Ich sah ihr beim Tanzen zu, und dabei wurde mir klar, dass sie angenommen hat, erwachsen werden zu müssen.
Dass die Zeit weiter läuft und das sie daran nichts ändern kann.
Dass es nichts bringt, die Zeiger anhalten zu wollen oder zu verhindern, dass das Leben einen ändert.
In diesem Moment sah sie einfach so verdammt glücklich aus.
Unbesiegbar, und irgendwie leuchtend. Ihr Lächeln war so schön.
Ich hätte weinen können, weil sie so schön ist, wenn sie tanzt.
Leichtfüßig bewegte sie sich durch den Raum, das Licht warf ihren Schatten auf das Parkett, und draußen vor dem Fenster ging der Mond auf und sah ihr zu. Wir beide haben sie stumm betrachtet und mir ist klar geworden, dass ein Teil von mir immer noch nachts zu unserer Wanduhr schleicht und mit kalten Fingern die Zeiger zurückstellt, so weit, bis diese erdrückende Last von meinen Schultern verschwindet und ich nicht mehr erwachsen werden muss.
Ein Teil von mir steht in der dunklen Wohnung und streicht die Jahre aus dem Kalender, wünscht sich die Weihnachtsfeste zurück, an denen man nicht so leicht traurig wird, weil heute alle von dir erwarten, dass du glücklich bist, und es dadurch immer schwieriger wird.
Manchmal will ich nicht glücklich sein, ich will einfach nur ich selbst sein dürfen.
Weißt du, ich selbst sehe mich nicht lächelnd, auch, wenn sie alle etwas anderes behaupten.
Die Tränen besuchen mich jede Nacht, ob ihr nun hinseht oder nicht.
Ich will auch weinen dürfen, wisst ihr?
Und gleichzeitig wünsche ich mir, so sein zu können wie das tanzende Mädchen und die Mauern zu überwinden, hinter denen ich mich verstecke und die uns trennen.
Ich sitze hier und sehe ihr zu und lächle zurück, wenn ihr lachender Blick mich trifft, und ich möchte so sein wie sie.
Aber ich kann auch das blasse Mädchen nicht zerstören, das still und regungslos in der dunklen Wohnung steht und auf die Uhr starrt.
Ich kann einfach nicht.
Unter ihren Ängsten und Wünschen sieht sie so furchtbar verloren aus.
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Splitterwelten
Poesía....... Meine Welt in Scherben. Meine Worte gespiegelt. Meine Gedanken zerschnitten. Meine Tinte ist rot. Das hier sind Wortfetzen, mitten aus der Luft gerissen Gedankengänge, die mich überholt haben Kurzgeschichten, die irgendwo anfangen und ni...
