R O S E
„Es war echt fantastisch, dich kennengelernt zu haben."
Amy warf sich um meinen Hals. Ich umarmte sie schmunzelnd.
„Ja. Die Freude ist ganz meinerseits"
Amy war ziemlich aufgedreht, wie schon den ganzen Abend.
„Du hast meine Nummer, kannst dich ja mal melden."
Ich nickte und verabschiedete mich noch von dem Rest der Leute, die noch hier waren. Im Laufe des Abends hatte ich Lukes Freunde näher kennengelernt. Sie waren teilweise ziemlich schräg, aber auf eine positive Art.
Luke gab mir meine Jacke in die Hand und hielt mir die Tür auf. Uns kam ein frischer Windstoß entgegen. In den letzten Stunden war es ordentlich abgekühlt. Ich zog meine Jacke weiter zu und vergrub meine Hände in meinen Taschen. Die Straßen waren wie leergefegt. Es war keine Menschenseele zu sehen.
Wir liefen die Straßen entlang und redeten ab und zu miteinander. An meinem Haus angekommen, blieben wir stehen.
„Danke.", unterbrach ich die kurzanhaltende Stille.
Luke lächelte mich an.
„Nichts zu danken. Ich fand's schön."
Ich nickte zustimmend. „Ja, fand ich auch."
Ich fuhr mir unsicher nur mein Haar.
„Okay, man sieht sich."
„Ja, man sieht sich.", wiederholte ich seine Worte.
Ich hob meine Hand leicht und drehte mich dann um, um die Haustür aufzuschließen. Luke lief die Einfahrt heraus und vergewisserte sich, dass ich im Haus war, dann setzte er seinen Weg fort und lief zu sich nach Hause. Ich schloss die Tür wieder und schloss meine Augen für einen kurzen Moment.
Was war das denn bitte für eine komische Verabschiedung?! Ich schüttelte meinen Kopf über mich selbst. Was hätte ich auch machen sollen? Nichts wäre angemessen gewesen. So lange kannten wir uns auch nicht.
Ich machte mich fertig und legte mich dann schlafen. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass es schon fast halb vier war. Ich wunderte mich, dass wir so lange dort geblieben waren. Die Zeit war wie im Flug vergangen. Glücklicherweise war morgen Samstag und ich musste erst gegen Mittag arbeiten. Ich starrte an die Decke, an Schlafen war trotzdem nicht zu denken. Ich verarbeitete die heutigen Geschehnisse und ließ alles noch einmal revue passieren.
-'-
Die Glocke über der Tür erklang und kündete einen neuen Besucher an. Ich war gerade dabei eine Bestellung aufzunehmen und gab dem Kunden den Kassenbon in die Hand, mit den Worten, dass ich gleich mit der Bestellung zum Tisch kommen würde. Ich schloss für einen kurzen Augenblick die Augen und atmete tief durch. Dann widmete ich mich dem nächsten Besucher.
Bevor ich hochschauen konnte, legte die Person vor mir los.
„Ich hätte gerne Information zu gestern Abend. Ach, und dazu eine Tarte au Chocolat mit einem Cappuccino."
Mein Blick wanderte hoch zu der Person, die den letzten Satz heruntergerattert hatte. Ein kurzweiliges Grinsen schlich sich auf mein Gesicht und mein gegenüber legte den Kopf schief.
„Der Kuchen und Ihr Cappuccino kommen sofort. Hier ist ihr Kassenbon. Sie können sich schon einen freien Platz aussuchen."
Hailee schob einen Barhocker nach hinten und nahm dort platz, sodass sie vorne am Tresen saß und mich im Blick hatte.
„Ich bleibe hier sitzen, wenn es Ihnen recht ist", antwortete sie.
Ich nickte grinsend, schnappte mir eine Bestellung und lief durch das Café, um einem Kunden die Bestellung zu geben. Ich lächelte höflich, wünschte einen guten Appetit und verschwand wieder. Dass mein Lächeln total aufgesetzt und überhaupt nicht echt war, bemerkten die Leute hier nicht. Es lag nicht daran, dass ich meinen Job nicht mochte. Ich war ziemlich zufrieden mit ihm, denn es machte mir echt Spaß, hier zu arbeiten. Es war ein kleines, schnuckeliges Café. Es wurde immer gut besucht, was daran lag, dass es hier mit den besten Kuchen der Stadt gab, dazu lag es noch ziemlich zentral. Doch ich hatte heute einfach nicht die nötige Energie.
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Phase
Fanfic„Ich dachte du wärest nur so eine Phase wie Midlife Crisis.“ idea by @maliksaffair cover by @TryToCatchDreams
