Kapitel IV

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Seufzend tippe ich immer wieder mit meinem Fuß auf den Boden, darauf wartend, dass Harry endlich auftaucht.

»Was macht denn eine Schlange im Reich der Löwen?«, ertönt plötzlich eine mir bekannte Stimme, weshalb ich mich mit neutralem Blick zu dem Störenfried wende. »Ron.«, sage ich schlicht, ignoriere die anderen Schüler, die bei ihm stehen.

Etwas skeptisch mustert er mich, ehe er ergeben seufzt und einen Schritt auf mich zutritt. »Es... Ich... Oh man.«, stammelt er leise, seine Freunde gehen lachend weiter und lassen Ron und mich somit alleine.

»Gibt es etwas, was du mir sagen willst, Ron?«, hake ich nach. »Bei Merlin, ich... Ja.« Auffordernd sehe ich ihn an, er seufzt wieder. »Tut mir leid.«, sagt er plötzlich, ich runzle bloß meine Stirn.

»Was tut dir leid?«
»Es tut mir leid, dass ich dich... ignoriert habe.« Ich hebe meine Augenbrauen. Ich habe gar nicht bemerkt, dass er mich ignoriert hat.
»Alles gut, Ron. Ist es wegen der Hauseinteilung?«, hake ich trotzdem nach. Etwas niedergeschlagen nickt er.

Beinahe hätte ich gelacht – aber nur beinahe. »Ron, wir können doch trotzdem befreundet sein. Nur, weil die meisten Gryffindors und Slytherins sich nicht außerordentlich mögen, heißt das nicht, dass wir uns auch nicht mögen müssen.«, teile ich ihm neutral mit, bemerke aus dem Augenwinkel, dass Harry sich uns verwirrt nähert.

Lächelnd nickt Ron. »Du hast recht. Entschuldige nochmal.« Ich winke bloß ab. Es gibt nichts, wofür er sich entschuldigen müsste.

»Alles klar?«, fragt Harry, als er bei uns ankommt. »Ja, alles in bester Ordnung.«, antwortet Ron sofort, woraufhin Harry bloß mit den Schultern zuckt und mich dann abwartend ansieht. »Wollen wir nun?«

»Ja.«

Konzentriert lese ich mir den Text über Parselmünder durch. Auch Harry liest sich einen Artikel über die seltene Schlangensprache durch, runzelt dabei einige Male die Stirn oder stöhnt genervt auf.

»Und? Was hast du bisher herausgefunden?«, frage ich ihn belustigt. Natürlich entging mir nicht, dass Harry bei manchen Stellen entweder die fachsprachlichen Wörter oder den Zusammenhang nicht verstand.

»Nur, dass... dass Parsel sehr selten ist. Und, dass man es vererbt bekommen kann.«, teilt er mir mit, ich schmunzle.
Das weiß ich bereits, liebster Harry, denke ich mir innerlich lachend.

»Hm, okay. Ich habe herausgefunden, dass Salazar Slytherin ein Parselmund war.«, sage ich, stütze dabei meinen Kopf auf meiner Handfläche ab. Harry runzelt die Stirn. »Warte mal... Das müsste bedeuten, dass jemand aus meiner Familie Parsel sprechen konnte.«

Ich nicke leicht. Das ist es ja... Jeder aus meiner Familie ist ein Muggel und somit nicht in der Lage, Parsel zu sprechen. Wieso kann ich es dann?

»Alles okay, Hermine?«, fragt Harry mich besorgt, ich nicke lächelnd.
»Ist dir eigentlich aufgefallen, dass Snape dich oft misstrauisch beobachtet?«, wechsle ich das Thema, er geht darauf ein. »Dich doch auch.«, meint er grinsend, weshalb ich schnaube.
»Snape hat keinen Grund dazu! Bei dir kann ich es irgendwie verstehen, schließlich bist du der Junge, der überlebt hat. Aber ich... ich bin doch nur Hermine? Wieso, also, schaut er mich dann so skeptisch an, als hätte ich irgendetwas verbrochen?«

Tief In Der Dunkelheit | ABGEBROCHENGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt