Schnell legte ich das Buch weg und rief herein.
Erwartungsvoll sah ich zur Tür. Sie ging auf und herein kam eine Krankenschwester. Ich sackte leicht in mir zusammen, da ich gehofft hatte, es wäre Mira, meine Mutter oder sonst jemand aus meinem Freundeskreis.
Die Krankenschwester kam näher und lächelte mich warm an.
"Hallo Frau Alley, wie geht es ihnen?", fragte sie mich mit einer unglaublich hohen Stimme. Ich strengte mich an, mir ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern, was sich als schwierig herausstellte, weil ich traurig über meinen Vater war und ich jetzt gerne woanders wäre, bloß nicht hier in diesem bescheuerten Bett, mit meinen bescheuerten Verletzungen. Ich spürte wie die Wut in mir hoch kroch und versuchte mich schnell wieder zu beruhigen. Nutella, Nutella, Nutella...
Als ich mich wieder unter Kontrolle hatte, sah ich zu der Krankenschwester und antwortete ihr.
"Mir geht es eigentlich wieder ganz gut", das Lächeln der Krankenschwester wurde noch eine Spur breiter.
"Wunderbar, brauchen Sie noch etwas, haben Sie noch irgendwelche starke Schmerzen?", fragte sie mich, obwohl ich fand, dass meine Antwort ziemlich eindeutig war, nämlich dass es mir gut ging und ich somit nichts brauchte. Deshalb schüttelte ich nur den Kopf.
"Sehr schön, eigentlich bin ich auch gar nicht hier, um Sie voll zu quatschen und Sie mit Medikamenten voll zu stopfen, sondern um Sie zu fragen, ob Sie schon fit genug wären, um Besuch zu empfangen. Unten an der Rezeption hat sich nämlich jemand über Sie informiert", erklärte sie mir.
Kurz überlegte ich wer das sein könnte, dann beschloss ich jedoch, dass es mir egal war.
"Ja, ich würde mich über Besuch freuen", sagte ich aufgeregt. Dabei merkte ich nicht einmal, wie sich auf meinen Lippen ein breites Lächeln bildete.
"Toll, dann werde ich ihnen sofort Gesellschaft bringen", sie zwinkerte mir zu, ihre Mundwinkel hatten mittlerweile fast ihre Ohrläppchen erreicht, dann drehte sie sich um und ging aus dem Zimmer.
Nach ungefähr 5 Minuten klopfte es erneut an der Tür und ich rief, sowie vorhin, herein. Gespannt sah ich zur Tür, die sich öffnete. Herein kam Mira.
"Oh Moni, hallo, wie geht's dir? Es tut mir so leid!'', begrüßte sie mich und stürmte auf mich zu. Vorsichtig, als wäre ich eine zerbrechliche Porzellanpuppe, nahm sie mich in den Arm und drückte mich an sich, als wollte sie mich nie wieder los lassen. Glücklich erwiderte ich ihre Umarmung und bettete meinen Kopf auf ihre Schulter.
"Du hast mir ja solch einen Schrecken eingejagt!", murmelte sie leise in mein Haar. Wir rührten uns nicht, wir saßen einfach nur da und hielten uns in den Armen.
Nach Ewigkeiten lösten wir uns langsam voneinander und ich betrachtete Mira sorgfältig. Ihre üblichen Augenringe waren noch einen Hauch dunkler geworden und in ihren Augenwinkeln glitzerte es verdächtig. Nachdem sie jedoch einige Male geblinzelt hatte, war das Glitzern verschwunden.
"Also wie geht es Dir?", zaghaft sah sie mich an.
"Mir geht es wieder gut, ich habe so gut wie keine Schmerzen mehr, aber ich muss noch eine Nacht zur Kontrolle bleiben", ich lächelte meine beste Freundin an, glücklich, dass sie gerade bei mir war.
"Wenn du jetzt jedes Mal ohnmächtig wirst, wenn du Marcus oder Martinus siehst, wird es für dich aber schwer dich mit ihnen zu unterhalten, was du ja tun musst, spätestens wenn ich und Martinus ein Date haben", sie grinste mich an.
Ich boxte ihr leicht gegen die Seite, ich konnte nicht fassen, was sie da eben gesagte hatte! Wollte sie etwa immer noch zu diesen Vollpfosten namens Kotz und Würg!? Das konnte ich einfach nicht glauben! Mir ging einfach nicht in den Kopf, wie man diese grinsenden Hohlköpfe auch nur beim Namen nennen konnte, geschweige denn sie zu mögen oder sogar zu verehren! Und dann machten die auch noch diese schreckliche Musik! Einfach grauenhaft!!! Ich merkte wie mein innerer Ofen langsam auf 180 heizte und versuchte mich schnell zu beruhigen.
Dieses Mal ging es leider nicht sehr gut, da mir bewusst war, dass ich nur wegen Kotz und Würg hier war. Trotzdem gab ich mein Bestes und gaaaaaanz langsam verkroch sich die Wut wieder. Jedoch wusste ich genau, dass diese ganze angestaute Wut irgendwann aus mir herausbrechen würde, wenn nicht noch ein Wunder geschah. Dann wünschte ich niemandem gerade in meiner Nähe zu sein ( so im Umkreis von 10 Kilometern ), ja nicht einmal Kotz und Würg wünschte ich das! Vielleicht sollte ich einfach in die Wüste ziehen, dann wäre ich für niemanden mehr eine Gefahr.
Ich sah Mira an und sah in ihrem Gesicht, dass meine Augen wohl ohne es zu wollen Funken sprühten, obwohl ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Schnell sah ich weg und atmete einmal tief durch. Ich wollte mich beruhigen, doch wenn ich an Kotz und Würg dachte, stieg in mir wieder die Wut auf.
"Tut mir leid, ich wollte dich nicht so verärgern", sagte Mira da plötzlich mit gesenktem Kopf und so leise, dass ich es kaum verstehen konnte.
"Du musst dich nicht entschuldigen, du kannst ja nichts dafür, dass Kotz und Würg so sind wie sie sind. Und du kannst genauso wenig wie ich etwas gegen deine Gefühle tun. Wir haben uns doch schon oft gestritten und uns wieder versöhnt. Du musst dich wirklich nicht entschuldigen, ich akzeptiere deine Meinung und du meine, so haben wir das schon immer geschafft und so schaffen wir es auch dieses Mal. Du bist doch meine kleine Schwester!", zärtlich strich ich Mira über den Arm und lächelte sie an. Da erkannte ich eine Träne, die Mira über die Wange lief und ich war selbst überrascht wie schnell meine Wut verfolgen war. Langsam streckte ich meine Hand aus und strich Mira über die Wange, um ihre Tränen weg zu wischen, doch es kamen immer mehr Tränen. Da nahm mich Mira einfach in den Arm. Ich genoss es ehrlich gesagt, denn wie ich schon sagte, sie war eben meine kleine Schwester.
"So aber jetzt wieder ernst, als deine große Schwester muss ich auf dich aufpassen und deshalb verbiete ich dir dich mit Kotz und Würg zu beschäftigen!", sagte ich ernst, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten und ich ihr wieder in die Augen sah.
"Na, na, na, wie du eben gesagt hast, akzeptieren wir unsere Meinungen und somit darf ich meinen Zielen nach gehen. Mein Ziel kennst du ja", sie lächelte mich verstohlen an und ich verkniff mir ein Grinsen.
Ich wollte gerade ansetzten, etwas zu sagen, als es schon wieder an der Tür klopfte. Mira sah mich fragend an, doch ich zuckte nur mit den Schultern, da ich keine Idee hatte, wer das sein konnte. Also rief ich einfach herein und ließ mich überraschen.
Langsam lehnte ich mich vor um denjenigen oder besser gesagt diejenigen, die nun herein kamen zu identifizieren. Es war nicht meine Mutter, auch nicht die Krankenschwester und auch kein Arzt. Es waren vier Personen. Kotz, Würg und ihre mir nicht unbekannten, bescheuerten Bodyguards.
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Marcus und Martinus FF - Das schlimmste Treffen meines Lebens
FanfictionMonis beste Freundin ist ein großer Fan von den Sängern Marcus und Martinus. Moni kann diese jedoch nicht ausstehen! Doch während sie mit ihrer BFF auf einem Konzert der Beiden ist, lernt sie die Stars persönlich kennen. Und wie es der Zufall so wil...
