Als die Tür geschlossen war, ging mein Vater zu seinem wuchtigen Schreibtisch, um in ein paar Unterlagen zu wühlen. Unauffällig legte ich meine Hand auf den Türknauf und rüttelte leise daran. Nichts passierte. Ich war ihm also schutzlos ausgeliefert. Durch die großen Fenster hinter seinem Schreibtisch hatte man den riesigen Vorgarten genau im Blick. Vor der hohen Mauer, die sich nahtlos um unser Anwesen zog, erstreckte sich überall ein dunkler Kiefernwald. Ich erinnerte mich, wie wir als Kinder zwischen den Blumenhecken verstecken gespielt hatten. Damals wollten wir immer wissen, was in diesem Kiefernwald hinter der Mauer war. Doch die großen Eisentore waren immer verschlossen, wenn wir das Grundstück verlassen wollten. Dann lehnte mein Vater sich aus dem Fenster von seinem Arbeitszimmer und rief uns zu, dass wir doch von dem Tor wegkommen sollten, und lieber weiter Verstecken spielen könnten. Das taten wir dann auch immer. Aber die Neugier vor dem, was da draußen war, blieb bis heute. Die Sonne ging schon unter und das Zimmer wurde in rötliches Licht getaucht.
Mein Vater schien gefunden zu haben, was er suchte und drehte sich schwungvoll zu mir, um mir dann ein kleines schwarzes Buch unter die Nase zu halten, welches ich nur zu gut kannte.
„Dieses Buch kommt dir bekannt vor, nicht ?“, flüsterte er bedrohlich und legte seine schwere Hand auf meine Schulter.
Ich wusste, das es alles nur schlimmer machen würde, wenn ich lügen würde, also nickte ich unsicher. Auf dem Gesicht meines Vaters entstand ein schmieriges Grinsen.
„Und du weißt was darin steht. Meinst du nicht, dass du für solche argen Regelverstöße bestraft werden solltest ?“
„Warum ? Ist es nicht in eurem Sinne, dass ich mich weiterbilde ?“
Der Gesichtsausdruck meines Vaters war aalglatt, denoch konnte man spüren, wie es in seinem Kopf ratterte. Schließlich fuhr er mit eisiger Stimme fort.
„Weiterbilden schon. Aber nicht in diesem Sinne !“
Ich zuckte unbeeindruckt mit den Schultern, was ihn noch mehr aufregte. Mit festem Griff packte er mich an den Schultern und schüttelte mich.
„Du weißt, dass du, wenn du erstmal groß bist, dem Orden des Phoenix beitreten sollst ! Du bist erst verdammte 12 Jahre ! Schämst du dich gar nicht ? Noch so jung und schon auf dem falschen Weg... was soll ich denn mit dir machen, hm ?“
Ich hielt mit ihm Blickkontakt und schaute gelangweilt. Er presste die Zähne aufeinander und wurde immer aggressiver. Natürlich hätte ich auch einfach ängstlich gucken, und mich tausendmal für mein Fehlverhalten entschuldigen können, aber diese Schmach wollte ich mir nicht geben. Ohne Vorwarnung schubste er mich plötzlich gegen seinen Schreibtisch. Ich stieß heftig an die Tischkante und verlor das Gleichgewicht. Dabei knallte ich mit dem Kopf an das Holz und sank in mich zusammen. Mein Kopf dröhnte und ich spürte Blut, welches sich langsam einen Weg über meine Stirn bahnte. Vorsichtig griff ich an die schmerzende Stelle und hatte sogleich dunkles Blut an der Hand. Mein Vater kniete sich über mich und redete mit mir. Ich konnte ihn nicht wirklich verstehen, alles war so verzerrt und rauschte an meinen Ohren vorbei. Ich zitterte unkontrolliert und faselte wirre Sätze vor mich hin. Sein Gesicht
verschwamm vor meinen Augen und ich musste die Augen zusammen kneifen. Das einzige, was ich noch klar erkennen konnte, war seine Hand, die auf mich zuschnellte. Millisekunden später spürte ich mehrere Ohrfeigen links und rechts, bevor er mich brutal hochzog. Erst jetzt realisierte ich, dass ich weinte. Die Tränen brannten auf meiner wunden Haut und machten es mir noch schwerer, etwas zu erkennen. Leise drang die eiskalte Stimme meines Vaters zu mir durch. Er fragte mich, zu welcher Seite ich gehörte. Ich konnte nicht anworten. Plötzlich spürte ich einen brennenden Schmerz in der Bauchgegend, der immer heftiger wurde. Mit einem Schlag waren meine Sinne wieder halbwegs klar, und ich sah meinen Vater mit ausgestrecktem Zauberstab vor mir stehen. Mit Anstrengung konnte ich seine Worte verstehen. Er sprach leise und gefasst.
„Ich habe mich wirklich bemüht, dich gut zu erziehen. Nie habe ich dir Schaden zugefügt oder dich schlecht behandelt. Dann kamst du nach Slytherin. In das Haus, wo du nie hin solltest. Aber ich fand mich damit ab. Dachte, ich hätte dich gut genug erzogen, dass du weißt, wo du eigentlich hingehörst. Aber scheinbar weißt du das nicht. Für deinen Verrat an uns wirst du büßen, glaub mir. Ich wollte nie Gewalt anwenden. Vor allem nicht gegen meine Kinder. Aber du hast es zu weit getrieben. Du hast es verdient, zu leiden. Für die richtige Seite. Den Orden des Phoenix.“
Dann explodierte der Schmerz in mir. “Crucio. Er foltert mich mit dem Folterfluch“, schoss es durch meinen Kopf. Am Anfang war ich bemüht, keine Schwäche zu zeigen. Doch das unerträgliche Brennen am ganzen Körper nahm immer mehr zu. Ich sank auf die Knie. Alles war verschwommen. Nur leichte Umrisse meiner Hände, die sich am Boden abstützten, gelangten in mein Blickfeld. Schließlich schrie ich gequält. Der Schrei hallte durch das ganze Haus. Dann ging ich endgültig zu Boden und krampfte unkontrolliert. Innerlich wusste ich, dass ich mir den Schmerz eigentlich nur einbildete, aber es wirkte so real.
Ich lag nun schon eine halbe Ewigkeit hier. Wie lange folterte er mich nun schon ? 10 Minuten oder 20 ? Eine Stunde ? Ich hatte mein Zeitgefühl komplett verloren.
„Du wirst solange Schmerzen haben, bis ich das Böse in dir nicht mehr spüren kann...“, das waren die Worte meines Vaters, die laut in meinem Kopf wiederhallten. Langsam wurde ich ruhiger. Der Schmerz wurde keinesfalls weniger, aber ich blendete ihn langsam aus. Ich lag bewegunglos auf dem teuren Parkett des Büros und starrte mit geweiteten Augen an die verzierte Zimmerdecke. Das war das letzte was ich sah, bevor ich in eine dunkle Schwärze fiel.
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Slytherin Proud (Severus Snape FF)
PetualanganAllison Gray, reinblütig, stammt aus einer mächtigen Zaubererfamilie. Alle in ihrer Familie sind Hufflepuffs, freundlich, und hassen den dunklen Lord, deshalb werden sie von vielen hoch geschätzt. Die Grays sind genauso reich wie die Malfoys, und h...
