Kapitel XXIX

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»Hermine ...«

Heftig zucke ich zusammen, als ich das sanfte Hauchen direkt an meinem Ohr wahrnehme. Es dringt immer und immer wieder wie ein Windstoß zu mir hindurch.
Und nach wenigen Sekunden fühlt es sich angenehm an.

Dann laufe ich los. Ich weiß nicht, wohin, doch ich habe das Gefühl, dass meine Beine wissen, in welche Richtung sie sich bewegen müssen. Es ist, als wäre ich nicht mehr diejenige, die Macht über ihren Körper hat und ihn nicht mehr kontrollieren kann. Nein, es ist eher so, als wäre ich in meinem Körper gefangen und muss überhaupt nichts tun, außer mich diesem berauschten Gefühl, welches das Hauchen in mir ausgelöst hat, hinzugeben.

Einige Sekunden später komme ich in einem heruntergekommenen Raum an, welcher ziemlich alt wirkt. Spinnweben sind überall in den Ecken und an den abgenutzten Möbeln, auf welchen sich eine dicke Schicht Staub befindet, zu sehen und die Tapete weist große Flecken und Kratzer auf; an manchen Stellen ist sie sogar zerissen.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein kleines, hölzernes Bett, welches im Gegensatz zu den anderen Möbeln ausgesprochen neu und weniger kaputt wirkt.

Doch ehe ich es weiterhin in Augenschein nehmen kann, platzt eine junge Frau ins Zimmer, in dessen Arme sich ein schlafendes Baby befindet. Sie selbst sieht ziemlich ängstlich und paranoid aus, denn sie schaut alle fünf Sekunden angstverzerrt und schreckhaft zur Tür.

Während meine Beine mich in die Ecke des Raumes tragen, mustere ich die Frau. Sie ist wunderschön. Ihr hellbraunes langes Haar fällt in sanften Locken an ihrem Körper hinab und umschmeichelt ihr blasses, angsterfülltes Gesicht. Die dunkelblauen Augen sind von dichten, langen Wimpern umgeben, dessen Farbe genau die selbe schwarze Farbe wie ihre dünnen Augenbrauen besitzt. Ihre dünnen, dennoch geschwungen Lippen sind rosa und bilden einen leichten Schmollmund.

Die Klamotten jedoch sind alles andere als wunderschön. Ihre hellblaue Bluse ist verdreckt und mit Löchern versehen und ihre hellbraune Hause voll mit Schlamm.
Jetzt bemerke ich auch die blutigen Schrammen an ihren Handrücken. Sie muss wohl hingefallen sein.

Nachdem sie das Baby auf das Bett gelegt hat, fällt sie heftig zitternd und weinend auf die Knie und vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen. Ich neige den Kopf zur Seite. Was ist hier eigentlich los? Wer ist diese Frau? Wo bin –?

Ein lauter Knall ertönt. Sowie ich als auch die Frau zucken zusammen; das Baby wacht mit einem Mal auf. Sofort wendet die Frau sich dem Baby zu.

»Meine Kleine, du musst jetzt stark sein, okay? Wenn deine Mummy geht, dann musst du sie gehen lassen, aber sie wird immer bei dir sein, hörst du? Immer. Und dir muss immer klar sein, dass deine Mum dich so sehr liebt, dass sie dich mehr liebt als alles andere auf der Welt. Okay?«, haucht sie zitternd dem Baby zu, welches daraufhin nur blinzelt und zu seiner Mutter aufsieht.

Die Frau lächelt schwach. »Ich weiß, du wirst das packen.«

Meine Augenbrauen ziehen sich zusammen. Ich will zu der Frau gehen, doch mein Körper lässt es nicht zu. Meine Beine bewegen sich kein Stück, so sehr ich es auch versuche.

»Du kannst mir nicht entkommen.«

Mein Herz bleibt für zwei Sekunden stehen und meine Augen weiten sich mit einem Mal. Diese Stimme kenne ich. Und zwar mehr als gut. Es ist seine Stimme. Kalt und hoch, unerbittlich und erbarmungslos. Voldemorts Stimme.

Tief In Der Dunkelheit | ABGEBROCHENGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt