Neue Hoffnung

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Eine ganze Weile hatten wir uns Unterhalten. Nie zuvor hatte ich mich mit meiner Mutter so verständigt. Wir Lachten sogar miteinander. Ausgelassen ließ ich mich in die Kissen sinken und mein Haar viel zurück so das mein Hals sichtbar unter meinen Locken wurde.

Schlagartig verebbte das Lachen meiner Mutter und ich sah sie überrascht an. „ Was ist denn? Habe ich etwas gesagt was nicht richtig war?“ Sie schüttelte den Kopf und trat vom Bett zurück.

„ Was hast du für Male an deinem Hals, und auch an deiner Schulter?“ Sie hatte an dem Tuch gezogen was Ayato mir zuvor umgebunden hatte und hielt es jetzt in der Hand. „ Geht es dir dort wirklich gut?“

In Bedrängnis geraten setzte ich mich auf und versuchte mit meiner Hand meinen Hals zu bedecken und strich mir mein Haar wieder über die Schulter. „ Das ist nichts, wirklich ich war nur ungeschickt.“ Nach unten schauend versuchte ich fieberhaft mir etwas einfallen zu lassen was die Bissspüren erklären könnte.

Mir viel einfach nichts ein. „ Mir geht es gut, zwar hatten wir anfangs unsere Schwierigkeiten und ich will nicht sagen dass es einfach ist mit sechs jungen Männern in einem Haus aber… es hält mich ab Leben.“ // Auf gewisse Weise.//

„ Zeig mir bitte deinen Hals.“ Bestimmt trat sie wieder auf mich zu. „ Mum bitte lass es. Es ist meine Sache. Wirklich es ist nichts Schlimmes.“ Vor ihrer Hand zuckte ich zurück und sie gab es auf. „ Ich habe nicht das Recht jetzt anfangen zu wollen mich in dein Leben ein zu mischen.“

Sie ließ ihre Hand wieder sinken und trat auf meinen Schrank zu und öffnete ihn. „ Eigentlich wollte ich es dir zuschicken aber da du nun hier bist kann ich es dir auch so geben.“ Ein Kleidersack kam zum Vorschein und ich richtete mich erwartungsvoll auf.

// Wofür das wohl ist?// Lächelnd kam sie zu mir herüber und legte den Kleidersack neben mir aufs Bett. „ In drei Monaten wirst du 18 und bist damit Heiratsfähig, ich habe für dich ein Kleid anfertigen lassen. Sieh es dir aber erst am Abend vorher an. Kurz vorher wird eine Schneiderin dich besuchen und deine Maße nehmen damit es auch passt.“

Ich kam nicht mehr aus dem Staunen heraus. „ Aber… das ist doch nicht nötig, wirklich.“ Ich war aufgestanden, stand jetzt vor meinem Bett und sah hinab. Mich juckte es in den Fingern, wenn ich aber ein Versprechen gab hielt ich es auch ein.

„ Es ist nötig, schon seid langem. Nimm es mit und schau das deine Noten hervorragend sind. Damit wirst du sicherlich deinen Vater gesonnen stimmen können. Vielleicht überlegt er es sich dann noch einmal ob er dich so schnell in die Ehe schickt.“

// Und was wenn nicht?// „ Ich werde mein Bestes geben. In zwei Tagen soll ich zum ersten Mal in die neue Schule. Wenn es in meiner Macht steht werde ich so gut wie meine Fähigkeiten es zulassen.“

Meine Mutter kam zu mir und nahm mich in den Arm. So wie sie es vorher nie getan hatte. „ So kenne ich meine Tochter, aber sag was hast du mit deiner Hand gemacht?“

Beschämt löste ich mich von ihr und sah zum Boden. „ Ich bin unvorsichtig gewesen und die Treppe hinab gestürzt, es ist nur verstaucht. Keine Sorge.“

Kopfschüttelnd sah sie mich an. „ Du musst mehr Acht auf dich geben, du weißt doch viel zu gut dass du einen schwachen Körper hast.“ Ich schluckte schwer. // Schon lange nicht mehr, aber gegen die Jungs bin ich ein Streichholz das viel zu leicht zum zerbrechen gebracht werden kann.//

„ Ich weiß, aber ich bin einfach nur gestolpert über eine Teppichkante und… Naja es ist einfach passiert. Aber wieder zurück zu dem Kleid wofür soll es denn sein?“ Mit einer Hand fuhr ich über den Sack der einen Stoff in allen Farben die ich mir vorstellen konnte versteckt in sich trug.

„ Wir veranstalten einen Ball zusammen mit unseren Verwandten für dich, schließlich wirst du nur einmal Volljährig und bist damit ein vollwertiges Mitglied in unserer Familie. Pass bis dahin auf dich auf.“

// Ein Ball? Für mich, das kann niemals gut gehen.// Ein Klopfen ließ mich aus meinen Träumereien aufwachen und zog mich in die Realität zurück. „ Ja!?“

Ayato streckte seinen Kopf in mein Zimmer und sah sich um. Völlig geplättet von seinem höflichen Benehmen viel mir fast die Kinnlade runter. „ Ich störe nur ungern aber mein Bruder wollte sich wieder auf den Weg zurück machen, er muss morgen eine Besprechung leiten und wollte sich noch vorbereiten. Wenn es ihnen nichts ausmacht würden wir dann in einigen Minuten fahren. Mizaki wir warten unten im Wagen auf dich.“

Nach einem Nicken von mir verschwand er und schloss die Tür hinter sich. „ Diese Männer sind wirklich sehr höflich. Du solltest sie nicht warten lassen.“ Ihr ein halbherziges Lächeln schenkend griff ich nach dem Kleid. // Stopp das Buch. Wie bekomme ich das denn jetzt mit?//

„ Ääh Mum kannst du mir, kannst du mir vielleicht mein Parfum aus dem Bad holen, ich habe es letztes Mal hier vergessen. Ich wäre dir sehr dankbar.“ „ Aber natürlich, lauf du schon einmal hinunter ich komme zum Wagen und bringe es dir nach.“ Ihr ein Lächeln schenkend verschwand sie und ich griff unter die Tagesdecke. // Wohin damit?//

Den Kleidersack einen Spalt öffnend legte ich das Buch hinein und verschloss es schnell wieder. Mit dem Kleidersack unterm Arm rannte ich die Treppe hinunter und kam noch vor meiner Mutter unten am Eingang an.

Das Kleid an mich pressend nahm ich von meiner Mutter die kurz nach mir kam den kleinen Flakon an mich und verabschiedete mich mit dem Versprechen das ich ihr schreiben und zu dem Ball auf jeden Fall kommen würde.

Im Wagen angekommen setzte ich mich in die hinterste Ecke stellte das Fläschchen neben mich und griff in den Kleidersack und versuchte nichts von dem Stoff zu sehen. Nach mir endlos scheinenden Suchen hatte ich das Buch bekommen und zog es jetzt heraus.

// Wieso habe ich das Buch denn nie vorher gesehen? Ich weiß nicht einmal wer diese Mei ist.// Mich in die Decke kuschelnd zog ich die Beine an und öffnete den Ledereinband des Buches.

„ Was ist das?“ Ayato setzte sich neben mich und beugte sich zu mir herüber. „ Das wüsste ich auch zu gern.“ // Es kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht, und alles wirkt verschwommen.//

Mein Leben und bissige ErrungenschaftenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt