Ich hatte mich am schwarzen See hingesetzt und starrte auf das trübe Wasser. Mir liefen Tränen über die Wangen, die ich immer wieder wegwischte, was jedoch nicht half, da immer wieder neue Tränen kamen.
Mir schwirrten hunderte Gedanken durch den Kopf.
Womit hatte ich das verdient ? Wieso hasste er mich so ? Ich bemühte mich doch schon so sehr, mich wie eine richtige Slytherin zu verhalten... und dann auch noch das Nachsitzen. Eine ganze Stunde mit Snape allein in seinem Klassenzimmer kam mir wie der blanke Horror vor. Ich beschloss kurzerhand, einfach nicht hinzugehen. Dann wäre er vermutlich sehr sauer, aber noch mehr hassen als jetzt konnte er mich ja nicht. Die Sonne ging schon unter, und ich wollte nicht auch noch bestraft werden, weil ich zu spät noch draußen war. Langsam stellte ich mich aufrecht hin, wischte mir die Tränen weg, ließ mir die Haare ins Gesicht fallen, damit niemand meine geröteten Augen sah, und lief zurück ins Schloss. Als ich auf die Uhr schaute, erstarrte ich. Es war bereits sehr spät. In 5 Minuten war Sperrstunde. Hoffentlich schaffte ich es noch rechtzeitig in den Gemeinschaftsraum. Schnell rannte ich die Treppen nach unten in die Kerker. Als ich schon das Passwort nennen wollte, um in den Gemeinschaftsraum zu gelangen, wurde ich plötzlich ruckartig zurückgezogen. Ich sah in die kalten Augen des Zaubertrankprofessors.
Er sah meine verweinten Augen.Kurz sah er deswegen etwas verunsichert aus, doch dann ignorierte er dies.
„Oh nein, so kommen sie mir nicht davon... haben sie etwa ihr Nachsitzen vergessen ?“
Ich riss die Augen auf. Langsam nickte ich. Ihn schien das nicht zu überzeugen.
„Da ich mir sicher bin, dass sie es nicht vergessen haben, sondern einfach nicht kommen wollten, werden sie die Stunde nachholen.“
Ich schluckte schwer.
„Und wann, Sir ?“
Ein fieses Grinsen schlich sich auf sein Gesicht.
„Wie wäre es mit jetzt sofort ?“
Ohne meine Antwort abzuwarten, packte er mich an meiner Schulrobe, und schob mich in sein Büro.
Aufgebracht drehte ich mich zu ihm um.
„Professor ! Gleich ist Sperrstunde ! Sie können mir um diese Uhrzeit kein Nachsitzen aufdrücken !“
„Und ob ich kann ! Sie bleiben eine Stunde hier und sitzen nach. Ob sie wollen, oder nicht !“
Oh nein ! Das würde ich mir nicht gefallen lassen. Schnell rannte ich zur Tür und wollte sie aufreißen, als ich im Augenwinkel sah, wie Snape seinen Zauberstab schwang, und die Tür verschlossen war.
„Sie rennen nicht schon wieder davon, wie in meinem Unterricht.“
Wutentbrannt schlug ich mehrere Male gegen die Tür in der Hoffnung, sie würde nachgeben.
Hinter mir hörte ich ein kaltes Lachen.
„Gegen die Tür zu trommeln bringt ihnen auch nichts.“
Ich ließ mich an der Tür zu Boden sinken und sah ihn erschöpft an.
„Das ist Freiheitsberaubung ...!“
„Das weiß ich durchaus, aber wenn sie nicht zum Nachsitzen erscheinen, ist das ihre eigene Schuld.“, meinte er schneidend. „Und jetzt setzen sie sich, und machen sie nicht so ein Theater.“
Ich schüttelte trotzig den Kopf. Sein Blick wurde eiskalt.
„Jetzt machen sie schon !“
Abermals weigerte ich mich stur.
„Wie sie wollen, Miss Gray.“
Langsam hob er seinen Zauberstab.
Ich wurde panisch.
„Lassen sie mich in Ruhe !“
Er ignorierte mich.
Obwohl ich mich innerlich stark dagegen wehrte, stand ich langsam auf und ging wortlos zu dem Stuhl, der vor dem Lehrertisch stand, und setzte mich unwillig. Er trat hinter mich und legte seine Hände schwer auf meine Schultern. Ab diesem Moment konnte ich wieder klar denken. Sofort wollte ich wieder aufstehen, doch seine Hände hinderten mich daran.
Als ich mich beruhigt hatte, setzte er sich hinter seinen großen Schreibtisch, und schaute mir tief in die Augen. Ich schnappte fassungslos nach Luft.
Ich stockte. „Das war ein unverzeihlicher Fluch ! Den dürfen sie gar nicht benutzen !“
„Regen sie sich nicht so auf... und jetzt machen sie sich endlich nützlich ! Sie schrubben den Fußboden in meiner Voratskammer.“
Ich hatte Angst, dass er wieder diesen Fluch bei mir anwandte, also machte ich mich schnell an die Arbeit. Er beugte sich über einen Stapel Aufsätze, und fing an, diese zu korrigieren. Die Einschätzung der Anderen über Snape war richtig. Er war vernarrt in die dunklen Künste.
Nach einer Stunde schrubbte ich immernoch den Fußboden. Von dem Putzmittel waren meine Hände ganz rot und gereizt. Mir tat alles weh durch das ganze hin und her krabbeln auf dem Fußboden. Snape schien es zu genießen, mich leiden zu sehen. Das Nachsitzen sollte eigentlich nur eine Stunde dauern, doch ich war schon ein Stunde und eine halbe hier. Es war schon lange Sperrstunde und eigentlich müsste ich jetzt schon lange im Bett liegen. Aber scheinbar hatte Snape andere Pläne. Ich war so müde und erschöpft vom ersten Schultag und eigentlich wünschte ich mir nichts anderes, als einfach in mein Bett steigen zu können. Plötzlich hörte ich Snape's dunkle Stimme durch den Raum hallen.
„Ich denke, es ist genug für heute, Miss Gray... Gehen sie ins Bett.“
Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Nacht noch schlafen durfte. Schnell tapste ich zur Tür und wollte gerade verschwinden, als Snape plötzlich direkt hinter mir stand. Er baute sich bedrohlich vor mir auf.
„Falls sie irgendwem von dem Nachsitzen erzählen, dann werden sie sich wünschen, nie geboren worden zu sein ... Haben sie das verstanden, Miss Gray ?“, knurrte er leise.
Ich schaute betreten zu Boden.
„Ja, Sir...“, hauchte ich ängstlich.
„Sehr gut.“
Mit diesen Worten packte er mich am Arm und wir verließen sein Büro. Als wir um eine Ecke bogen, kam uns plötzlich Professor McGonagall entgegen. Sie schaute uns misstrauisch an.
„Was tun sie denn hier ?“
Snape stieß mich nach vorn.
„Miss Gray ist nach der Sperrstunde hier draußen rumgeschlichen. Ich geleite sie zurück zum Gemeinschaftsraum, damit ich sicher sein kann, dass sie auch wirklich dort hingeht.“
Die Professorin musterte mich fast schon besorgt, nickte Snape dann aber zu, und verschwand.
Ich sah Snape sauer an. Er ignorierte mich jedoch gekonnt und lief so schnell zum Gemeinschaftsraum, dass ich fast nicht hinterher kam. Als wir da waren, murmelte er das Passwort und wies mich an, einzutreten. Dann rauschte er davon. Bildete ich mir das nur ein, oder hatte er mir noch leise eine gute Nacht gewünscht ? Ach egal.
Ich schleppte mich in meinen Schlafsaal, und schlief sogleich ein.
DU LIEST GERADE
Slytherin Proud (Severus Snape FF)
PrzygodoweAllison Gray, reinblütig, stammt aus einer mächtigen Zaubererfamilie. Alle in ihrer Familie sind Hufflepuffs, freundlich, und hassen den dunklen Lord, deshalb werden sie von vielen hoch geschätzt. Die Grays sind genauso reich wie die Malfoys, und h...
