Ich blinzelte vorsichtig. Alles war so hell und weiß. Wo war ich?
" SAM!", hörte ich jemanden schreien. Die Stimme konnte ich allerdings nicht zuordnen. Um genau zu sein war sie mir völlig unbekannt, aber trotzdem hatte ich sie irgendwo schon einmal gehört. Vielleicht auch nur in einem Traum. Aber sie war mir eindeutig bekannt.
" SAM! Komm her! KOMM ZU MIR! Lass mich nicht alleine! Lass mich nicht... nicht... allein!", der Schrei ging langsam in Schluchzen über. Sie tat mir Leid. Warum weinte sie jetzt auf einmal? Hatte ich was falsches gesagt? Wo war ich eigentlich? Es wurde plötzlich dunkel um mich. Solange bis nur noch ein ganz kleiner Fleck von dem hellen weiß übriggeblieben war. Ich hatte diesen unnatürlichen Drang in Richtung des hellen etwas zu gehen. Es strömte eine merkwürdige Wärme von ihm aus. Eine Wärme, die mich einfach allen Schmerz vergessen ließ und ich konnte seit Jahren wieder tief durch atmen.
" Sam, Schatz!", flüsterte eine Frauenstimme. Diese Wärme, die eben noch so weit entfernt geschienen hat, streichelte plötzlich über meine Wange.
" Schatz, du musst diesen Schmerz nicht mehr ertragen! Komm mit mir, mein Süßer!", summte die selbe Stimme wieder.
" SAM!", schrie das Mädchen noch einmal. Sie riss mich aus der schönen Fantasie, denn diese Frauenstimme hörte sich haargenau an, wie meine Mutter. Meine Mutter.
" Mami!", flüsterte ich leise.
" Ich bin hier, ich bleib hier. Du brauchst keine Angst zu haben!", sagte sie leise.
Ich hatte keine Angst, aber ich war mehr als froh als sie das sagte. Sie würde nicht mehr weggehen. Mich nicht mehr alleine lassen. Ich konnte für immer bei ihr bleiben. Ein glücksgefühl stieg in mir auf. Ich hatte meine Mutter wieder.
" SAM, bitte! BITTE! SAM!!!", schrie das Mädchen laut.
" Sam...", flüsterte meine Mutter wieder. Ich konnte mich nicht entscheiden. Meine Mutter, dieses unbekannte Mädchen. Zu wem sollte ich gehen. Zu erst war die Entscheidnung natürlich auf meine Mutter gefallen, aber ich war neugierig auf das Mädchen. Wer war sie? Warum wollte sie, dass ich blieb? Woher kannte sie meinen Namen?
" Sidney braucht dich! Ich brauche dich!", flehte sie und ihre Stimme wurde immer leiser. SIDNEY! Schlagartig wurde mir bewusst, was ich meiner Familie antun würde, wenn ich mit meiner Mutter irgendwo ins nirgendwo gehen würde. Wohin wollte sie eigentlich mit mir? War sie nicht Tod? War etwa Tod?
" Du bist nicht Tod, Sam. Du bist zwischen Tod und Leben. Du bist nichts von beidem.", flüsterte mir meine Mutter zu.
Ich starrte zu dem Licht, denn sehen konnte ich meine Mutter nicht. Nur fühlen.
" Tod sein, nimmt dir deine Schmerzen und lässt dich wieder glücklich werden!", versprach sie mir.
Ich staunte nicht schlecht. Keine Schmerzen mehr? Glücklich sein?
" GEHEN SIE WEG! AUS DEM WEG!", rief ein Mann. Doch die Stimme war so weit weg, dass ich die kaum oder nur unterbewusst wahrnahm.
" Sam...", hörte ich gerade noch so das Mädchen einmal sagen.
" Komm...", flüsterte mir meiner Mutter gut zu. Dann sah ich ihre Hand. Sie streckte sie mir entgegen und aus der erst alleine in der Luft schwebenden Hand wurde bald ein ganzer Körper und eine wunderschöne Frau stand vor mir. Sie benebelte meine Sinne und ließ mich alles vergessen.
" Sam....", hörte ich noch ein aller letztes Mal eine Stimme, aber diese erkannte ich. Es war Sidney.
"NEIN!", schrie ich laut. "NEIN! Ich kann nicht gehen! Ich muss auf Sidney aufpassen! Ich kann nicht! Ich kann nicht!"
Alles wurde schwarz.
***
"Oh, Sam!", schluchzte jemand neben mir. Langsam öffnete ich meine Augen. Riley. Wo war das Mädchen? Hatte ich nur geträumt.
" Wo ist sie?", fragte ich leise.
" Sidney ist bei Sebastian. Er passt auf sie auf! Keine Angst! Er ist ganz lieb!", versprach mir Riley und spielte das erste Mal seit ich denken kann den großen Bruder. Ein wenig konnte ich mich nach seinen Worten entspannen, aber ich hatte eigentlich nicht Sideny, sondern das Mädchen, dass immer meinen Namen gerufen hatte, gemeint. Doch keiner konnte mir eine Antwort darauf geben. Ich hatte den Arzt, Sebastian, die Krankenschwester, Riley und sonst jeden, der mein Zimmer betreten hatte, gefragt. Niemand wusste etwas von einem Mädchen, das neben mir gestanden haben soll, als ich beinahte an einer überdosis gestorben wäre. " Es war sicher nur Einbildung!", erklärte der Arzt. Das letzte an das ich mich erinnern konnte, vor diesem Vorfall, war ein rosa Zimmer gewesen. Doch auch das sollte alles nur eine Fantasie- entstanden durch die Droge- sein. Ich konnte es nicht so wirklich glauben, aber ich musste schlussendlich.
************************************************************************************************************************
Kommentieren und Voten bitte! :D danke!
DU LIEST GERADE
Tod, Drogen und die Liebe
RomanceSam, ein siebzehn Jahre alter Junge, hatte es nicht leicht in seinem Leben. Sein Mutter verstarb, als er erst sieben war, sein großer Bruder hat Angst vor jedem, der ihm zu nahe kommt, seine kleine Schwester sitzt im Rollstuhl und sein Vater arbeite...
