Eine lange Woche war schon vergangen und jeder Tag zog sich endlos in die Länge. Oft saß ein Psychologe bei mir, versuchte mich zum Reden zu bringen und irgendwas zu erfahren, aber ich wollte nicht reden und vor allem nicht mit einem Fremden. Meine Gedanken schweiften eh die ganze Zeit ab. Ich konnte und wollte auch irgendwie gar nicht zuhören. Lena. Das war das einzige was ich denken konnte. Ihre leuchtenden Augen, ihr strahlendes Lächeln, ihre wundervollen braunen Haare, die so schön im Sonnenlicht geglänzt hatten. Das einzige an das ich denken konnte, war sie, immer wenn ich meinen Augen schloss sah ich ihr Gesicht so deutlich vor mir, als hätte ich sie wirklich getroffen, aber es war nur Einbildung.
Es klopfte.
Ich bekam kaum mit, wie Sebastian mit Sidney auf dem Arm und Riley im Schlepptau rein kam. Sicherlich hatte ich die drei vermisst, denn auch Sebastian war tatsächlich schon ein wichtiger Teil geworden, auch wenn ich mit so was immer vorsichtig war. Ich bin einfach zu oft enttäuscht worden.
Allerdings vermisst ich nicht nur diese drei, beziehungsweise vier, Leute, sondern auch meine Drogen. Die wenigen Stunden am Tag, von denen ich mittlerweile schon so abhänig war, dass ich kaum mehr einen Tag ohne konnte. Eine Woche war es nun schon seit dem letzten Mal her. Das Verlangen war beinahe schon so groß, dass es sich lohnen würde abzuhauen aus dem Krankenhaus. Ich hatte wirklich schon darüber nachgedacht, aber noch war mein 'guter Teil'- wenn es den denn noch gab- dagegen. Aber heute Nacht würde das alles anders sein.
***
00:56 Uhr.
Ich starrte die Uhr an. Wie lange es wohl noch bis zum näschten Besuch der Krankenschwester dauerte? Meistens kam sie alle zwei Stunden schauen. Die zwei Stunden sollten um eins um sein, doch wie langsam die Minuten vergingen. Meine Gedanken kreisten wiedermal nur um Lena. Was war an diesem Mädchen so besonders, dass ich die ganze Zeit an sie denken musste?
***
01:19 Uhr.
Die Krankenschwester schloss die Tür mit einem leisen "gute Nacht". Ich erwiderte es nicht, sondern schaute wieder zur Uhr. Dieses wunderschöne Gesicht. Warum musste mich das so sehr quälen. Vorsichtig stand ich auf. Ich konnte es keine zwei Minuten mehr hier aushalten. Es wurde zeit für eine Pause und wenn ich Glück hatte sah ich vielleicht Lena wieder. Lena. Ich musste Lächlen. So ein schönes Mädchen hatte ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Sie war einfach zauberhaft.
***
02:08 Uhr.
Ich suchte den Drogendealer. Meistens war es Nachts auch unterwegs, aber irgendwie fand ich ihn heute nicht. Mürrisch und leicht angesäuert lief ich durch die dunklen Gassen und wisperte immer wieder seinen Namen. Keine Antwort. Ich seufzte.
" Hey, Sam!", sagte jemand hinter mir. Es war in normaler Zimmerlautsärke, doch in dieser unnatürlich ruhigen Nacht schien es fast geschrien.
" Boa, Alter! Erschreck mich mal nicht so!", motze ich ihn an.
" Sorry, dachte du bist im Krankenhaus! Was machste hier?", fragte er und schien leicht angetrunken.
" Bin abgehauen. Ich wollte Drogen von dir! Hast du noch welche?"
" Ja, sicher doch!", meinte er grinsend.
Ich lächelte ihn an und fragte mich im nächsten Moment, wie ich das bezahlen sollte.
" Hier!" Er zeigte mir die Packung.
" Was willst du dafür?", fragte ich ihn leise.
" Was hast du?", stellte er die Gegenfrage.
" Hm... Geld haste eh keins. Wie wär's'n mit was warmem zum Anziehen, hä?", fragte er lallend.
Ich zog meinen dicken Pullover aus und reicht ihm diesen. Ich war zwar etwas verwundert darüber, dass er schon wieder was warmes zum Anziehen wollte, aber nahm es einfach so hin. Er reichte mir die Packung mit dem Pulver.
" Danke! Bis zum Nächsten Mal!"
" Jo! Brauch net zu lang, Alter!" Er zwinkerte mich an.
Ich drehte mich um und ging davon, auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen an dem ich die Drogen nehmen konnte.
***
06:17 Uhr.
" Hey, kannst du mich hören! Hallo? Sam!", schrie jemand neben mir und legte mir die Hand ins Gesicht.
" Lena?", fragte ich leise, denn ich war mir hundertprozentig sicher, dass ich sie wieder gesehen hatte.
" Nein, hier ist Doktor Kai Gold! Ich bin behandelnder Arzt an der Psychiatrie und Sucht-Klink in Essen."
" Essen?", fragte ich verwirrt.
" Ja, ich wurde angerufen, dass du Hilfe bräuchtest.", erklärte er langsam, damit ich alles mitbekam.
" Ich brauch keine Hilfe! Mir geht's super!", schrie ich erschrocken. Wer war das denn gewesen?
" Da hab ich anderes gehört!", meinte er leise und lächelte leicht.
" Sam, du brauchst doch keine Angst zu haben! Wir wollen dir doch nur helfen, damit du wieder ein richtiges Leben leben kannst!"
" Lass mich!", schrie ich wütend und sprang auf. Ich lag in einem Krankenwagen. Schnell rannte ich davon.
" Schnell!", hörte ich jemand hinter mir schrien, aber ich rannte nur noch schneller.
***
12:07 Uhr.
Erschöpft lehnte ich mich an den Baum. Wie sollte ich nur weiter machen? Ich musste irgendwie den Mörder meine Mutter finden, hatte aber keine Ahnung, wo er war oder, wie er hieß. Vielleicht sollte ich mal im Gefängnis fragen. Während ich mir Gedanken über meinen eigentlich Plan machte, wollte ich mich nur von der angeblichen Klinik in Essen und dem komischen Doktor ablenken. Darüber konnte ich nicht nachdenken. Wer hatte ihm erzählt, dass ich Hilfe bräuchte. STOPP! Nicht darüber denken! Ich dachte schnell wieder an meine Mutter. Wie konnte ich diesen Typen nur finden? Langsam sollte ich mir ernsthafte Gedanken darüber machen, aber irgendwie wollten meine Gedanken nie bei diesem einen Thema bleiben. Entweder dachte ich an Essen und Doktor Gold oder an...
...Lena.
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Sorry, dass es solange gedauert hat, aber mein Arm tut momentan echt weh und ich hab viel Schulstress, und Schule geht vor!
Würd mich trotzdem über Kommentare und Votes freuen! :D
Danke schon mal!
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Tod, Drogen und die Liebe
RomanceSam, ein siebzehn Jahre alter Junge, hatte es nicht leicht in seinem Leben. Sein Mutter verstarb, als er erst sieben war, sein großer Bruder hat Angst vor jedem, der ihm zu nahe kommt, seine kleine Schwester sitzt im Rollstuhl und sein Vater arbeite...
