Kapitel V

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Stirnrunzelnd betrachte ich den weißhaarigen Mann in dem langen Gewand, der sich bis jetzt noch nicht zu mir umgedreht hat. Ich neige den Kopf leicht zur Seite.

»Miss Granger, guten Abend.«, ertönt plötzlich seine ruhige Stimme, ich zucke leicht zusammen. »Gibt es einen Grund für ihr Herumschlendern durch die Gänge?«

Mehrmals blinzle ich hintereinander.
»Ich... Also...«, stammle ich, doch breche ab, als Dumbledore sein Gesicht in meine Richtung wendet. Warm lächelt er mich an. »Kommen Sie.«, sagt er plötzlich und geht den Gang entlang, verwirrt und etwas zögerlich folge ich ihm.

Und wieder befinde ich mich in Dumbledores Büro – nun schon zum zweiten Mal.

»Was tue ich hier, Professor?«, frage ich ihn, als ich mich auf dem Sessel vor seinem Schreibtisch niederlasse.
Dabei schaue ich mich – wieder mal – im Raum um, sehe aus dem Augenwinkel, dass Dumbledore vor einem Bücherregal steht und seine Finger suchend über die Bücher fahren lässt.

Als er sich auf seinen Sessel setzt, legt er mir ein altes Buch vor die Nase, weshalb ich meinen Blick stirnrunzelnd zu diesem fahren lasse. »Schauen Sie hinein.«, meint er nur, ich öffne es daraufhin.

»Dieses Buch gehört Salazar Slytherin.«, lese ich laut vor, sofort sehe ich zu Dumbledore. »Lesen Sie ruhig weiter, Miss Granger, ich bin ganz Ohr.«

Ich schlage die nächste Seiter auf.
»Es gibt viele Sprachen auf der Welt, jedoch gibt es eine ganz besondere; die Sprache der Schlangen, Parsel. Ich werde dafür sorgen, dass nur meine Nachfahren diese Sprache beherrschen, sodass sie besonders bleibt.«

Ohne weiterzulesen, starre ich auf das Buch vor mir, spüre dabei den stechenden Blick von Dumbledore auf mir. Wieso zeigt er gerade mir dieses Buch? Weiß er es? Weiß er, dass ich Parsel sprechen kann? Aber woher? Was versucht er mir damit zu sagen? Etwa, dass ich eine Nachfahrin Salazar Slytherins bin? Nein, das ist absolut unmöglich.

Immer mehr Fragen bilden sich in meinen Gedanken, welche jedoch von einem Räuspern unterbrochen werden.
»Professor, wieso –«
»Ich dachte, ich zeige es ihnen einfach mal. Heute Morgen habe ich dieses Buch gefunden, da dachte ich, als ich Sie in dem Gang gesehen habe, dass es Sie interessieren könnte.«, unterbricht er mich, ehe er auf die Uhr an der Wand schaut. »Schon so spät... Sie sollten besser in ihr Zimmer gehen. Wenn ein Vertrauensschüler Sie auf dem Gang aufhält, sagen Sie ihm, dass ich Sie aufgehalten habe.«

Nickend stehe ich auf. »Gute Nacht, Sir.«, sage ich leise, bevor ich das Büro verlasse, um mich auf den Weg zu meinem Zimmer zu machen.

»Hermine? Erde an Hermine. Hermine!«

Ich schrecke auf, als ich plötzlich einen Schlag an meiner Schulter spüre. Sofort sehe ich zu Peyton, die mich besorgt mustert. »Hey, was ist los? Seit gestern bist du dauernd so abwesend...«

Leicht lächelnd winke ich bloß ab, woraufhin ich mich wieder meinem Frühstück zuwende. »Dumbledore schaut hier her.«, meldet sich Levi zu Wort. Kann dieser Junge nicht ein einziges Mal seine Klappe halten? Natürlich weiß ich, dass Dumbledore hier schaut, das tut er schon seitdem ich die große Halle betreten habe.

»Danke für den Hinweis, Brown.«, sage ich ironisch, weshalb Peyton leise zu kichern beginnt, Brown hingegen runzelt nur die Stirn.

