Keine Ahnung wie lange wir so da standen, bevor er sich von mir trennte, was mir wirklich nicht gefiel. Das warme Gefühl das ich hatte verschwand schlagartig, genau wie das Gefühl von Sicherheit und ... Heimat. Cole sah mich durch seine blauen Augen an und legte auf einmal eine Hand auf meine Wange. Automatisch beschleunigte sich mein Atem und genau in dem Augenblick fiel eine meiner Haarsträhnen aus meinem Zopf in mein Gesciht, was ihn irgendwie zum lächeln brachte. Ich beobachtete ihn wie er sie mir hinter mein Ohr strich und plötzlich seine Stirn an meine lehnte.
Was zur Hölle geht hier ab? Oh Gott, Stacy wird mich hassen und für eine ihrer Schlampen Freundinnin halten. Sofort zuckte ich wie unter Strom zusammen und wich zurück. Wie ist das überhaupt passiert? Ihn schien das aber nicht richtig zu kümmern, er sah mich nur verwirrt und verletzt an, dass ich zurückgewichen bin.
Eine Weile starrte ich ihn einfach nur an und suchte nach etwas das ich sagen könnte, aber ich fand nichts. Ich drehte mich um und verschwand ins Badezimmer. Oh verflucht!
Den Rest des Tages versuchte ich ihm aus dem Weg zu gehen, was auch ziemlich gut gelang, da er mit Kyle weiter need for speed zockte, während der Rest von uns Spiele spielten und rumquatschten. Trotzdem schweiften meine Gedanken und meine Blicke zu ihm ab und Cole schien es nicht anders zu gehen, denn ab und zu kreuzten sich unsere Blicke oder ich spürte seine in meinem Rücken. Ich bekam dann immer Gänsehaut und ein prickelndes Gefühl im Bauch. Man kann sich also vorstellen, dass ich heilfroh war als wir gegen eins endlich schlafen gingen. Zumindest habe ich mich so lange darüber gefreut, bis mir einfiel, dass ich ja jede Nacht Albträume hatte. Wie konnte ich das vergessen? Wieso musste ich andauernd immer wieder was vergessen?
Die Jungs waren inzwischen schon auf der Couch eingedüst. Stacy und ich deckten sie noch schnell ab und verschwanden nach oben, wo sie mir mehr oder weniger glücklicherweise ein Angebot machte.
"Ich habe keine zweite Matratze, aber weil Cole ja unten schläft kannst du in seinem Zimmer schlafen oder bei mir auf der Couch, aber die ist halt etwas klein, müsstes dich reinquetschen."
Hallelujah! Ich bin gerettet! "Ich glaub dann nehme ich das Bett, wenn das in Ordnung ist!" sagte ich so bemüht gleichgültig wie möglich. Wär echt nicht gut gelaufen, wenn sie einen meiner Albträume mitbekäme. Sie ist ja so schon verängstigt.
"Klar, durchmachen können wir ja eh nicht, weil morgen noch Schule ist, sonst hätten wir noch Unsinn machen können."
Ich lächelte sie an: "Vielleicht beim nächsten Mal!"
Plötzlich begann sie zu strahlen: "Auf jeden Fall!"
Wir wünschten uns noch eine gute Nacht und verschwanden dann ins jeweilige Zimmer. Cole hatte ein großes Zimmer, eine großen Schrank, einen überfüllten Schreibtisch mit einem Laptop und ein großes Bett. Hatte er komplexe? Warum musste alles so groß sein? Auf seiner Kommode lagen zwei Bilder. Eines von ihm und seiner Schwester, als beide noch jünger waren. Er hatte sie Huckepack genommen und beide schienen förmlich mit der Sonne um die Wette zu strahlen. Das andere Bild war von ihm und seinen Freunden. Logan, Matt, Kyle.... Eine andere Tür führte in ein seperates Bad. Am liebsten wäre ich da auch noch reingegangen, aber ich wollte nicht rumschnüffeln und aufdringlich wirken.
Ich zog mich um und legte mich in sein wirklich gemütliches Bett. Mein Kopf versank beinahe in seinem Kissen und plötzlich wurde ich von seinem Duft umgeben. Ich kuschelte mich in seine Decke und driftete langsam in einen vorerst ruhigen Schlaf.
Mitten in der Nacht haben die Albträume dann wieder angefangen. Ich träumte von Joe, wie sie weinend neben mir aus dem Mund blutete und nach meiner Hand versuchte zu greifen, bevor ich nach hinten gezogen wurde und plötzlich im Krankenhaus bei meiner kleinen Schwester war. Ich sah noch meinen Bruder wie er einfach dastand und sie sterben sah, während ich an einem Stuhl gefesselt nur zusehen konnte und dann... Dann saß ich plötzlich auf einer Wiese. Meine Eltern, meine Schwester, Joe, Jen, sogar Stacy, Cole und die anderen Jungs waren da. Es war schön, witzig. Irgendwann verblasste dieser Traum dann und ich wurde von einer großen friedlichen Leere verschluckt.
Am nächsten Morgen wurde ich schließlich von der Sonne geweckt, was mich verwunderte. In den letzten Jahren hatte ich noch nie so gut geschlafen. Vielleicht sollte ich öfter bei Stacy übernachten? Langsam schlug ich meine Augen auf. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es erst sieben Uhr war, noch zwei Stunden bis ich wirklich aufstehen müsste, dank dem lieben Gott fällt nämlich Mathe wieder aus. Ich gähnte und streckte mich, nur um einen Körper neben mir zu spüren. Noch müde drehte ich mich um erschrak kurz. Cole lag neben mir und hatte seinen Arm ausgestreckt, damit ich darauf liegen konnte. Ich starrte ihn erschrocken an und wollte zurückweichen, da legte er seinen zweiten Arm um mich und zog mich wieder zurück.
Keine Ahnung wieso, aber ich ließ es zu. Ich kuschelte mich weiter an seine Brust und machte meine Augen wieder zu. Sein Duft umhüllte mich und das Gefühl von Geborgenheit und wärme stieg wieder in mir auf. Ich atmete ihn tief ein und versuchte ihn mir so gut es ging einzuprägen. Doch plötzlich begann mein Handy zu klingeln und ich zuckte sofort wiederzusammen und drehte mich um. Was zum Teufel? Widerwillig streckte ich meine Hand nach dem Handy aus, doch bevor ich es erreichen konnte griff Cole nach meinem Arm und zog ihn zurück. Mein Herz begann wie verrückt zu rasen. Wie lange ist er schon wach?
"Wer auch immer es ist kann warten." brummte er in mein Haar, woraufhin ich auch gleich eine Gänsehaut bekam.
Ich schloss meine Augen und versuchte mich zusammen zur reißen: "Niemand ruft wegen nichts so früh an!" meinte ich und wollte meine Hand befreien, aber vergebens. Cole zog mich nur näher zu sich, woraufhin ich beinahe vergaß zu atmen.
"Vielleicht ist es mein Boss!" protestierte ich weiter.
"Mir egal, niemand sollte so früh anrufen." meinte er und das Handy hörte auf zu klingeln. Wenn es noch einmal anfängt zu klingeln wäre es ernst. Dann müsste ich wirklich rangehen, aber bis dahin....
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Ein Kampf ums Leben
Teen FictionMit neun Jahren verlor sie ihre Eltern. Mit 10 ihre kleine Schwester. Ihr großer Bruder ließ sie im Stich und ihr Erziehungsberechtigter hat sie nur adoptiert, um seinen Freund zu decken, der sie fast vergewaltigt hätte. Ihre beste Freundin starb un...
