Zwischen Erd und Himmel spielte sich schon manches ab,
Lautes Grollen hin nach Osten gründete mancher Leute Grab.
Und vom Himmel droben haben die Wolken es alles gesehen,
die Gewalt, das Wüten, die Feuer, das Brennen, die Rache, das Geschehen.
Und die Erd, der Grund, sie hat es still ertragen.
Sie hat nichts gesagt, als Menschen und Räder über sie hinwegstürmten.
Still hat sie geschwiegen.
Auch als sich auf ihr die Leichen mancher Leute türmten.
Und als man sie aufriss, um diese in sie hinein zu legen,
da hat sie auch kein Wort von sich gegeben.
Immer leise, still und ruhig.
So hat die Erde es sich über sich ergehen lassen.
Und auch der Himmel, hat alles stumm mit angesehen.
Manchmal schon, ja, da hat er gegrummelt,
hat ein bisschen Regen prasseln lassen.
Aber, ja, schon, man könnt es ja meinen ...
Trotzdem war der Regen nicht sein Weinen.
Der Himmel hat's nur so getan.
Er dachte an die vielen Pflanzen.
die brauchen's doch zum Sprießen.
Was schert's den Himmel, ob sich Menschen niederschießen?
Und die Erde schert es wenig,
wer über sie stapft, wer auf ihr trampelt,
wer auf ihr tanzt und ihre Blumen sammelt.
Der Erde ist es ganz egal,
wer ihr Gras rupft und ihr das Unkraut stutzt,
sie macht da kein Theater drum.
Es ist ihr gleich, wessen Fuß auf ihr steht,
und wer die Tiere über sie reitet,
sie kümmert's nicht, ob das Tier den Tod begleitet.
Sie nimmt es hin, so wie es kommt.
Und ob nun ein Fleckchen der Erde verlassen wird
Und man es einem anderen Volk zuführt ...
Das schert die Erde herzlich wenig.
Und wenn auf ihr die Menschen heulen, weinen, schluchzen gar,
dass dieser Flecken doch ihre liebe Heimat war.
Dann schweigt sie weiter still und stumm.
Die Menschen auf ihr – was schert sie sich darum?
Und der Himmel wölbt sich weiterhin.
Ob auf dem Fleckchen nun Preußen, Polen, Litauen oder Russen sin' ...
Dem Himmel ist es ganz gleich,
Jung, alt, fett, dürr, arm, reich ...
Der Himmel macht wie die Erde unter ihm keinen Unterschied darin,
und wird still einfach weiter sich drehen
und mit dem Grund unten, auf die Mitte sehen,
wie die Menschen auf der Erde ziehen ...
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Dichtkunst
PoetryPeotry in German, Latin, Italian and other languages I try to learn.
