Teil16

2.5K 76 0
                                        

während mir nur ein Satz durch den Kopf spukte: Es ist meine Schuld!

Ich hätte auf sie aufpassen müssen, hätte mehr machen müssen, hätte nein sagen müssen. Ich habe versprochen auf sie aufzupassen. Sie starb und es war meine Schuld. Ich habe meine kleine Schwester auf dem Gewissen! Ich konnte Stacy beschützen, warum nicht auch sie?

Tränen rannten mir über meine Wangen. Ich musste mir die Hand auf den Mund schlagen, damit mich niemand heulen hörte. Verdammt, warum musste das jetzt wiederkommen, nach 3 Monaten! Mia ist schon seit 7 Jahren tot, wieso wird der Schmerz immer noch schlimmer?

Ich muss wieder ins Haus..., fiel mir ein. Shit, ich wusste ich würde es bereuen. Gebrochen ließ ich mich am Baumstamm auf den Boden fallen. Ich bin zu fertig für den Scheiß. Ich bin tot-müde, verletzt und kurz vor einem Zusammenbruch, wenn jemand nur noch einmal das Wort Schwester oder Bruder sagt.

Meine Augen fest zu gedrückt ließ ich die Tränen versiegen und beruhigte meine Atmung. Ich kann mir einen scheiß Zusammenbruch nicht leisten. Nicht jetzt. Ich bin so nah dran! In 2 Monaten habe ich Geburtstag. Dann bin ich 18 und alles ist vorbei.

Ich atmete tief durch und schlich mich an den Jungs vorbei nach oben in mein Zimmer. Die Jungs sahen sich weiter einen Film an, was mir ganz gelegen kam. Als ich meine Tür hinter mir schloss entwich mir ein kleiner Seufzer und wollte mich auf mein Bett schmeißen, doch da fand ich gerade eine schlafende Schönheit vor. Das ist nicht wahr! Werde ich denn jetzt wirklich von jedem zu Boden getreten?!

„Oh verdammt! Das ist doch nicht wahr." Fluchte ich und warf die Hände in die Lüfte.

Stacy schien wenigstens tief und fest zu schlafen und keine Probleme zu haben. oh Gott... ich will auch endlich schlafen! Meine Augen fielen mir schon fast zu und meine Muskeln machten ebenfalls schlapp. Ich brauche Kaffee und zwar ganz schnell!

Stöhnend drehte ich mich wieder um, um runterzugehen. Toll, ich komme nicht sehr weit mit meinen schwachen Beinen, ich bin viel zu müde, aber ich darf auch nicht schlafen, weil ich sonst Stacy aufwecken würde. Wie wärs? Ich schmeiße jetzt einfach alle raus? Ich meine streng genommen sind sie nicht meine Freunde und Stacy scheint es auch zum größten wieder gut zu gehen. Außerdem ist die Polizei gerade dabei diese wiederlligen Typen, die Stacy fast vergewaltigt haben zu finden und spätestens dann ist alles wirklich vorbei. Vielleicht sollte ich Kate anrufen und ... nein, dass geht nicht sie macht sich nur wieder sorgen und dann darf ich nicht zur Arbeit und ich brauche meinen Job. Die Polizei kriegt das schon hin, dafür sind sie ja schließlich da. In meinem Leben kann auch gar nichts einfach oder ruhig sein, oder?

Als ich die Treppe endlich runtergeklettert bin fand ich die meisten Jungs schlafend auf der Couch oder auf dem Boden wieder und der Rest sah sich wie gebannt den letzten Teil von Harry Potter an. Erleichtert schlich ich in die Küche und machte mir einen schwarzen Kaffee und gleich einen zweiten, als ich den ersten in einem Zug runtergeschluckt habe.

„Du solltest Mal einen Entzug machen oder schlafen gehen!" meinte jemand hinter mir.

ich „Was machst du hier?"

Der blonde Typ vor mir runzelte die Stirn: „In deiner Küche oder deinem Haus?" fragte er.

Ich schmunzelte und streckte ihm die Zunge raus. Logan lachte kurz und schüttelte den Kopf. Dann kam Cole und Matt rein, welche ebenfalls meinen Kaffee skeptisch musterten.

„Ach lasst mich in Ruhe!" sagte ich nur und trank weiter meinen Kaffee.

„Anstatt Kaffee zu trinken, könntest du auch einfach schlafen!" meinte Cole und Logan kicherte kurz vor vorgehaltener Faust. Jetzt nicht wahr, warum interessiert die das auf einmal?

„Ich muss noch was erledigen!" log ich einfach.

„Um drei Uhr morgens?" fragte Matt skeptisch.

Ich zuckte mit den Schultern, was gleich wieder zu einem ziehenden Schmerz in meiner Schulter führte. Mist, ich muss damit aufhören! Das nächste Mal bitte ich darum, dass man mir ins Bein schießt... Ich bin nicht einmal im Außenteam oder so und trotzdem habe ich das Gefühl, ich bin öfter verletzt, als die!

Plötzlich klingelte mein Handy. Stöhnend sah ich drauf. Zeit für Medikamente!

„War das gerade wirklich ein Wecker?" fragte Logan ungläubig.

Wieder zuckte ich mit den Schultern: „Ich habe doch gesagt, dass ich zu tun habe! Geht schlafen!" fügte ich zum Schluss noch hinzu und verschwand nach oben ins Zimmer neben dem meinem.

Am Schreibtisch schaltete ich die Lampe an. Diese beleuchtete den im Verhältnis kleinen Raum. Der Boden war aus Holz und die Wände im Erdton gestrichen. Hier war nichts bis auf den Tisch ein großer Drehstuhl und viele Regale mit Büchern und Statuen, doch in eins der Bücher habe ich ein Loch reingeschnitten, um meine Tabletten darin zu verstecken.

Bevor ihr irgendetwas komisches denkt, es sind Schmerztabletten und Blutverdicker. Ich soll die Tabletten vor allem nehmen, wenn ich länger nicht mehr geschlafen habe. Was soll man sagen, Jack kennt mich halt. Es hat Vor- und Nachteile mit seinem Arzt befreundet zu sein, wobei es differenziert, wann es Vorteilhaft ist, wenn der Arzt weiß, dass man eher weniger schläft.

Ich nahm jeweils eine Tablette von beidem und schluckte sie mit meinem Kaffee runter, auch wenn ich wusste das das eigentlich keine gute Idee war. Danach ging ich wieder nach unten, wo ich wenigstens niemanden vorfand. Die Jungs sind wahrscheinlich alle schlafen gegangen. Halleluja! Keine Fragen mehr. Gott liebt mich vielleicht doch noch!

Den Rest der Nacht verbrachte ich damit zu versuchen nicht einzuschlafen, was allerdings immer schwieriger wurde... Am Morgen dann verschwanden alle. Stacy wollte Anfangs nicht, aber es war Montag, wir mussten also wieder zur Schule. Oh man, ich habe mich noch nie darüber so gefreut.

Mit einem weiteren Kaffee in der Hand, meinem Rucksack über der Schulter ging ich aus dem Haus und zu meinem Auto. Ich fuhr extra etwas langsamer als sonst. Die Hälfte meines Blutes bestand wahrscheinlich schon aus Kaffee, daher sollte ich nichts herausfordern. Während der Fahrt begann ich breit zu lächeln, jetzt wird alles wieder wie vorher! Nicht das es vorher sonderlich besser war, aber jetzt habe ich keine nervigen Fragen am Kopf und kann endlich schlafen!

Ein Kampf ums LebenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt