George's PoV
Seit zwei Tagen war ich nicht mehr in der Schule.
Seit zwei Tagen konnte ich Clay auch nicht mehr erreichen.
Seit zwei verdammten Tagen machte ich mir Sorgen um ihn und hatte keine Ahnung wo er war.
Ich schrieb ihm, rief ihn an, doch weder antwortete er mir, noch nahm er ab.
Nachdem ein weiterer Tag vergangen war, konnte ich endlich wieder in die Schule. Nick wartete am Tor auf mich. Während ich zu ihm lief, schaute ich mich um, ob Clay irgendwo zusehen war, doch natürlich war er das nicht.
,,Was ist mit dir denn passiert?'' fragte er mich.
,,Huh?'' entfuhr es mir. Ich hatte vergessen, dass ich einen Verband um meinen Dickschädel trug.
Er deutete darauf und wartete darauf, dass ich ihm erzählen würde, was passiert war.
,,Bin hingeflogen'' entgegnete ich ihm. Er neigte seinen Kopf zur Seite und schaute mich irritiert an.
,,Verarschst du mich?''
,,Nein?'' antwortete ich etwas skeptisch.
Plötzlich haute er mir vor den Kopf.
,,Au, wofür war das denn?'' fragte ich ihn.
,,Wollte nur sicher gehen, dass deine letzten drei Gehirnzellen fürs geradeaus laufen noch funktionieren'' antwortete er.
Wir betraten die Klasse. Sofort fiel mein Blick zum Platz von Clay, doch er war nicht da.
,,War Clay die letzten Tage hier?'' fragte ich Nick. Als ich ihn auf Clay ansprach, schien er wie erstarrt zu sein.
,,Nein'' antwortete er stumpf und setzte sich hin. Irritiert starrte ich ihn an und setzte mich ebenfalls hin.
Clay war also nicht hier?
,,Er hat mir alles erzählt'' hörte ich ihn plötzlich sagen. Noch völlig ahnungslos schaute ich ihn von der Seite an.
,,Was meinst du?'' fragte ich.
,,Was in seinem Leben vor sich geht...'' murmelte er. Meine Augen weiteten sich. Natürlich fragte ich mich sofort, ob er auch von mir somit wusste. Bisher hatte er aber keine Anzeichen gegeben.
,,Er war bei dir?'' fragte ich.
,,Ja vor drei Tagen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr wiedergesehen'' antwortete er.
,,Hat er sonst noch etwas gesagt?'' fragte ich dieses Mal skeptischer nach.
,,Nein wieso?'' Nun schaute er mich irritiert an.
,,Weißt du etwas, was ich nicht weiß?'' fragte er. Ich hätte ihn nun anlügen oder die Wahrheit sagen können. Da Nick aber zu einem sehr guten und engen Freund von mir wurde, entschied ich mich für die Wahrheit.
,,Er hat meinen Part bei der ganzen Sache wohl ausgelassen'' antwortete ich also.
,,Was?'' entfuhr es ihm verwirrt.
,,Was hast du denn mit all dem zu tun?'' Er sprach so laut, dass die anderen uns womöglich hätten hören können.
,,Ich erzähle es dir gleich''
Nachdem ich ihm auch alles von mir erzählt hatte, schien er wohl zu verstehen, woher diese Verletzung an meinem Kopf stammte.
,,Hat er dir gesagt, dass er geht?'' fragte er mich, doch ich hatte keine Ahnung, wovon er sprach.
,,Wohin geht?'' fragte ich verwirrt.
,,Du wirst mich womöglich nie wieder sehen und das ist auch gut so, vertrau mir bitte'' ertönte seine Stimme in meinem Kopf. Nun verstand ich, was er damit meinte.
Ruckartig hob ich meinen Rucksack auf, der auf dem Boden stand und schaute Nick an.
,,Hat er dir gesagt, wohin er geht?'' fragte ich ihn.
,,Nein wieso? Was hast du vor?''
Ich antwortete ihm nicht mehr und verließ das Schulgelände.
,,George!'' hörte ich ihn meinen Namen rufen, doch ich musste mich sofort auf die Suche nach Clay machen.
Ich lief die Straße entlang, eigentlich so gut wie jede Straße in der Hoffnung auf ihn irgendwo zu treffen, doch nirgends war er.
Der Rucksack fiel mir von der Schulter und landete in einer Pfütze.
Vor Wut und Verzweiflung trat ich ihn weg.
Ich kramte mein Handy aus meiner Hosentasche und wählte seine Nummer.
,,Geh dran, verdammt...geh einfach dran...bitte...'' nuschelte ich vor mich hin, während ich mir durch die Haare mit zittriger Hand fuhr.
Der Anruf beendete sich, da er nicht heranging. Erneut wählte ich seine Nummer.
Ich war kurz davor, auch mein Handy fünf Meter weit fliegen zu lassen.
,,Du verschwendest deine Flatrate'' ertönte plötzlich Clay's Stimme vor mir. Da ich auf dem Boden in der Hocke kniete, hatte ich ihn nicht sofort gesehen.
Ich richtete mich auf und ließ mein Handy langsam von meinem Ohr ab.
Fassungslos starrte ich ihn an.
Das ✨Drama✨ hebe ich mir fürs letzte Kapitel auf. 😎
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Mayfairs
Hayran KurguIn der Highschool ist man nicht mehr, als irgendein Teenager, der angeblich noch keine Ahnung davon hat, wie die Welt da draußen tickt. Clay weiß es. Besser als alle, die sich im selben Alter befinden, denn da er Waise ist und keine andere Wahl hat...
