Kapitel 4

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Krallenpfote trat unsicher in das kalte Flusswasser des Blattfalls. Er sollte heute das erste mal schwimmen. Ohne irgendwelche Hilfe, dabei war er noch nie in seinem Leben geschwommen.

Er schluckte und sprang mit einem Satz ins Wasser. Sein Kopf wurde unter Wasser gedrückt und er kämpfte sich mit starken Zügen an die Oberfläche. Dort versuchte er verzweifelt über Wasser zu bleiben, wurde aber von der Strömung mitgerissen und hustete dauernd wieder Wasser aus.

"Hilfe!" Er wusste, dass man seinen Hilferufe niemals gehört hätte und selbst wenn, würde ihm wohl niemand helfen. Seine Pfoten glitten durch das Wasser beim Versuch zum Ufer zu paddeln und er sah aus dem Augenwinkel, wie Eichelstern und Kampfpfote sich einen ablachten.

Auf einmal prallte er gegen einen Felsen und hielt sich hustend daran fest. Seine Krallen scharrten unter Wasser daran und er versuchte sich auf den Felsen zu ziehen, rutschte aber immer wieder ab.

Dann sah er eine kleine, braun getigerte Pfote, die ihm hingestreckt wurde. Er war Silberpfote dafür unglaublich dankbar und packte ihre Pfote sanft mit den Zähnen. Sie zog ihn hoch und er half zusätzlich mit seinen Pfoten, bis sich beide schwer atmend auf den Felsen sinken ließen.

"Danke!", keuchte Krallenpfote, doch seine Baugefährtin zuckte nur mit einem Ohr.

"Keine Ursache. Das war absolut schrecklich, was die beiden da gemacht haben. Aber das passt zu ihnen."

Krallenpfote nickte stumm und sah Silberpfote von der Seite an. Ihr Pelz schimmerte im Sonnenlicht und ihre blauen Augen waren funkelten wunderschön. Sie drehte ihren Kopf zu ihm und lächelte, dann berührte sie ihn sanft mit der Nase an seiner. Er schnurrte laut, was sie erwiderte und sie schmiegte sich an ihn.

"Krallenpfote?", fragte sie leise, nachdem sie eine Weile so da lagen.

"Hm?"

"Was hältst du davon, wenn wir zwei irgendwann mal abhauen und irgendwohin gehen, wo du nicht so schrecklich behandelt wirst?"

"Das wäre toll! Aber..." Der Schüler seufzte. "Ich kann doch nicht von dir verlangen, deinen Clan für mich zu verlassen."

"Wenn sie dich hier so behandeln und du dich nicht Zuhause fühlst, dann ist es auch nicht mein Clan."

Sein ganzer Körper kribbelte angenehm, bei diesen Worten. "Danke."

"Wir werden gehen. Bald. Wie wäre es, wir gehen in genau einem Mond?"

Krallenpfote nickte zustimmend. "Das hört sich gut an."

"Krallenpfote!", hallte der Schrei durch das ganze Lager und bis zum danebenliegenden Fluss.

Seufzend erhob sich der Schüler und verabschiedete sich von Silberpfote. Doch der Gedanke an seine Flucht mit ihr, half ihm, die nächsten Tage zu überstehen.

Warrior Cats - Echo der Sterne Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt