Ich hörte ein leises Piepen neben meinem Ohr, es wurde immer lauter bis ich das Gefühl hatte, dass mein Kopf gleich explodieren würde.
Als ich die Augen öffnete, blendete mich das grelle Leicht und alles wirkte so sauber und hell.
War ich im Himmel?
Aber als sich meine Augen besser an das Licht gewöhnten merkte ich, dass das hier alles andere als der Himmel war. Ich lag in einem Krankenhaus.
In meinem Arm steckte eine Nadel, ich spürte eine Art Schiene auf meiner Nase, mein Kopf war verbunden und mein ganzer Körper schmerzte.
Hatte Ardy mich hier her gebracht? Wie hätte er mich überhaupt gefunden? Und wieso hatte er sich eigentlich so viele Sorgen gemacht? Ich glaube er hat sogar geheult.
Ich setzte mich vorsichtig auf und biss die Zähne zusammen, ich musste mich auf das Bein stützen das eine von diesen Nutten mit ihrem Fuß zerdeppert hatte.
Wenigstens war ich alleine in meinem Zimmer, ich hatte ein riesiges Fenster, wodurch in eine perfekte Sicht nach draußen hatte, wo es gerade allmählich zu nieseln begann. Ich hatte anscheinend auch ein Bad, einen Fernseher und einen Stuhl neben meinem Bett, wo gerade jemand einen nettes Nickerchen zu machen schien. Ziemlich cool.
Ehhhmmmm... warte, jemand macht ein Nickerchen? Neben mir?
Verwundert betrachtete ich die schlafende Person auf dem Stuhl, es war Taddl. Wahrscheinlich hatte Ardy ihn benachrichtigt, oder so. War ja auch eigentlich egal, Hauptsache er ist hier.
Ich wollte zu ihm hin, ihn in den Arm nehmen, froh sein das ich das alles überlebt hatte, aber diese dämliche Nadel steckte ja immer noch in meinem Arm. Ohne groß darüber nachzudenken, schloss ich meine Finger um den kleinen Griff und zog sie mit einem Ruck hinaus. Ich lass mich hier doch nicht zum Krüppel machen!
Voller Schmerzen stolperte, ich auf Taddl zu, ungünstiger Weise war ich anscheinend noch zu erschöpft den meine Beine gaben auf halben Weg nach. Mit einem lauten Knall, landete ich auf dem Boden und brach mir fast das Steißbein. Durch den Krach wurde auch Taddl wach.
,,Was machst du denn, da?" ,fragte er mich verschlafen.
„Yoga" ,sagte ich ironisch und hievte mich wieder hoch wobei ich mich an meinem Bettpfosten festhalten musste. Mein Bein lag bereits fast wieder auf meinem Bett als Taddl mich grob auf seinen Schoß zog.
„Was soll der Scheiß" ,rief ich und stöhnte laut auf als meine Wunden allmählich wieder aufgingen: „Das tut weh!".
„Ich weiß" ,flüsterte Taddl leise und legte meinen Kopf an seine Brust.
Okay, gaaanz normal. Ich meine ist ja nicht so als ob ich nicht schon mal in so einer Situation war. Na gut, doch.
Mein Atem ging schneller meine Nase schmerzte wieder und ich bekam schreckliche Kopfschmerzen.
„Taddl" ,ich stieß ihn von mir: „Es wäre sehr nett wenn du mich irgendwie wieder in mein Bett schaffen würdest!"
Ich versuchte nicht gleich wieder aus zu flippen, was sich aber als weit aus schwieriger herausstellte als ich dachte.
Taddl senkte den Blick: „Ist gut". Dann hob er mich Braut like hoch und legte mich vorsichtig ins Bett.
„Was ist passiert" ,er setzte sich neben mich.
„Nichts besonderes, 'ne kleine Schlägerei! Ist ein bisschen ausgeartet...." ,sagte ich lässig, am besten er wusste so wenig wie möglich.
Er hob die Augenbraue: „'Ne KLEINE Schlägerei? Du hast eine Gehirnerschütterung, eine gebrochene Nase, geprellte Rippen..... muss ich weiter machen?"
Ich schüttelte den Kopf und sah ihm in die Augen. Was wollte er? Mir was aus meiner Krankenakte vorlesen und mir einen Vortrag halten?
Taddl seufzte: „Ich weiß was passiert ist, Leo. Du brauchst nichts zu sagen wenn du dich schämst und....."
„Wieso sollte ich mich schämen" ,unterbrach ich ihn wütend.
Seine Finger verschränkten sich mit meinen: „Niemand wird gerne vergewaltigt....!"
Was? Vergewaltigt?
Angenervt zog ich meine Hand weg: „Ich wurde nicht vergewaltigt, wie kommst du darauf?"
„Du musst dich nicht schämen!" ,wiederholte er und umklammerte meine Schultern.
Ich verdrehte die Augen: „Junge, das war Barbie und ihre Clique!"
Taddl riss die Augen auf. War der jetzt etwa überrascht? Keine Trauer? Keine Wut?
Ich bl ick nicht mehr durch, wer hat nochmal gesagt Frauen seinen kompliziert?
„Man Taddl" ,seufzte ich genervt: „Schau nicht so, es könnte mir schlimmer gehen!"
Er machte den Mund auf aber mein Handy unterbrach ihn. Ich nahm es vom Nachtisch und hob ab!
„Hallo?"
-Wo bist du?-
„Baba?"
-Ja, ja, Baba. Wo steckst du? Oder noch wichtiger: bei WEM steckst du? Hallo, antwortest du mir mal bitte. LEONIE.-
Er schrie und schrie, so aufgeregt hatte ich ihn ja noch nie erlebt.
„Baba, mir geht's gut, wirklich"
-Wieso, machst du denn so was?-
„Baba....."
Ich hörte wie er schniefte:
-Was wenn du tot wärst? Was wenn du bei deiner Mutter wärst?-
„Es tut mir Leid. Ich konnte nicht anrufen ich war auf den Weg nach Hause und da ist was dazwischen gekommen, so was kommt nie wieder vor. Ich verspreche es!"
„Im Krankenhaus, ich rufe dich nachher nochmal an. Tschüss Baba!"
-Warte, Leo, was......
Doch ich legte einfach aus und schmiss das Handy so weit weg es ging!
Ich war fast da dagewesen .Ich hab sie schon gespürt ihre Stimme gehört und ihr Lachen.
Mama.
Wo bist du?
Lass mich nicht alleine, komm zurück!
Mir stiegen die Tränen in die Augen, aber ich wollte die Fassung nicht verlieren. Nicht vor Taddl.
Der starrte mich die ganze Zeit an und kaute auf seiner Oberlippe herum. Ich wollte mit ihm reden und lachen, aber die Tränen verstopften meine Kehle.
Taddl drückte sich an mich und strich mir über den Rücken.
„Hör auf damit alles runter zu schlucken, wann hast du das letzte Mal geweint, hm? Lange her, oder? Seid dem Tod deiner Mutter nicht mehr!"
Woher wusste er davon?
„Weißt du manchmal brauchen wir das, wein einfach mal. Es hilft, vertrau mir!"
Vertrauen? Die letzte Person der ich wirklich vertraut habe war meine Mutter. Ich will nicht weinen? Ich bin ein Fels, der Fels meiner Mutter.
Aber ich will es wieder tun, ich will die Wärme spüren, die nassen Tropfen die meine Wange entlang flossen.
„Weinen, Leo" ,forderte mich Taddl erneut auf.
Meine Hände umschlangen seinen Hals. Die erste Träne rollte meine Wange entlang. Die erste Träne seid über zwei Jahren.
Dann fing es an, ich schniefte und heulte. Stotterte unverständliches Zeug und meine Nase lief. Taddl blieb die ganze Zeit ruhig, legte meinen Kopf auf seine Schulter, wischte mir Tränen vom Gesicht und sprach mir gut zu.
Er hatte Recht, ich brauchte das. Ich sollte ihm vertrauen. Es war viel zu lange her.
Dieser Junge bringt mich noch um....
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Wo bist du? (Taddl FF)
FanfictionLeonie ist 16 und zieht nach dem Tod ihrer Mutter, mit ihrem alleinerziehenden Vater nach Köln. Auf ihrer neues Schule muss sie ich dann auch noch in den Schwarm der Schul-Schlampe verlieben. Was ihr sehr viel Ärger einbringt. Von Stress, zu Schmer...
