Der Arzt fragte mich wo genau mir der Arm weh tat, und ich deutete auf den Bereich am Handgelenk.
"Wenn du willst können wir es noch röntgen, aber es sieht für mich so aus, wie wenn du es verstaucht hättest", erklärte er mir und tastete es vorsichtig ab. Da ich mir ja schon einmal etwas gebrochen hatte, konnte ich die Schmerzen unterscheiden und beschloss nicht zum Röntgen zu gehen.
Nachdem der Arzt mir noch ein paar Fragen gestellt hatte, ging er und ich war mit meiner Mutter wieder alleine.
"Ich war also schon fast einen ganzen Tag ohnmächtig?", fragte ich sie entsetzt.
"Wir hatten alle solche Angst, ich war die ganze Nacht im Krankenhaus. Mira wollte zuerst auch bleiben aber heute ist ja Schule, dann haben wir uns darauf geeinigt, dass sie heute Mittag kommen darf und von den Hausaufgaben befreit wird. Marcus und Martinus wurde es nicht erlaubt in ein öffentliches Krankenhaus zu gehen, somit mussten sie zurück ins Hotel. Deinem Vater habe ich schon angerufen und bescheid gesagt. Er war ziemlich aufgewühlt und wollte zu dir nach Deutschland fliegen. Leider hat sein Chef ihm verboten, seine Geschäftsreise zu unterbrechen. Du kennst ja Herr Soyphner, immer hinter dem Geld her! Ich soll dir aber ganz viele liebe Grüße von deinem Vater ausrichten und wenn es dir wieder einigermaßen besser geht, darfst du ihn auch gerne anrufen", erzählte sie mir und ich seufzte. Ich mochte Herr Soyphner nicht, er war immer so unfreundlich und sein Lächeln war so gruselig. Bei ihm lächelte nur der Mund, doch seine Augen sagten etwas ganz anderes, etwas Böses.
Ich würde meine Vater auf jeden Fall noch anrufen, am besten jetzt gleich.
"Kann ich mein Handy haben?", fragte ich deshalb meine Mutter.
"Ja klar, ich hab dir auch noch zwei Bücher, ein Rätselheft und dein Englischbuch mitgebracht", sie ging zu dem großen Schrank und öffnete ihn. Ich erkannte, dass er in zwei Teile unterteilt war. Links ein Regal und rechts eine Stange mit Kleiderbügeln, die schon von meinen Sachen besetzt waren. Meine Mutter griff in das Regal und nahm die vorhin aufgezählten Dinge heraus wedelte mit den Dingen stolz hin und her und legte sie wieder ins Regal zurück.
Dann reichte sie mir mein Handy.
"Möchtest du dir vielleicht erst etwas anderes anziehen?", fragte sie mich gleichzeitig. Erst da fiel mir auf, dass ich meinen Schlafanzug anhatte. Ich nickte nur und setzte mich auf. Mir wurde wieder leicht schwindelig, doch es war auszuhalten.
Nachdem ich mich fertig angezogen hatte, entsperrte ich mein Handy und entdeckte 18 Nachrichten. Einige waren von Mira, ein paar aber auch von Yasmin, Lucia und Viola, meinen Klassenkameradinnen. Ich laß mir die Nachrichten durch - sie wollten alle wissen, wie es mir ging. Schnell schrieb ich ihnen eine kurze Antwort.
Dann suchte ich den Namen meines Vaters im Telefonbuch und rief ihn an. Es klingelte dreimal, dann nochmal dreimal und nochmal, aber niemand nahm ab. Enttäuscht legte ich mein Handy wieder weg.
Ich hasste Herrn Soyphner, er gab meinem Vater nie Zeit irgendwas mit uns, mit mir, zu machen. Wenn wir Glück hatten, konnten wir uns zweimal im Jahr sehen, an Weihnachten und an seinem Geburtstag, doch es gab auch schon Jahre, in denen wir uns gar nicht gesehen haben, leider.
Meine Mutter sah mich mit ihrem er-hat-nicht-abgenommen-oder-Blick an und setzte sich dann auf die Kannte meines Bettes. Sie sah mich mitleidig an, wie sie es schon so oft getan hatte und wie jedes Mal versuchte sie mich zu trösten.
"Irgendwann hat er Zeit und dann gibt er sein Handy nicht mehr her, dann kann Herr Soyphner tun was er will, Papa wird so lange mit dir reden bis dein Akku leer ist!", sagte sie aufmunternd.
"Ich muss mal kurz wohin", meinte sie dann, zwinkerte mir zu und verschwand im Badezimmer.
Da ich nicht wusste, was ich nun tun sollte, holte ich das Rätselheft aus dem Schrank und blätterte etwas darin herum. Als meine Mutter wieder kam, setzte sie sich an den Tisch und trank aus einer Tasse, die ich vorhin gar nicht bemerkt hatte. Plötzlich vibrierte ein Handy. Schnell schnappte ich mir mein Telefon, in der Hoffnung es wäre mein Vater, doch es war nicht mein Vater, überhaupt klingelte mein Handy gar nicht. Deshalb sah ich zu meiner Mutter, die in ihrer Handtasche herum kramte. Sie zog ihr Handy heraus und tippte kurz darauf herum. Dann sah sie kurz zu mir und schien zu überlegen.
"Wer war das?", fragte ich sie.
"Ach, ist nicht so wichtig!", sagte sie und lächelte. Ich sah aber, dass es kein richtiges Lächeln war.
"Sag schon!", sagte ich deshalb misstrauisch.
"Es ist wirklich nicht wichtig Schatz. Hat Mira dir denn schon geschrieben?", wollte sie vom Thema ablenken, doch ich ließ nicht locker.
"Mama, sag jetzt wer das war!", sagte ich energisch.
"Ich hätte jetzt einen Friseurtermin gehabt, aber der ist nicht so wichtig, ich hab ihn schon abgesagt", gab sie schließlich nach.
"Wieso gehst du nicht hin?", fragte ich meine Mutter, da wir die Friseurin persönlich kannten und meine Mutter gerne zu ihr ging.
"Ich bin lieber bei dir, ich bekomme bestimmt ganz schnell einen neuen Termin'', sagte sie und nahm meine Hand in ihre. Sie war warm, sowie ich sie kannte. Im Gegensatz zu mir hatten meine Eltern warme Hände, das war schon immer so und würde vermutlich auch so bleiben.
"Du musst doch jetzt nicht die ganze Zeit bei mir sein, ich bin doch nicht sterbens krank, außerdem darf ich morgen schon wieder nach Hause!", widersprach ich ihr und drückte ihre angenehme Hand. Meine Mutter atmete einmal hörbar auf und sah mich an.
"Bist du dir sicher?", fragte sie. Nun wusste ich, dass ich sie überredet hatte und warf ihr nur einen mahnenden Blick zu, worauf sie sich ein Lächeln verkniff.
"Na dann, ich komme heute Abend wieder, soll ich dir noch etwas mitbringen?", sagte sie während sie aufstand.
"Hm, nein, eigentlich brauche ich nichts", überlegte ich.
"Wenn etwas passiert oder dir doch noch etwas einfällt, ruf mich einfach an", sagte sie zum Abschied, drückte mir einen Kuss auf die Stirn und verließ mein Krankenzimmer.
Ich starrte jetzt bestimmt schon 5 Minuten auf mein Handy und überlegte, ob ich meinen Vater noch einmal anrufen sollte oder nicht. Schließlich legte ich es wieder weg, da er ja sowieso noch nicht ran gehen würde. Ich angelte mir das Rätselheft und schlug es auf. Nachdem ich bemerkt hatte, dass in diesem Zimmer kein Stift vorhanden war, legte ich es wieder beiseite und starrte an die Decke. Ich hatte im Moment keine Lust zu lesen.
Schon nach kurzer Zeit wurde mir zu langweilig, da ich alle Ecken der Decke erkundet hatte. Also griff ich doch nach den Büchern und musste feststellen, dass ich beide erst vor kurzem gelesen hatte. Schlecht gelaunt schlug ich eins auf und begann zu lesen.
Schnell wurde ich jedoch abgelenkt, da es an meiner Zimmertür klopfte.
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Marcus und Martinus FF - Das schlimmste Treffen meines Lebens
FanfictionMonis beste Freundin ist ein großer Fan von den Sängern Marcus und Martinus. Moni kann diese jedoch nicht ausstehen! Doch während sie mit ihrer BFF auf einem Konzert der Beiden ist, lernt sie die Stars persönlich kennen. Und wie es der Zufall so wil...
