Ich konnte den Blick nicht von ihm wenden. Wie gebannt starrte ich ihn weiter an, und regte mich nicht mehr.
-Flashback-
Ich drehte mich auf dem Bauch um sie besser ansehen zu können. Sie war wunderschön. Ihre langen Haare fielen ihr wellig über den Rücken, wärend ihre Finger nur so über die Tasten glitten.
Sie spielte das Stück zu ende und blickte mich freudenstrahlend an. "Das war wunderschön Mami!" rief ich freudig. "Danke Prinzessin" plötzlich nahm sie ein Blatt zur Hand. "Ich habe eine Melodie komponiert" sofort war mein Interesse geweckt "Spiel es mir vor!" verlangte ich sofort.
Nickend drehte sie sich wieder zum Klavier und positionierte das Blatt. Ihre zarten Hände legten sich wieder auf die weißen Tasten. Ohne zu zögern begann sie zu spielen. Es war das schönste Lied das ich je gehört hatte.
Jeder Ton war perfekt.
-Flashback ende-
"Hey, was ist los?" aufgeschreckt blickte ich in zwei graue Augen die mich besorgt musterten "Nichts, nichts, ich..." schnell sah ich wieder zum Klavierspieler "Er spielt wirklich gut" murmelte ich leise. "Ja, ich habe noch nie jemanden so spielen hören" bestätigte er mir, und hob ebenfals den Blick.
"Ich schon" fügte ich in meinen Gedanken hinzu. Der Typ spielte das Lied zu ende. Ein gejubel brach aus, während die Leute ihm Münzen zuwarfen. Ohne aufzusehen sammelte er hastig das Geld vom Boden. Schnell löste ich mich aus meiner Starre und kämpfte mich nach vorne. Ohne zu zögern ließ ich einen Schein auf den Boden fallen.
Sobald er alles hochgehoben hatte, verschwand er in der Menge. Fragend sah ich in die Richtung in der er verschwunden war. Warum hatte er nicht aufgeblickt? Warum verschwand er immer?
Meine Füße machten sich selbständig. In der nähsten Sekunde rannte ich los. "Bella!" hörte ich Lennox hinter mir rufen "Wo willst du hin?" doch ich ignorierte ihn und kämpfte mich weiter durch die Menge.
Doch er war weg.
"Bella, bleib stehen" eine kräftige Hand packte mich, und drehte mich herum. "was ist los?" ich schüttelte den Kopf. Doch irgendwie war etwas an meiner Fassade kaputt. Die Tränen begannen mir über die Wangen zu strömen.
Er zog mich zögernd an sich. Und zu meiner Überraschung schlug ich ihn nicht weg. "Gehen wir" flüsterte er bestimmt und zog mich mit. Ich schluchzte weiter. Es kahm alles über mich in diesem Moment. Und das alles wegen diesem Typen!
"Was ist los?" fragte Lennox wieder und drückte mich auf eine Bank. Ich allerdings konnte nicht reden. Was hätte ich den auch sagen sollen. "keine Ahnung wieso, aber dieser Typ spielt genau so gut Klavier we meine Mutter, und das hat mich so aus der Fassung gebracht dass ich sogar weinen muss" das würde doch erbärmlich klingen.
Also saß ich schweigend neben ihm, doch sobald ich mich wieder unter Kontrolle hatte, erhob ich mich und lief los. Lennox folgte mir schweigend durch die Dämmerung.
Mein Ziel war einfach sein Auto zu erreichen, doch plötzlich nahm ich etwas aus dem Augenwinkel war. Verwundert blieb ich stehen. Unter einer Brücke lag eine Frau mit Kind, anscheinend obdachlos. Ihnen wurde eine große Tasche voller Essen überreicht.
Der Kerl schien ja nicht nur gut Klavier spielen zu können, sondern auch ein großes Herz zu haben.
Ich konnte genausehen wie das Gesicht der Frau zu strahlen begann, ehe der Kerl wieder um die nähste Ecke verschwand. Ihm zu Folgen wäre sowieso sinnlos, denn er war ziemlich flink. Also ging ich stattdessen auf die Frau zu. Als ich direkt vor ihr stand hob sie verwundert den Blick. Mein Blick war anscheinend mal wieder zu eisig, den ihr Gesichtsausdruck wurde ängstlich.
"Keine Angst, ich will Sie nur etwas fragen" beruhigte ich sie schnell, und kniete mich zu ihr nieder. "Was den?" wollte sie leise wissen. "Wer war dieser Typ gerade?" fragte ich ruhig. Sie atmete hörbar aus, anscheinend hatte sie verstanden dass ich nichts von ihr wollte. "Ich weiß es nicht" antwortete sie.
Ich starrte sie an. Sie musste doch etwas wissen! Wer gab denn einer wild Fremden eine ganze Tasche voller Essen?
"Er hat mir noch nie geantwortet, und noch nie mit mir geredet. Ich habe sein Gesicht bis jetzt auch noch nicht sehen können, weil sein Haar immer alles verdeckt und auch weil er immer zu einer späten Stunde kommt" redete sie weiter "aber er kommt regelmäßig und bringt Essen mit, und das nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Obdachlosen" ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen "er ist ein guter Mensch" schloss sie ab.
Ich richtete mich wieder auf, und verarbeitete ers einmal diese Informationen. "Danke" sagte ich der Frau. Mein Blick glitt zum Baby. Ohne zu zögern zückte ich einpaar Scheine und legte sie vor ihr auf den Boden. Sie sah mich mit großen Augen an "Danke dir" als Antwort nickte ich nur knapp und drehte mich um.
Ich hatte ganz vergessen dass Lennox auch noch da war, erst als ich auf seinen fragenden Blick traf, bemerkte ich ihn wieder. Er hatte die ganze Zeit hinter mir gestanden zugesehen. "Warum interessiert dich dieser Typ so sehr?" fragte er nach einer Weile.
Ich überlegte was ich antworten sollte, doch irgendwann entschied ich mich für die Wahrheit "Ich bin ihm schon letzte Woche auf der Straße begegnet, und seitdem ist er ständig in meinen Gedanken." Lennox antwortete nicht. Als ich ihn fragend ansah, war sein Haltung angespannt, wärend sein Kiefer kaum merklich malmte.
Lennox p.o.v.
Nach einer Weile stellte ich endlich die Frage, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge lag "Warum interessiert dich dieser Typ so sehr?". Ich sah wie sie kurz überlegte "Ich bin ihm schon letzte Woche auf der Straße begegnet, und seitdem ist er ständig in meinen Gedanken.".
Okay, damit hatte ich definitiv nicht gerechnet.
Ich versuche jeden Tag ihr näher zu kommen und schaffe es nicht, und irgendein dahergelaufener Kerl geht ihr nicht mehr aus dem Kopf? Was soll die Scheiße?!
"Alles gut bei dir?" erst jetzt merkte ich wie mein Körper sich angespannt hatte "Ja, gehen wir nach Hause?" fragte ich sie, und versuchte dabei eine ruhige Stimme zu behalten. Sie nickte.
Doch zum dritten mal an diesem Abend blieb sie stehen. Wenn schon wieder dieser Typ aus dem nichts erschienen war, dann würde ich ausrasten. Doch eine lallende Stimme, die mir ziemlich bekannt vor kahm ertönte.
Nun war es Bella die sich anspannte "Wenn haben wir den da?" lachte die Stimme und näherte sich uns, inklusive betrunkenen Gefolge.
Ich wollte gerade noch sagen, Bella sollte sie einfach ignorieren, doch sie marschierte schon unbeirrt auf die Betrunkene zu.
xxxxx
Wer ist wohl das schon wieder?
Und ist es Zufall dass Bellatrix immer auf den Typ trifft?
(oder ist es das gute alte Schicksal?)
DU LIEST GERADE
Schattenseite
Mystère / Thriller"Wie heißt du, Prinzessin?" seelenruhig stieß er den Rauch seiner Zigarette aus. Ich betrachtete ihn kühl "Nenn mich Bella" antwortete ich ruhig. Sein Grinsen wurde breiter "Bella, also die Schöne?" ich lehnte mich zurück ohne meinen Blick von ihm...
