✦4. Portgas D. Ace ✦

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Am nächsten Morgen saßest du bereits schon im Speisesaal, mit Marco an deiner Seite. Du hattest keinerlei Erinnerung mehr daran, wann und ob du überhaupt eingeschlafen warst. Irgendwann war die Sonne aufgegangen und du warst ebenfalls wach. Marco war dann so nett gewesen und hatte dich von deinem Zimmer abgeholt, hatte sanft geklopft und seinen Kopf durch die Tür gesteckt. Zwar erschrecktest du dich ein wenig, jedoch gewöhntest du dich langsam an sein markantes Gesicht und es jagte dir weniger Angst ein. Zusammen hattet ihr euch dann auf den Weg zum Speisesaal gemacht, auch wenn du Marco eher schüchtern hinterher gelaufen warst. Still und leise hattest du deinen Hintern auf den Sitz verfrachtet, auf dem du auch gestern gesessen hattest und wie auch den Tag davor, hattest du Ace und Thatch vor dir. Die beiden waren schon lange am Essen und schlangen das Essen in einer Geschwindigkeit runter, dass du schon dachtest sie würden ein Wettrennen machen. Auch der Blondschopf rechts von dir nahm sich eine ordentliche Portion des üppig aufgebauten Frühstücks. Du hingegen suchtest dir genau dasselbe aus wie davor, ein kleines Sandwich und dieses leckere Reisdreieck.

Gerade als du dabei warst ein paar Reiskörner in deinen Mund aufzunehmen, spürtest du einen Blick auf dir. Du stopptest augenblicklich und der unheimliche Blick löste in dir Übelkeit aus. Du hattest gelernt, wenn man dich anstarrte, hattest du etwas Schlechtes gemacht und würdest erst beleidigt und dann bestraft werden. Dein Körper überkam eine Welle von heißer Gänsehaut, die sich in deinem Gesicht sammelte. Dir wurde unfassbar warm und Schweiß bildete sich auf deiner Stirn. Unterwürfig versuchtest du die Quelle des Blickes zu finden und dein Kopf hob sich an, immer höher, bis du angsterfüllt den großen Whitebeard anschautest. Dein Mund wurde augenblicklich trocken und du konntest nicht mal mehr schlucken. Whitebeard hatte seine großen Augen ganz alleine auf dich fixiert und nur darauf gewartet, dass du ihn anschautest.

„(Name)", erhob er sein Wort. Noch mehr Angst überkam dich und daraus wurde langsam aber sicher Panik. Was hattest du falsch gemacht, wie würde er dich jetzt bestrafen..?

Als du den großen Piraten-Captain nur weiter anstarrtest und ihm nicht antwortetest, erhob er erneut seine tiefe Stimme.

„Marco hat mir vorhin erzählt, dass du gerne zu der Insel Amazon Lily segeln möchtest. Er meinte, dass du dort eine Freundin hast die du sehen wollen würdest."

Sein Blick lag weiterhin auf dir, aber eigentlich war er ruhig. Whitebeard redete unglaublich sanft und sachlich mit dir und nichts an ihm gestikulierte dir, dass er dir etwas böses wollte. Er wirkte wohl nur auf den ersten Blick angst-einflößend, obwohl er voller Liebe und Hingabe für seine Familie steckte.

Langsam versuchtest du dich zu beruhigen, ihm zu antworten und den nötigen Respekt zu erweisen. Dein Mund war immer noch trocken und der Knoten in deinem Hals wurde auch nicht kleiner. Mühevoll rangst du dich zu einem Nicken ab. Daraufhin bildete sich ein Lächeln im Gesicht des Großen.

„Wenn das dein Wunsch ist, dann möchte ich ihn dir, als dein Vater, erfüllen. Männer, wir nehmen ab heute Kurs auf Amazon Lily!"

Die ganze Crew brüllte auf und du konntest deinen Worten kaum glauben. Du würdest bald wirklich deine Freundin wiedersehen. Du wolltest Boa so sehr wiedersehen und dass dir dieser Traum erfüllt werden würde, fühlte sich an wie ein Wunder. Die Angst in deinem Körper verschwand und sich pure Erleichterung und Entspannung machte sich in dir breit. Deine Lippen wurden sofort zu einem süßen, zaghaften Lächeln und dein Blick verlief den Körper von Whitebeard runter, in Richtung Marco, den du glücklich anschautest. Er erwiderte deinen Blick und lächelte zurück.

„Siehst du! Auf nach Amazon Lily~", meinte er.

Danach führtet ihr alle euer Frühstück zum Ende und du machtest dich auf zum Deck, raus an die frische Luft, an das herrliche Wetter und die wunderschönen Wolken am Himmel. Das Deck war zwar groß, aber so auch die Mannschaft der du beigetreten warst. Vorsichtig schlichst du am Deck entlang, an eine etwas abgelegene Stelle weiter hinten, fast an der Rückseite vom Schiff, wo du keinen Piraten entdecken konntest. Nachdem du dich sicher fühltest, rutschte dein Rücken am Geländer herunter und dein Körper sank zu Boden. An der frischen Luft zu sitzen tat dir gut und dein Blick erstreckte sich auf die vielen Wolken, die am Himmel vorbeizogen. Wolken waren für dich immer die Definition von Frieden gewesen. Sie zogen immer nur am Himmel vorbei, waren still und leise und hatten nichts zu tun. Niemand hielt sie fest, schlug sie oder machte sie für ihre Existenz verantwortlich. Sie waren einfach da und hatten dir oft Trost gespendet, wenn du in der heißen Sommerhitze sämtliche Felder bestellen musstest. Und wenn aus ihnen der Regen strömte, dann bedeckten sie deine Tränen, dafür warst du ihnen dankbar. Der kühle Wind wehte durch deine Haare und du musstest deine Augen zusammen kneifen. Du konntest spüren wie das Schiff von den Wellen hin und her geschaukelt wurde und dass sich auf dem Deck viele Schritte und Gespräche befanden. Abgeschnitten von dem Ganzen fühltest du dich aber am Wohlsten. Hätte man dir vor drei Tagen gesagt, dass du von Piraten gerettet und aufgenommen worden wärst, dann hättest du wohl gelacht. Das hätte an die Unmöglichkeit gegrenzt, und doch ist es wahr geworden.

Phönixblau [Marco x Reader]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt