"Flammenpfote!", panisch setzte Feuerblüte vor und blieb am Ufer stehen, ungläubig auf das Eis starrend.
In dem Moment, in dem Flammenpfote im Fluss verschwunden war, fing Krallenpfote intuitiv an, am Ufer entlang zu rennen. Nur ein kleines Stück weiter war das Eis noch dünner und er sprang mit voller Kraft darauf, sodass es unter ihm nachgab und auch er vom Wasser verschluckt wurde. Er konnte gerade so noch hören, wie seine Mentorin nach ihm rief, da war er schon unter Wasser.
Die Strömung zog an seinem Fell und die eisige Kälte des Flusses schien seine Glieder beinahe erstarren zu lassen, doch dann erblickte er einen feuerroten Fellball, der direkt auf ihn zu getrieben wurde. Schnell packte er die Schülerin mit den Zähnen am Nackenfell und versuchte sich zurück an die Oberfläche zu kämpfen.
Die Strömung des Flusses schien immer stärker und seine Glieder immer müder zu werden. Noch dazu zog die Kälte tief in ihn hinein und auch die Luft ging ihm langsam aus. Aber er wusste, er durfte, konnte jetzt nicht einfach aufgeben, nicht, wenn das Leben einer anderen Katze von ihm abhing.
Also nahm er all seine Kraft und seinen Kampfgeist zusammen und brachte sie beide zurück an die Wasseroberfläche. Zum Glück war das Eis wirklich dünn, weshalb er es leicht mit seinem Kopf und seinen Pfoten durchstoßen konnte.
Verzweifelt versuchte er so viel Luft wie möglich durch Flammenpfotes Fell hindurch einzuatmen, während er mit einigen kräftigen Zügen zurück zum Ufer schwamm, wo er Flammenpfote ablegte und dann hustend selbst auf den Boden sank.
Die drei Kriegerinnen, die mit ihnen auf der Patrouille waren, sprangen sofort zu ihnen und kurz darauf spürte er, wie Erdbeerfleck sich gegen ihn drückte und versuchte, ihn aufzuwärmen. Bis eben war Krallenpfote gar nicht aufgefallen, wie stark er zitterte.
"Wie geht es dir?", fragte sie und musterte ihn besorgt.
"Es geht schon..." Seine Stimme war krächzend und wurde von einem kleinen Hustenanfall begleitet, aber sein Blick huschte sofort rüber zu Flammenpfote. Erleichtert atmete er aus, als er sah, dass sie den Kopf gehoben hatte. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sie zitterte am ganzen Körper, doch wenigstens war sie am Leben.
"Ihr zwei solltet zurück ins Lager", meinte Feuerblüte dann mit einem leisen Seufzen. Sie tat Krallenpfote ein wenig leid. Man sah ihr an, dass sie sich selbst die Schuld gab, dass das alles eben passiert war.
Aber sie hatte recht, sie sollten zurück ins Lager. Hier wurde ihm immer kälter und gleichzeitig wurde er auch immer müder. Also nickte er leicht und stand vorsichtig auf. Auch Flammenpfote erhob sich zittrig. Die Katzen setzten sich schon in Bewegung, als Erdbeerfleck sie aufhielt.
"Wartet kurz. Feuerblüte, Traumregen, ihr solltet die Patrouille vielleicht noch beenden. Ich kann die beiden zurück ins Lager bringen, das ist kein Problem."
Traumregen stimmte ohne Einwände zu, Feuerblüte allerdings sah noch kurz unsicher zu Flammenpfote, dann seufzte sie aber ergeben, neigte zustimmend den Kopf und machte sich mit Traumregen auf den Weg. Noch kurz blickte Erdbeerfleck ihnen hinterher, dann ging auch sie wieder los und die beiden Schüler folgten ihr.
Für einige Zeit war es still, bis die Kriegerin das Schweigen brach und ihren Blick in einer Mischung aus Besorgnis und Ärger auf Flammenpfote richtete.
"Was hast du dir nur dabei gedacht, Flammenpfote? Du kannst nicht einfach auf gefrorenes Wasser rennen, du kannst nie wissen, ob es dich wirklich hält, schon gar nicht, wenn es so dünn ist!"
"Tut mir leid...", murmelte die junge Kätzin und senkte betroffen den Blick. Auf einmal wandte Erdbeerfleck den Blick und richtete ihm auf ihren Schüler.
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Warrior Cats - Echo der Sterne
FanfictionKrallenpfote ist ein junger Schüler des WasserClans, doch sein Leben ist nicht wie das der anderen Katzen im Clan. Seine Mutter war die Heilerin des Clans und verstarb bei seiner Geburt, deshalb beschließen die anderen Clanmitglieder, ihn für die Ve...
