Missmutige stelle ich die Gläser und Getränke auf dem Küchentresen auf, wie Adam es mir aufgetragen hat. Ich bin heute Mittag überhaupt nur gekommen, weil er darauf bestanden hat, dass ich bei den Vorbereitungen für heute Abend helfe, dabei habe ich auf das Ganze so gar keinen Bock.
Aber Halloween ist eines von Adams liebsten Ereignissen. Ich habe wirklich nicht den blassesten Schimmer, was er daran so mag, sich in dämliche Kostüme zu schmeißen und sich den ganzen Tag nur von Süßkram und Alkohol zu ernähren.
Wenn ich nicht gekommen wäre, wäre er persönlich zu meiner Wohnung gefahren, um mich an den kurzen Haaren hierher zu schleifen. Eines muss man meinem besten Freund lassen, beharrlich ist er. Also stehe ich nach einer weiteren schlaflosen Nacht tatsächlich hier, ordne Getränkedosen, hänge Fake-Knochen aus Plastik auf und verteile Süßigkeiten-Tüten in der ganzen Wohnung, während mir Adams Halloween-Playlist den Schädel wegdröhnt.
Bester. Tag. Aller. Zeiten.
Mittlerweile stecke ich schon über drei Stunden hier fest und die Gäste kommen in knapp einer.
Nur die engsten Leute, hat Adam auf meine Frage, wie viele denn diesmal eingeladen sind, geantwortet. Dafür hat er nur ein spöttisches Schnauben von mir erwidert bekommen. Denn, wenn Adam nur die engsten einlädt, sind das schon einige. Das Problem daran, dass er auf der Bekanntheitsliste direkt nach den Footballspielern der Penn State Nittany Lions kommt, ist, dass sich Partys in seiner so schnell herumsprechen, wie ein Lauffeuer. Ich erinnere mich noch zu gut an seine erste Geburtstagsfeier in dieser Wohnung, die die Polizei schließlich gesprengt hat.
Dieses Ereignis hat Adam zwar vorsichtiger werden lassen, aber er liebte es einfach zu sehr, mit dem Feuer zu spielen. Insgeheim glaube ich, dass es seine Art ist aus dem goldenen Käfig auszubrechen, in dem er bereits sein ganzes Leben lang steckt, deshalb kann ich es meinem besten Freund nicht verübeln und lasse ihn machen.
An einem anderen Tag, wenn meine bisherige Woche anders ausgesehen hätte, hätte ich wahrscheinlich mit einer Light-Variante seiner Vorfreude die Vorbereitungen erledigt. Aber diese Woche hat ziemlich an mir gezerrt und meine Nerven sind bis aufs Äußerste gespannt.
Bis zum Wochenende ist noch alles ganz gut gewesen, Tante Grace und Onkel Mitchell sind mit Zoey heute vor einer Woche, am Donnerstag von dem Besuch bei Mitch's Mutter zurückgekehrt. Zoey hatte sogar extra zwei Stücke Tocko-Kuchen mitgebracht. Beinahe hätte ich ein Bild davon gemacht, um es Ivy zu schicken, habe mich aber im letzten Moment noch davon abhalten können.
Selbst bis Freitag hat die gute Stimmung angehalten und das, obwohl Mitch und ich durch seine Abwesenheit, einiges an Arbeit in seiner Autowerkstatt, in der ich als Aushilfe eingestellt bin, aufzuholen hatten. Doch der große Knall ist erst gekommen, als ich Samstag mit Adam und Rick zusammen vor der Playstation gehockt habe. Wie so oft, hat es mich in einem Moment getroffen, in dem ich absolut nicht damit gerechnet habe. Ich hasse das, weshalb sich meine Gedanken immer öfter darum drehen und ich mich immer häufiger in besonders ruhigen Momenten auf einen Anruf vorbereite. Doch an solchen Tagen, an denen ich nur darauf warte, kommt er grundsätzlich nie.
Hätte Adam den Anruf nicht mitbekommen, hätte ich mich heute vielleicht sogar erfolgreich drücken können und der nervösen Anspannung in mir Luft machen können.
Für gewöhnlich hilft mir dabei nur eine besonders intensive Sporteinheit, mehrere Stunden auf dem Bike oder Sex.
Der Sport fällt auf einer Halloween-Party wohl flach und da sowohl Summer, als auch Ivy anwesend sein werden, werde ich es wohl kaum schaffen, heute Abend eine Frau aufzureißen. Ich kann mich noch viel zu gut an die Vereitelung meines Versuches letzte Woche erinnern.
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At First Smile
ChickLitAuf einmal ist Keith überall. Sein Duft steigt mir in die Nase und ich meine die Berührung seines Körpers auf jedem Zentimeter meiner Haut brennen zu spüren. Unsere Beine sind ein einziger Knoten, doch ich bekomme gerade so viel geordnet, dass ich s...
