Fünfzehn.

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Fünfzehn.

"Now this is not the end. It is not even the beginning of the end.
But it is, perhaps, the end of the beginning."
— Winston Churchill (Their Finest Hour (The Second World War, #2))

April 1978

Das erste was Lily nach langer, langer Zeit wieder hörte, war das leise Rascheln von Buchseiten. Ein Geräusch, das ihr so vertraut war ihr eigener Herzschlag und sie merkwürdigerweise beruhigte. Sie wagte es noch nicht die Augen zu öffnen, warum wusste sie nicht ganz. Aber sie fühlte sich geborgen und sicher, es schien als ob ihr Körper wusste, dass sie nicht in Gefahr war. Und dieses Gefühl wollte sie so lange wie möglich bewahren.

Eine leise Stimme füllte ihre Gedanken. Lily kannte die Stimme gut, konnte nicht genug von ihr bekommen. Der sanfte Klang war beständig und half ihr über den Schmerz in ihrer linken Seite hinweg. Bei jedem Atemzug zog der Schmerz doch ihren Körper, aber unterbewusst wusste sie, dass es schon viel besser war.

Nur langsam kamen die Erinnerungen zurück. Lily erinnerte sich nur allzu deutlich an die schrecklichen Geschehnisse bis Denman sie im Wald zurück ließ. Doch danach war alles nur verschwommen, da war ständig das Bild eines riesigen Hirsches in ihrem Kopf und James. Sie meinte auch sich an Sophias Stimme erinnern zu können.

Ob die beiden sie wohl gerettet hatten? Doch das wie und warum, erschloss sich ihr nicht.

Das Rascheln der Blätter hörte auf und die Stimme wurde kräftiger. Er las ihr etwas vor und wenn sie nicht so benommen und müde gewesen wäre, hätte sich jetzt ein Lächeln auf ihren Lippen ausgebreitet. Es war ihr Lieblingsgedicht und das einzige, dessen Worte sie auswendig kannte.

Out of the night that covers me, Black as the pit from pole to pole, I thank whatever gods may be, For my unconquerable soul.”

Vorsichtig drehte sie ihren Kopf zu der Stimme. „Lily?“ Eine kühle Hand strich über ihre Stirn. „Alles okay bei dir?“

Erst jetzt wagte sie es langsam ihre Augen zu öffnen, die sie sofort wieder zukniff, als das helle Licht in ihren Augen brannte. Er rief lauthals nach Madam Pomfrey, der jungen Krankenschwester und Lily hörte Schritte, die auf dem Linoleumboden hastig herbei kamen.

„Miss Evans?“

Lily öffnete erneut die Augen und zwang sich sie nicht wieder zu schließen. Alles war noch ein bisschen verschwommen und unklar, doch das änderte sich schnell und sie erkannte das freundliche Gesicht unter der gestärkten Haube der Krankenschwester. „Haben Sie noch Schmerzen, Miss Evans?“

Lily schüttelte den Kopf. „Nicht viel“, krächzte sie, ihre Stimme ganz rau und kratzig.

„Ich gebe Ihnen etwas gegen die Schmerzen“, erwiderte Madam Pomfrey und flößte Lily einen bitter schmeckenden Trank ein. Dafür spürte Lily schon bald keinen Schmerz mehr. „Bleiben Sie noch etwas liegen, Sie müssen sich noch ausruhen. Wenn etwas ist, rufen Sie mich sofort.“

Als Madam Pomfrey weg war, setzte sich James auf die Bettkante und griff nach Lilys Hand.

„Was ist letzte Nacht passiert?“, verlangte Lily zu wissen.

James seufzte und fuhr sich mit der freien Hand durch die Haare. Er sah aus als ob er die ganze Nacht nicht geschlafen hätte, dunkle Ringe zeigten sich unter seinen Augen und er war blass. Seine Ärmel waren hochgekrempelt und rote Striemen zogen sich über seine Arme.

„Du warst dort“, fuhr Lily fort. „Ich habe deine Stimme gehört. Und Sophias.“

„Sophia und ich haben gemerkt, dass du fehlst“, begann James. „Und Sophia hat entdeckt, dass dich jemand in Richtung des Verbotenen Waldes entführt hat.“

Anfang || Rumtreiberzeit (HP)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt