Alles geht von vorne los [16]

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Ich sah alles so klar wie noch nie. Die Fesseln an Händen und Füßen, die Blutproben im Ständer neben mir, den Aktenschrank, die Schreibtischecke, das grelle Licht direkt vor meinen Augen. Nur, dass diesmal alles ein wenig heruntergekommener wirkte als bei meinem Ausbruch. Leider war das hier keine Erinnerung, sondern Realität. In diesem Raum gab es nur mich, das gleichmäßige Summen der Lampen und das Tippen einer Assistentin auf einem älteren Computer.
"Hallo?", rief ich leise in den Raum und bemerkte, dass meine Stimme verdammt rau klang. Mein Hals war trocken und ich fühlte mich, als hätte ich meine Stimme ewig nicht benutzt.
"Bitte sprechen Sie nicht mit mir, Mr Parker.", antwortete sie und vermied meine Nähe sowie meinen Blick. Walker hatte an alles gedacht, er wollte nicht zulassen, dass ich sie manipulierte.
Mir kam etwas Anderes in den Sinn und in mir häufte sich Wut an. "Wo. Ist. MJ?!", fragte ich die Frau, verdammt angepisst. Sie bedachte mich mit einem gelangweilten Blick, wobei sie Augenkontakt mied und widmete sich wieder ihrer Arbeit. "Ich habe Sie was gefragt!" Nun schrie ich fast, zum größten Teil aus Angst vor der Vorstellung, was sie mit MJ gemacht haben könnten.
"Ganz ruhig, deine Freundin ist für mich nicht von Bedeutung." Seine Stimme ließ mich wie jedes Mal aufs Neue schaudern und ich drehte meinen Kopf in die Richtung, aus der die Stimme kam. Er lehnte lässig in der Tür und betrachtete mich prüfend, gleichzeitig aber auch amüsiert.
"Ist das nicht schön? So naiv wie du bist, bist du direkt in meine Arme gelaufen. Ich hatte einst große Hoffnungen in dich gesetzt, Parker, aber du bist doch nur ein gewöhnlicher Mensch, der vorgibt, anders zu sein." Die Art, wie er das Wort "gewöhnlich" betonte, versetzte mir einen Stich, machte mich aber gleichzeitig noch wütender. Allgemein seine Art mit mir zu reden - als würde er mich kennen - gab mir den Drang, ihm eine runterzuhauen. Doch wenn er das "Ich-bin-so-toll-und-du-bist-nichts"-Spielchen unbedingt spielen wollte - bitte!
Also veränderte ich meine Miene und bemühte mich, getroffen und verängstigt drein zu schauen.
"In Ihre Arme gelaufen? Sie hatten das geplant?", fragte ich ihn mit großen Augen und sah ihn gespielt erstaunt an. Wenn ich eins wusste, dann dass Walkers Ego größer war als alles Andere auf der großen, weiten Welt. Wieso also nicht die Karten des Gegners kennen, wenn eh alles aussichtslos war?
"Nunja, wir haben Zeit. Lass mich dir etwas zeigen, bevor ich dich endgültig ins Jenseits schicke, dein Gesicht lässt mich immer schlechte Laune haben." Er stieß sich lässig von der Tür ab, schlenderte durch den Raum zu dem Computer und drehte den Bildschirm so, dass ich etwas erkennen konnte.
"Mein Gesicht wird das letzte sein, das du zu Gesicht bekommst.", dachte ich mir im Stillen und konzentrierte mich wieder auf das, was er mir zeigen wollte.
"Ich habe eine herausragende Technik entworfen und genau diese Technik befindet sich in deinem Kopf!", begann er mit einem hämischen Grinsen in meine Richtung.
"Ruhig bleiben!", sagte ich mir selbst und ballte meine gefesselten Hände zu Fäusten.
"Dieser Chip hilft nicht nur dir, Parker. Du kannst mit ihm deine Fähigkeiten besser kontrollieren, aber ich kann noch viel mehr tun! Dieser winzig kleine Chip misst deine Gehirnströme, womit ich immer weiß, wie du dich gerade fühlst.", fuhr er fort und augenblicklich versuchte ich mich bewusst zu Entspannen. "Er ermöglicht mir das Beste: ich kann auf deine Erinnerungen zugreifen. Natürlich nicht von Anfang an, dazu musste der Chip erst eine Weile in deinem Kopf bleiben. Diese Funktion hätte eigentlich nur von mir aktiviert werden können, aber wer weiß, was du getan hast. Mit der Aktivierung verlierst du alle Erinnerungen an dein altes Leben und wärst somit der perfekte Soldat. Ich habe dich dort oben nur so viel sehen lassen, dass du von selbst den Weg hier her findest. Na, was sagst du?"
Mein Kopf arbeitete und alles ergab plötzlich Sinn! Die ganzen "Hinweise" zum richtigen Zeitpunkt waren die perfekte Falle! Und gleichzeitig kam mir ein brillianter Plan in den Kopf. Ich musste diese verdammt Speicherkarte im Computer haben! Naja, brilliant war der Plan nicht wirklich, aber es war ein Ansatz. Jetzt musste ich hier nur irgendwie rauskommen. Und da bot sich mir die perfekte Gelegenheit!
"Na, dann sag eben nichts dazu. Ich weiß, es ist überwältigend." Walker erwachte aus seinen Schwärmereien und wandte sich zum Gehen, nicht ohne der Frau nochmal etwas zuflüstern, was nach "Lass ihn nicht aus den Augen" klang.
Es vergingen einige Minuten, bis ich mich getraute zu beginnen. Ich konzentrierte meine telekinetischen Fähigkeiten auf meine Fesseln und das leise Klicken ertönte kurz darauf von allen vier Verschlüssen. Nun musste ich schnell sein.
Ich sprang auf, hechtete auf die Frau zu, drückte ihr zwei Finger an ihre Schläfen und ließ sie in einen tiefen Schlaf fallen. Fast geräuschlos bugsierte ich sie auf den Stuhl und wandte mich dann dem Computer zu.
Walker hatte die Option, die er mir vorhin gezeigt hatte, nicht geschlossen. Das waren also alles meine Erinnerungen? Eine gefühlt endlose Liste von komischen Datein erschien auf dem Bildschirm. Was jetzt? Um alle herunterzuladen reichte mir die Zeit nicht. Ich klickte wahllos zwei Datein an, als ich die Schritte hörte. Und sie kamen schnell näher.

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Hab verpennt es online zu stellen oops.

Und da ich es viel zu selten sage - ein großes Dankeschön an youknowIlovebooks für die Unterstützung und die ganze Zeit, die sie darin investiert!

Es gibt noch was Neues:
sucktaetae wird bald eine neue Fanfiction online stellen, bei der ich mitwirke und das erste Kapitel direkt selbsz schreibe. Ich geb euch dann Bescheid wenn's online ist (i mean ich will ja nicht prahlen aber ich hab mich mal wieder selbst übertroffen an ihren Kapitel ^.^)

Das Schicksal hat HumorGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt