8.

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Jeanny's Sicht:

Vollgefressen von den Pommes fange ich an weiter an den Handschellen zu ziehen. Als Falco anfängt zu Spielen, nutze ich diese Chance und fange an die Kette von den Handschellen an der Steinplatte zu schleifen. Nach guten 10 Minuten reißt die Kette und ich kann meine Arme bewegen. Falco sitzt mit dem Rücken zu mir. Ich greife vorsichtig zur Wasser flasche und trinke sie in einem Zug aus. Sofort merke ich das ich wieder Pinkeln muss. Vorsichtig tippe ich Falco auf die Schulter, als er fertig gespielt hat. Er dreht sich zu mir um und schaut mich an. "Ich muss mal..." nuschel ich.

Falcos Sicht:

Ich verdrehe die Augen und erhebe mich von meinem Stuhl. Irritiert Stelle ich fest, dass die Handschellen kaputt sind. "Billig Scheiß!", Murmele Ich vor mich hin und lege eine Hand auf Jeannys Rücken, als ich sie zur Toilette begleite. Sie geht pinkeln und ich schaue wieder die Wand an, als ich eine neue Melodie in den Kopf bekomme. 'Wieso sollte ich nicht ein Lied über mein Mädchen schreiben?'
Ein Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus und ich Versuche mir einen Text zu überlegen. Immer wieder singe ich es leise, als Jeanny die Spülung betätigt und ihre Hände wäscht. Ich vergrabe meine Hände in den Hosentaschen und schaue ihr gelangweilt zu. "Wie alt bist du eigentlich?",Frage ich sanft und sie schaut mich mit ihren großen Augen an. Sie hat so schöne Augen...

Jeanny's Sicht:

"Ich bin 19 und du bist? 25?" Frage ich vorsichtig. Falco nickt darauf. Er öffnet die Tür und ich laufe vor ihm wieder ins Zimmer. Wieder setze ich mich auf die Steinplatte und hoffe das er das Fesseln lässt. Zu meinen staunen schließt er nur die Tür und setzt sich wieder ans Klavier. Er spielt eine mir unbekannte Melodie. "Wie Heißt das Lied" Frage ich vorsichtig. Falco dreht sich zu mir um. "Das weiß ich noch nicht. Kannst du ein Instrument Spielen?" Fragt er. Darauf schüttel ich den Kopf. Falco zieht mich zu sich auf den Schoß. Ich versuche mich zu wehren, aber es bringt nichts. Er fängt an mir die Tonleiter zu erklären. Ruhig schaue ich ihm zu und entspanne mich etwas. 'Eigentlich ist er ja ganz Nett...'

Falcos Sicht:

Mein Herz rast, aber ich lasse mir nichts anmerken. Ich zeige ihr jede Note auf dem Klavier und sie hört mir tatsächlich zu. "So, jetzt spielst du mir Mal nach",sage ich nach einer Weile und und beginne Big Ben zu spielen. Etwas überfordert schaut Jeanny mir zu und versucht es dann mehr schlecht als Recht, nach zumachen.

"Ich kann das nicht!"

Nach zwanzig Minuten gibt Jeanny auf und versucht mit aller Kraft sich von mir zu Befreien. Doch ich halte sie mit Gewalt fest und nehme ihre Hand, die auf den Gästen liegt. Ich zeige ihr genau, was sie spielen muss. Zögernd lässt sie sich führen, aber sie ist die ganze Zeit angespannt. "Siehst du? Gar nicht so schwer!"

Nach einer kleinen Ewigkeit kann sie es tatsächlich alleine spielen und ich bin hoch zufrieden. "Sehr gut!" Ein kurzes Lächeln huscht ihr übers Gesicht. Aber es ist nur eine halbe Sekunde, dann verschwindet es wieder, sodass ich mich Frage, ob ich es mir nur eingebildet habe.

Jeanny's Sicht:

Vollkommen überfordert schaue ich Falco beim Spielen zu. Ich hab's geschafft Big Ben zu Spielen, aber erst nach einer Halben ewigkeit. Stumm sitze ich auf seinem Schoß und schaue ihm beim Spielen von seiner neuen Melodie zu. Ich greife nach einer neuen Flasche Wasser und trinke sie Leer. "Wie bist du eigentlich wirklich?" Frage ich Vorsichtig. Mein Körper spannt sich sofort wieder an. Vorsichtig schaue ich Falco kurz ins Gesicht.

Falcos Sicht

"Wie bist du Eigentlich wirklich?"

Diese Frage haut mich fast vom Stuhl. Was? Was fragt sie da?
Ich überlege und kratze mich am Kinn. "Wie bin ich wirklich...keine Ahnung."
"Ich meine, was machst du so in deiner Freizeit und so..." Ihre Stimme ist unsicher. Angestrengt lege ich die Stirn in Falten. "Uff...ich lebe eigentlich in Wien. Wie du vielleicht gemerkt hast, bin ich Österreicher. Und viel Freizeit habe ich nicht, da ich ja singe. Ich muss immer was zu tun haben."

Sie nickt stumm und hebt den Blick. Das erste Mal sieht sie mir freiwillig und ruhig ins Gesicht und in die Augen. Ich schaue sie ebenfalls an. "Die Welt und die Menschen sind böse. Ich muss dich vor ihnen beschützen, sonst machen sie dich kaputt!"
Meine Stimme wird fest. Bestimmt. Ich werde keine Wiederrede walten lassen!

Niemand wird dich finden...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt