„Können sie nicht etwas langsamer laufen ?", keuchte ich und versuchte, mit Snape Schritt zu halten, welcher mit wehendem Umhang über die Brücke ging. Er ignorierte meine Bemerkung und lief noch schneller. Ich rannte inzwischen fast. Eigentlich war das kein Wunder, da er ja auch zwei Köpfe größer als ich war und deshalb auch viel längere Beine hatte. Trotzig blieb ich stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. Severus Snape lief noch einige Schritte weiter, bis er jedoch bemerkte, dass ich stehen geblieben war. Genervt kam er zu mir zurück und packte mich mit seiner kalten Hand am Oberarm. Als er mich mit sich mitziehen wollte, ich jedoch schmollte und keinen Schritt vorwärts machte, verdrehte er seufzend die Augen.
„Was ist denn jetzt schon wieder, Miss Gray !?"
„Bevor ich mich in Dumbledore's Höhle wage, will ich erst wissen, worüber er mit mir sprechen möchte.", murmelte ich grimmig.
„Über ihre Erlaubnis für die verbotene Abteilung in der Bibliothek. Jetzt zufrieden ? Dann setzen sie sich endlich in Bewegung. Ich habe schließlich auch besseres zutun, als meinen ganzen Tag mit ihnen zu verschwenden !", knurrte Snape verärgert.
Da sein Tonfall sehr warnend klang, machte ich lieber was er wollte. Nachdem ich weitere 5 Minuten von Snape hinterher gezogen wurde, standen wir schließlich vor Dumbledore's Büro.
„Benehmen sie sich !", war das letzte, was er mir drohend zu raunte, bevor er direkt neben mir disapparierte.
Ich fragte mich, wie er das in Hogwarts machte, da doch hier eigentlich Apparierschutz herrschte, es also eigentlich unmöglich war, zu disapparieren. Bevor ich mir jedoch weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte, tauchte Dumbledore neben mir auf. Er lächelte mich milde an und geleitete mich in sein Büro.
„Guten Tag, Miss Gray. Wie Severus ihnen sicher schon erzählt hat, möchte ich mit ihnen nochmal über die Erlaubnis für die verbotene Abteilung sprechen."
Ich nickte, und setzte mich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. Er setzte sich ebenfalls und reichte mir eine Schachtel.
„Zitronenbonbon ?"
Ich lehnte dankend ab. Immerhin konnte ich ja nicht sicher sein, ob da nicht irgendwas drin war, was mir schaden könnte. Mit Veritaserum wollte ich beispielsweise keine Erfahrungen machen.
„Wann können wir anfangen ?", fragte ich leicht angespannt.
„Nun, wann immer sie wollen, Miss Gray !", zwinkerte er amüsiert.
Ich verdrehte die Augen und nickte ihm zu, als Zeichen, dass er anfangen sollte, zu sprechen. Bedeutend langsam legte er die Handflächen aneinander und fing endlich an, mich aufzuklären.
„Mister Malfoy war neulich im Ministerium und hat eine Erlaubnis für die verbotene Abteilung erworben. Hat ihn ordentlich Gold gekostet ... später erfuhren wir dann, dass diese Erlaubnis ein Geschenk an sie war. Sie besitzen das Schriftstück schon ?"
Ich nickte schnell und leckte mir nervös über Lippen. Würde er mir die Erlaubnis jetzt doch entziehen ?
„Gut. Dann muss ich sie nur noch offiziell belehren. Sie wissen, dass in dieser Abteilung der Bibliothek Bücher liegen, die die dunkelsten Geheimnisse bewahren, und die keinesfalls in falsche Hände gelangen sollten. Ich sehe es als Fehler, solch eine jungen Schülerin, wie
sie es sind, an solche Bücher zu lassen. Wenngleich ihre schulischen Leistungen wirklich überragend sind. Aber wir werden sehen. Sie müssen mir nun versprechen, das Wissen, was sie aus diesen Büchern bekommen, niemals gegen andere Lebewesen zu verwenden."
Erwartungsvoll sah er mich mit seinen stechend blauen Augen an.
„Ich verspreche es.", murmelte ich leise. Dennoch so laut, dass er meine Worte verstand. Wohlwollend nickte er und hielt mir erneut die Schachtel mit den Bonbons hin.
„Möchten sie wirklich keins ?"
Ich schüttelte nachdrücklich den Kopf. Er zuckte mit den Schultern und nahm sich selbst ein gelbes Bonbon.