Meine Gedanken schweifen zu den Vorfällen am gestrigen Abend. Erst der merkwürdige Fremde und dann Dumbledore mit dem Buch von Salazar Slytherin persönlich. Ich muss nun vorsichtiger sein!

Zinos Kopf streichelnd genieße ich den Anblick des schwarzen Sees. Das Einzige, was zu hören ist, ist das genießerische Zischen von Zino, das Zwitschern der Vögel und mein leiser Atem.

»Woher sollte Dumbledore wissen, dass du Parsel sprechen kannst?«, zischt Zino mir zu, ich zucke bloß mit den Schultern.
»Ich weiß nicht. Der Mann ist nicht um sonst der Schulleiter Hogwarts'.«, entgegne ich nachdenklich. »Und was hat es mit dem Fremden auf sich?«
Ich seufze. »Wenn ich das nur wüsste...«

»Hermine! Da bist du ja!«, ruft die Stimme von Harry auf einmal, sofort sehe ich lächelnd zu ihm, der mit Ron im Schlepptau auf mich zurennt.

»Harry. Ron.«, begrüße ich die Beiden. Zino schlängelt sich um meinen Arm und nimmt die Beiden ins Visier.

»Wir wollten den Rest des Tages mit dir verbringen, uns ist etwas langweilig.«, meint Harry und setzt sich mit Ron neben mich. Ich hebe meine Augenbrauen. Eine Angewohnheit von mir. Woher sie kommt, weiß ich jedoch nicht.

»Hast du es schon gehört? Malfoy soll sich mit einem Gryffindorjungen aus dem zweiten Jahrgang geprügelt haben. Der Junge hat ihn angerempelt, daraufhin hat Malfoy ihn, aufrgund seiner Abstammung, beleidigt und dann kam es zur Prügelei. Snape ist jedoch sofort dazwischen gegangen. Gryffindor hat Zwanzig Punkte und Slytherin Zehn Punkte abgezogen bekommen. Schon etwas unfair...«, erzählt Ron, ich schüttle nur mit dem Kopf.

»Malfoy ist nichts weiter als ein arroganter Angeber, der denkt, er wäre Gott, weil er zu einer der achtundzwanzig Reinblüterfamilien gehört.«
Harry und Ron nicken zustimmend, woraufhin Ron auf einmal an meinem Ärmel zupft. »Rot hätte dir besser gestanden.«, brummt er, ich lache leise, da ich weiß, dass er es nicht böse meint.

»Man kann halt nicht alles haben, Ronald Weasley.«, erwidere ich, Harry beginnt zu schmunzeln.

»Bald ist das Quidditchspiel zwischen Gryffindor und Slytherin.«, teilt Harry uns mit. Nachdem wir Flugstunden hatten, wurde Harry, schneller als wir gucken konnten, der Sucher seiner Hausmannschaft. »Dann werde ich für Gryffindor sein.«, lächle ich Harry warm an, sofort erwidert er es.

Ron verschränkt die Arme vor der Brust und schnaubt einmal. »Was anderes käme auch nicht in Frage.«
»Ron.«, warne ich ihn, abwehrend hebt er seine Hände, woraufhin wir alle Drei lachen.

Ich bin froh, dass ich die Beiden habe. Das bemerke ich in diesem Moment, in welchem es so harmonisch zwischen uns ist. Ich habe das Gefühl, dass diese Freundschaft etwas Besonderes ist und, dass sie lange Zeit halten wird.

»Wieso habe ich das Gefühl, dass dieses und die nächsten Schuljahre sehr... abwechslungsreich werden?«, fragt Harry leise, weshalb ich seufze. »Da bist du nicht der Einzige, Harry. Da bist du nicht der Einzige...«, murmle ich und schließe fast schon erschöpft meine Augen.
Lausche einfach nur den Geräuschen der Natur und trage ein Lächeln auf den Lippen.

Dieser Moment ist wahrscheinlich die Ruhe vor dem jahrenlangen Sturm.

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Ein bisschen kurz, ich weiß...

Nächstes Kapitel wird ein paar Jahre später spielen, ich warne euch nur schon mal vor.

Until next chapter. <3

 <3

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Tief In Der Dunkelheit | ABGEBROCHENGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt