Das Erste, was ich spürte, waren dröhnende Kopfschmerzen. Es fühlte sich an, als würde jemand mit einem Stein immer wieder auf meinen Schädel einschlagen. Dann hörte ich, wie eine Tür aufging und jemand mit schweren Schritten auf mich zukam. Ich lag vermutlich in meinem Bett, konnte mich aber nicht dazu überreden, die Augen zu öffnen. Ich wusste sowieso, wer hier war. Im nächsten Moment hörte ich auch schon seine Stimme.
„Mach die Augen auf, Allison. Ich weiß, dass du wach bist."
Ich bewegte mich nicht und atmete gleichmäßig. Eine weitere Person betrat den Raum und stellte sich neben meinen Vater. Ich war neugierig, wer das war, also öffnete ich die Augen einen Spalt breit. Die Vorhänge waren zugezogen und ich befand mich wirklich in meinem Zimmer. Allerdings fehlte überall die grüne Farbe. Stattdessen war alles in weiß und beige gehalten. Ich selbst trug ein ebenso helles Nachthemd, was sich weich an meinen Körper schmiegte.
„Allison, Schatz, du bist endlich wach...", sprach mich die weiche Stimme meiner Mutter an.
„Wie ... wie lange h-hab ich geschlafen ?", brachte ich mit Mühe über die Lippen. Meine, sonst so emotionslose, Stimme war brüchig und leise.
„Zwei Wochen.", antwortete mein Vater knapp.
Erschrocken fuhr ich hoch.
„Die Schule hat doch seit einer Woche wieder begonnen !", rief ich aufgeregt.
„Nun, Allison, das muss dich nicht mehr interessieren."
Fragend starrte ich meinen Vater an und schälte mich aus den vielen Decken, die über mir lagen. Meine Mutter legte ihre Hand auf meine Schulter und drückte mich zurück auf das Bett.
„Bleib liegen, dein Vater wird dir sicher alles erklären.", meinte sie ruhig zu mir.
Nun trat mein Vater näher ans Bett und wollte mir beruhigend mit der Hand durch die Haare fahren. Ruckartig drehte ich mich zur Seite, sodass seine Hand ins Leere griff. Seit dem letzten Vorfall konnte ich nicht leugnen, dass ich furchtbare Angst vor ihm hatte. Sein stechender Blick mit seinen kalten Augen machte mich nervös und mir brach der kalte Schweiß aus. Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht.
„Mein Zimmer ...", fing ich unsicher an, doch mein Vater unterbrach mich.
„Dein Zimmer ist wieder halbwegs ansehnlich. Dieses hässliche Slytheringrün hat hier aber auch gar nicht reingepasst."
„Wenn Draco erstmal davon erfährt ...", flüsterte ich schlecht gelaunt. Mein Vater hörte es.
„Meine Liebe, Draco ...", er holte bedeutsam Luft :„ wird nicht mehr Teil deines Lebens sein. Du bist offiziell von Hogwarts ausgeschlossen.", fügte er mit einem schmierigen Lächeln hinzu.
„Vater, du scherzt !", rief ich aufgebracht.
„Oh keineswegs, Kind. Deine Mutter und ich...", er nahm die Hand seiner Frau :„... hielten es für das Beste. Du warst so verändert. Das Haus Slytherin hat dir eindeutig nicht gut getan. Du bist dort auf die falsche Bahn gekommen und hast uns, deine Familie, verraten. Aber keine Sorge, Allison. Ich persönlich werde dich hier Zuhause, wo du hingehörst, unterrichten. Mit dem Zaubereiministerium ist bereits alles abgeklärt...", ich sprang wutentbrannt auf.
„Das könnt ihr nicht machen ! Ihr zerstört mein Leben ! Ich will zu meinen Freunden Draco, Pansy ...", doch mein Vater unterbrach mich wieder.
„Oh Ally ... das sind nicht deine Freunde. Das sind allesamt schlechte Menschen, die dich nur verletzen wollen. Du wirst auch keine Post von ihnen erhalten. Wir haben dafür extra einen Schutzzauber um das Gelände gelegt. Die Eulen mit deinen Briefen werden sich hoffnungslos in den Wäldern verirren, und nie hier ankommen. Aber schau nicht so traurig. Du wirst dich daran gewöhnen. Du musst einfach aufwachen und begreifen, dass dies der richtige Weg für dich ist. Und später wirst du dem Orden beitreten, und eine gute Aurorin werden. Ganz wie die Tradition es vorsieht."
Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Aber ich wusste, es gäbe für mich kein Entkommen. Schluchzend drehte ich mich weg und weinte in mein Kissen. Nebenbei hörte ich, wie meine Eltern das Zimmer verließen, und ein "es ist nur für dein Bestes" murmelten.
Nach einiger Zeit richtete ich mich wieder auf und wischte die Tränen weg. Eine Slytherin weinte nicht. Ich musste überlegen, wie es jetzt weitergehen sollte. Hierbleiben wollte ich nicht. Weggehen konnte ich nicht. Es war gewissermaßen eine aussichtslose Situation. Meine außergewöhnliche Begabung in den dunklen Künsten würde hoffnungslos verkümmern. Ich würde eine muggelfreundliche und nette reinblütige Zauberin werden. Wollte ich das ? Später bis an mein Lebensende in einem großen Haus, vier Kindern und einem Mann aus dem Orden des Phoenix versauern ? Nein. Das war definitiv nicht mein Plan für's Leben. Resigniert setzte ich mich an den Schreibtisch und schrieb einen Brief an Draco und Pansy. Das Eistrio wurden wir inzwischen genannt. Der Gegenspieler zum goldenen Trio, wie Harry Potter, Hermine Granger und Ron Weasley zusammen bezeichnet wurden. Niemals mehr würde ich mir verbotenes Wissen aneignen können. Etwas, was mich wirklich erfüllte.
Hallo Pansy & Draco,
Ich werde nach den Ferien nicht mehr nach Hogwarts zurückkehren. Macht euch keine Sorgen. Wir werden uns wiedersehen. Ich danke euch für die schöne Zeit, die wir zusammen hatten. Es waren immerhin ein paar Monate. Lasst euch von Potter und so nicht runterziehen. Arbeitet weiter hart an der Kunst der dunklen Zauberei... wir werden uns bei den Todessern wiedersehen. Spätestens. Und kommt nicht auf die Idee, mich von hier rausholen zu wollen. Die Schutzbarrieren sind zu stark. Ich habe das schon nachgeprüft. Behaltet Potter im Auge. Und holt den Hauspokal für Slytherin. Draco, gib dir Mühe, dass du bald im Quidditch-Team bist. Du wirst nicht versagen. Und Pansy, werde kälter. Du bist tief in deinem Inneren böse. Lass es noch mehr heraus. Du bist in Slytherin nicht ohne Grund. Ich zähle auf euch. Vergesst mich nicht...
In Gedanken an euch
Allison Gray
Ich faltete den Brief und steckte ihn einer Taube zu. Ein paar Sekunden später war sie schon weg.
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Slytherin Proud (Severus Snape FF)
AdventureAllison Gray, reinblütig, stammt aus einer mächtigen Zaubererfamilie. Alle in ihrer Familie sind Hufflepuffs, freundlich, und hassen den dunklen Lord, deshalb werden sie von vielen hoch geschätzt. Die Grays sind genauso reich wie die Malfoys, und h...
