,,Hier, die musst du immer anhaben, wenn du dich hier befindest'' sagte Eddie und überreichte mir eine weiße Maske, bei der nur die Augen und der Mund zu sehen waren. Für die Nase gab es nur zwei kleine Löcher.
,,Wozu?'' fragte ich.
,,Um deine Identität zu schützen. Alle Handlanger müssen hier eine tragen. Hat man dich noch nicht aufgeklärt?'' antwortete er fragend.
Ich schüttelte nur den Kopf.
,,Wenn wir uns im Training befinden, kann man sie ab und zu abziehen - das habe ich so entschieden. Aber sobald jemand kommt, musst du sie wieder aufsetzen'' klärte er mich weiter auf.
,,Training?'' entfuhr es mir.
,,Das Training ist dafür da, um euch zu stärken, damit ihr euch auch im Ernst und Einzelfall selbst schützen könnt'' antwortete er.
Die Maske hatte ich inzwischen auf und es war ein verdammt merkwürdiges Gefühl.
,,Handlanger dürfen hier nur schwarze Kleidung tragen, was du zum Glück schon anhast'' bemerkte er.
,,Und was soll ich jetzt machen?'' fragte ich ahnungslos. Im selben Moment kam jemand anderes herein. Er trug ebenfalls so eine Maske.
,,Du kommst genau richtig. Hier hab ich jemanden für dich, den du etwas einarbeiten kannst'' rief er zu ihm und schaute mich wieder an.
,,Du kannst ihm vertrauen. Halte dich einfach an ihn und dir wird her nichts geschehen - sollte es zumindest nicht'' sagte er und ging.
Ich starrte den anderen nun an. Er hatte einen Eimer abgestellt und schaute mich ebenfalls an.
,,Bist du neu hier?'' fragte er mich, woraufhin ich stumpf nickte.
Er hielt mir seine Hand hin, die ich entgegennahm.
,,Ich bin Dream. Jeder hat hier einen ausgedachten Namen, wegen des Identitätsschutzes, aber du kannst mich Clay nennen, wenn wir unter uns sind'' stellte er sich vor.
Als der Name Clay fiel, erstarrte ich in meiner Position und verkrampfte augenblicklich.
Ich konnte ihm unmöglich sagen, wer ich war. Er würde mich hassen, verachten - dafür, dass ich ihm gefolgt war und mich nun hier befand. Ich würde nicht mehr die Chance haben herauszufinden, was genau das hier war und wieso er hier war.
,,Nenn mich blue'' brachte ich es hervor. Wieso ich mich für blue entschied? Blau war meine Lieblingsfarbe. Ziemlich einfallslos, aber etwas anderes fiel mir auf Anhieb nicht ein.
,,Okay, blue. Dann lass uns mal an die Arbeit'' Er nahm den Eimer wieder und lief voraus.
Er lief den Gang entlang, noch eine kleine Treppe hinunter und in einen anderen Raum oder eher gesagt Knast artigen Raum.
Auf dem Boden war überall eingetrocknetes Blut. In der Ecke sah ich einen Typen liegen, der total verunstaltet aussah. Es verschlug mir die Sprache und ließ mich beinah übergeben.
,,Keine Sorge, an diesen Anblick wirst du dich noch gewöhnen'' kam es von Clay, der anfing den Typen zu versorgen.
,,Wir müssen sie versorgen, damit sie uns nicht abkratzen. Jedenfalls so lange uns Malco damit beauftragt'' fuhr er fort.
,,Schaffst du es, das Blut da aufzuwischen?'' fragte er mich. Ich nickte zögerlich, schnappte mir den Lappen aus dem Eimer und fing an, das Blut aufzuwischen, nachdem er mir Handschuhe gegeben hatte.
Während ich das Blut aufwischte, konnte ich nicht glauben, was hier eigentlich passierte. Wo zum Teufel war er hier und wieso in aller Welt tat er das? War das der Grund, weshalb er sich mit Nick gestritten hatte?
Nachdem wir dort fertig waren und uns in einem anderen Raum befunden hatten, in dem er den Eimer entsorgte, wollte ich ihn unbedingt auf das alles hier ansprechen, doch ich konnte nicht.
Er stellte den Eimer zur Seite, drehte sich um und lief somit beinah in mich hinein, da ich mich nicht fort bewegt hatte.
Er starrte mir direkt in die Augen, als er seinen Kopf etwas zur Seite neigte.
,,Sag mal, kennen wir uns?'' fragte er nach.
,,Nein'' antwortete ich sofort.
,,Hm...ich könnte schwören diese Augen schon einmal gesehen zu haben'' sagte er.
,,Vielleicht sind wir uns auf der Straße schon einmal begegnet oder so'' Ich kratzte mir nervös am Hinterkopf.
,,Naja wie auch immer, wir sind hier fertig für heute. Du kannst also gehen''
Ich schaute ihn nachdenklich an.
,,Gehst du nicht?'' fragte ich.
,,Nein, ich wohne hier''
Meine Augen weiteten sich. Er wohnte hier? Was das sein Ernst?
Keine Ahnung, wie ich ihm morgen in der Schule in die Augen schauen sollte, ohne all das hier vor mich zu haben. Es war grausam, mehr als grausam.
Ich konnte das nicht einfach alles so stehen lassen, er musste hier weg - dringend!
In was auch immer ich hier hineingeraten war, ich musste ihm hier raushelfen. Dazu musste ich jedoch erst mehr über diesen Ort herausfinden und darauf achten, mich nicht zu verraten.
Dieses Kapitel sollte gestern Abend eigentlich noch kommen, aber bin eingeschlafen...😂
DU LIEST GERADE
Mayfairs
FanfictionIn der Highschool ist man nicht mehr, als irgendein Teenager, der angeblich noch keine Ahnung davon hat, wie die Welt da draußen tickt. Clay weiß es. Besser als alle, die sich im selben Alter befinden, denn da er Waise ist und keine andere Wahl hat...
