Das Festmahl vor Katy ließ ihren Bauch nur noch lauter Knurren. Sie hatte sich in einem Badezimmer verwandelt und die Sachen angezogen, die Hale ihr geistesgegenwärtig nachgebracht hatte. Als sie gehört hatte, dass das Essen fertig war, konnte sie einfach nicht anders, als herunter zu stürmen, als ihr klar wurde, wie groß ihr Hunger war. Ihr gegenüber saß Alice, welche über etwas lachte, was Brandon gesagt hatte. Hale hatte neben Katy Platz genommen und das störte sie gerade weniger. Durch die neue Verbindung zu ihm war seine Nähe für sie angenehm, es löste ein leichtes Prickeln aus und sie fühlte sich seltsam geborgen. Sie schüttelte innerlich den Kopf und verdrängte den Gedanken, ehe sie sich wieder auf die Realtiät konzentrierte. Tara setzte sich gerade als letzte an den Tisch, welchen sie selbst gedeckt hatte, mit Alice hilfe. Höflich wartete Katy ab, bis es los ging, auch wenn sie etwas unruhig war, da sie sich wie ausgehungert fühlte. Hale bemerkte dies und schmunzelte leicht.
"Lasst es euch schmecken", eröffnete Tara das Essen und alle stürzten sich förmlich auf das Essen, wie ein Rudel ausgehungerter Wölfe.
Normalerweise war sie niemand, der sehr viel aß, doch heute hatte sie eine erstaunliche Menge Essen verdrückt. Womöglich lag das daran, dass sie in der Nacht so viel gelaufen war oder aber an ihrem neuen wölfischen Ich, doch darüber machte sie sich keine Gedanken, denn die anderen aßen mindestens genauso viel, wenn nicht sogar mehr, wie in Hales Fall.
"so nun erzähl schon wie ist es gewesen?", durchbrach Alice neugierige Stimme die Stille und sie sah Katy aufgeregt an. Diese hielt inne, die Gabel hab zum Mund geführt, ehe sie leicht mit den Schultern zuckte.
"Es...man kann es nicht beschreiben. Es fühlt sich...so frei an", versuchte sie vage zu erklären, denn es war wie sie sagte, unbeschreiblich. Hale brummte zustimmend neben ihr und ihre Härchen im Nacken stellten sich auf. ohne es bewusst zu wollen, rutschte sie minimal näher zu ihm. Den anderen schien es nicht aufzufallen, Hale allerdings fixierte sie mit seinen Augen, ehe ein sanftes Lächeln seine Lippen umspielte, welches seiner Gefährtin sagen sollte, dass es okay war. Innerlich sprang er vor Freude in die Luft und sein innerer Wolf brummte wohlig und stimmte nun wohl auch zu, ihr Zeit zu gehen, sie würde sich allein an ihn wenden, da war er sich sicher. Trotzdem konnte er den Blick nicht von ihr wenden, denn selbst bei so etwas simplen wie essen sah sie wunderschön aus.
Sie ist einfach wunderschön
Diese vier Worte drangen in ihren Kopf und die angenehme Tonlage hallte in ihr wider, sodass sie vor Schreck das Besteck fallen ließ. Das Klirren schreckte alle auf um sie anzustarren, doch sie sah nur irritiert zu Hale, welcher erst besorgt, dann irritiert dreinblickte, ehe sein Gesicht sich aufhellte und ein breites Grinsen sich darauf ausbreitete.
Du hörst mich
Sie zuckte zusammen und wich leicht zurück.
Was zum..was will er von mir? Wie macht er das?
Beruhig dich Katy, alles ist gut. Wir Wölfe können uns so verständigen, hauptsächlich in Wolfsgestalt, aber bei der Familie und Soulmate geht es auch in Menschenform
Sie sah ihn immer noch mit großen Augen an, war aber weniger ängstlich als vorher. Fasziniert sah sie in seine leuchtenden Augen und fragte sich, ob sie ihm wohl einfach so nahe kommen durfte. Hale erging es nicht besser, er musste sich zurückhalten, um nicht seine Arme um sie zu schlingen.
Dadurch bemerkte keiner von beiden, wie sie immer noch von allen anderen am Tisch angestarrt werden.
"Sie können schon miteinander über den Link reden?", fragte Alice erstaunt und Brandon nickte bestätigend.
"Das ging schnell, aber es ist nicht ungewöhnlich, dass Gebissene ihren Mate eher hören als die anderen, auch wenn ich glaube, dass es bei ihr auch bald soweit sein wird", mutmaßte ihr Freund und Alice nickte, ehe sie grinste.
"Die beiden sind hin und weg voneinander, wenn Hale nicht so ein phänomenales Arschloch gewesen wäre, wäre es perfekt für sie"
"Leider ja, aber so ist unser Hitzkopf nunmal, außerdem bist du genauso hin und weg von mir"; Brandon senkte nach diesen Worten den Kopf, um seiner Mate tief in die Augen zu sehen, welche voller Liebe lächelte.
"Absolut."
Am frühen Abend, sie wollte eigentlich gleich unter die Dusche gehen, wandelte sie sich wieder ungewollt. Missmutig schüttelte sie ihr Fell, ehe sie zur Tür lief, welche ein Spalt offen war. Auf dem Dorfplatz spielten kleine Wölfe miteinander, haschten sich und zwickten sich spielerisch. Wenig weiter hing eine Frau ihre Wäsche auf, während eine andere auf der Erde kniete und Unkraut zupfte. Im Wald raschelte es und das Fell einiger Wölfe, wahrscheinlich Jugendliche, die einander trafen, zeigte sich.
Plötzlich erhob sich ein Stimmengewirr und Katy riss den großen Kopf hin und her, um den Ursprung zu finden, doch niemand schien es wahrzunehmen. Wurde sie verrückt? Mit großen Schritten lief sie Richtung Wald, die Welpen sahen ihr nach.
Schau, Schau, unsere Luna!
Ist sie das echt? Bist du dir sicher?
Ja! Ich hab sie gestern Nacht im Wald gesehen. Mama hat gesagt, sie passt jetzt auch auf uns auf
Wie cool!
Katy starrte die beiden kleinen an und erst dann begriff sie, dass sie sie nur in ihrem Kopf gehört hatte, wie Hale. Aufgewühlt sprang sie in den Wald, als immer mehr Stimmen sich dazu gesellten. Anscheinend wandelten sich einige Wölfe, sie sah ihre Blicke und fühlte ihre Neugier.
RUHE. Wandelt euch und lasst sie in Frieden, erhob sich eine mächtige Stimme unter ihnen und plötzlich wurde es ruhiger. Sie sah zwischen die Bäume und lief auf den grauen Wolf zu. Sie stupste ihn als Dank leicht an und seine warmen, goldenen Augen musterten sie wohlwollend. Sie schnurrte und ehe sie sich es versah, vergrub sie die Schnauze in seinem Fell. Er legte behutsam den großen Kopf auf sie und brummte beruhigend, was ihr mehr als gefiel. So konnte es bleiben.
DU LIEST GERADE
Herz Des Mondes
WerewolfOhne Gedächnis wachte Katy auf, nachdem sie alles verloren hatte, ihre Familie, ihr Zuhause, ihre Identität. Mit ihren Umzug nach Fairwood fängt ein neues Leben an, doch schon nach kurzer Zeit merkt sie, das nichts ist wie es scheint, als sie auf...
