kopf und zog dann aus der Kiste nach und nach Namen, also unsere Gruppen. ,,Die erste Gruppe: Andra, Jack und Sila.", mein Blick glitt zu Jack rüber, der mich sofort anlächelte. Dann bemerkte ich, dass mich das Mädchen mit den braun-rötlichen Haaren anlachte. Ich lächlte zurück und verstand, sie war Andra. Also meine Gruppe. ,,Unsere zweite Gruppe: Amanda, Rose und Salem. Die dritte Gruppe: Damen, Grace und Anton. Und zu guter Letzt: Antony, Darren und Jade.", er gab uns danach Zettel mit den auf-geschriebenen Aufgaben. Bevor wir sie allerdings in den Gruppen lesen konnte, räusperte er sich noch einmal: ,,Ich habe etwas vergessen, was ich einfach erwähnen muss. Es ist von außer-ordentlicher Wichtigkeit, dass ihr bei eurem Vorgehen nichts ver-ratet und wenn jemand urplötzlich auf den Namen..", er stockte und schluckte. Ich runzelte die Stirn und wurde neugierig. ,,Den Namen Koraz Nélio erwähnt, dann bringt ihn um. Es ist etwas im Anmarsch, was vernichtet werden muss, bevor es uns vernichtet.", seine Stimme war eisig geworden. Ich hatte Gänsehaut. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Ich glaubte es nicht. Ich sah zu Jade rüber, die verwundert schluckte, auch sie sah mich fragend an. Ich biss mir auf die Unterlippe. Das ist also das Leben eines Meisters. Na gut, ich bin bereit.
sund seg�y�U��?
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Sila's Zauberstein
FantasySila ist eine Magierin, die ihre Prüfung abschließen will. Doch inwiefern soll ihr dabei ein Stein helfen? Und warum verhält sich ihre Großvater so seltsam? Noch dazu spielen ihre Gefühle Toni gegenüber verrückt.. fühlt er denn genauso?