„Wie komme ich zurück nach Hause ?", fragte ich nachdenklich und rutschte hibbelig auf meinem Stuhl herum.
„Durch den Kamin flohen ist zu unsicher, da kann ich nicht komplett garantieren, dass sie sicher Zuhause ankommen, also ziehe ich Severus vor."
Ich schluckte. Wieso musste ich denn immer mit dieser griesgrämigen Fledermaus zusammen sein ? Manchmal zog mich die Art von Snape echt runter. Bevor ich jedoch weiter darüber nachdenken konnte, war der Schwarzhaarige schon mit einem Blick, der töten könnte, in das Büro gestürmt.
„Was ist denn nun schon wieder ?", schnarrte er genervt.
„Severus. Gut, dass sie wieder hier sind. Sie sind doch so freundlich, und bringen die junge Miss Gray wieder zurück ?"
Der Zaubertrankprofessor presste die schmalen Lippen aufeinander.
„Seh ich aus wie ein Babysitter ?", knurrte er, packte mich am Arm und verließ schnurstracks mit mir den Raum. Ich konnte den belustigten Blick von Dumbledore noch förmlich in meinem Rücken spüren.
Kaum waren wir aus dem Schloss gegangen, apparierte er auch schon mit mir. Nach ein paar Sekunden standen wir wieder vor dem großen Anwesen meiner Eltern. Er geleitete mich bis zum großen Eingangstor, ab dem unser Grundstück begann. Seine tiefschwarzen Augen suchten meine und er deutete an, dass ich gehen sollte. Ich schluckte schwer, drehte mich um und ging durch das Tor.
„Bis bald,Professor...",wisperte ich leise, bevor sich das Tor mit einem knarzen schloss. Als ich das Gebäude betrat, war alles wie ausgestorben. Alle Lichter waren aus, und nicht mal ein Hauself ließ sich blicken. Verwundert stieg ich die Treppe hinauf. Oben angekommen bewegte ich mich langsam auf das Kaminzimmer zu. Beim Näherkommen hörte ich leise Stimmen, die sich unterhielten. Vorsichtig stieß ich die Tür auf, und acht Augen richteten sich auf mich. Mein Vater saß in einem teuren Ledersessel, in der Hand ein Glas mit goldbrauner Flüssigkeit. An der Fensterbank lehnte meine Mutter, welche meinem Bruder, der gleich daneben stand, durch die Haare fuhr. Emily saß steif auf dem Sofa gegenüber von meinem Vater und klammerte sich an den Stoff ihres Kleides. Irgendetwas war passiert. Bedächtig betrat ich den Raum und lehnte mich an das Bücherregal.
„Was ist los?",fragte ich geradeheraus.
Mein Vater taxierte mich mit einem abwertenden Blick, jedoch konnte ich seine Anspannung riechen.
„Was wollte Snape von dir, Allison ?"
Ich zuckte die Schultern und tat gelangweilt.
„Nichts, was dich zu interessieren hätte, Vater.", das letzte Wort spuckte ich verachtend aus. Er erhob sich langsam und ging bedrohlich auf mich zu.
„Allison ... du sagst mir jetzt sofort, was Snape von dir wollte !", sein zuckendes Augenlied verriet, wie wütend er war. Ich schüttelte den Kopf.
Wie in Zeitlupe sah ich, wie mein Vater seine Hand hob. Doch kurz bevor diese meine Wange traf, stürzte sich mein Bruder vor mich und schrie ängstlich.
„Lass sie doch in Ruhe !"
Die Hand meines Vaters traf mit voller Wucht die Schläfe des Jungen und er klappte zusammen. Neben mir vernahm ich den besorgten Ausruf meiner Mutter, welche sich sofort zu meinem bewusstlosen Bruder kniete und ihn besorgt schüttelte. Mein Vater sah unbeeindruckt zu ihr runter und packte mich grob im Nacken.
„Wir unterhalten uns jetzt mal, Fräulein !", zischte er mir ins Ohr und zerrte mich über den Flur in sein Arbeitszimmer.
Der großgewachsene Mann zog seinen Zauberstab und verriegelte die Tür. Nun waren wir allein.
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Slytherin Proud (Severus Snape FF)
AdventureAllison Gray, reinblütig, stammt aus einer mächtigen Zaubererfamilie. Alle in ihrer Familie sind Hufflepuffs, freundlich, und hassen den dunklen Lord, deshalb werden sie von vielen hoch geschätzt. Die Grays sind genauso reich wie die Malfoys, und h...
