Kapitel 4

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Die erste Zaubertrankstunde nahte und Leonie wurde zunehmend nervöser. Beim Mittagessen fiel ihr die Gabel aus der Hand und ihr fiel der Becher Kürbissaft um. "Was ist denn los mit dir?", fragte Sirius irritiert. Leonie schwieg und starrte auf ihre Hände. "Es ist wegen Zaubertränke.", stellte James fest. Zögerlich nickte Leonie, schaute weiterhin auf ihre Hände. "Professor Slughorn wird sicher guten Unterricht machen, außerdem tut der keinem was.", sagte Lily leise. Sie ließ den Fleck Kürbissaft verschwinden. "Und ich bin auch da. Wenn du dich besser fühlst, wir können ja nebeneinander sitzen.", bot die Rothaarige an. Leonie schaute unsicher zu ihrer Freundin auf, doch diese lächelte nur.

Vor Zaubertränke atmete Leonie tief durch. Sie versuchte sich die beruhigende Stimme von ihrer Psychologin in den Kopf zu rufen. Am liebsten wäre es Leonie, wenn diese jetzt hier wäre. Das ging natürlich nicht. Lily und Léna nahmen die Freundin in die Mitte und gingen mit ihr zusammen ins Klassenzimmer. Leonie sah die beiden Mädchen dankbar an. Sie versammelten sich vorne als Pulk und sahen Professor Slughorn abwartend an. Dieser begrüßte die Klasse und stellte sich ihnen kurz vor. Danach ging er mit ihnen die Tränke durch, die vorne auf dem Tisch standen. Lily erklärte und beschrieb Veritaserum und Remus durfte den Vielsafttrank vorstellen. Der Gryffindor wurde dabei einen Hauch rosa. Er und die anderen Rumtreiber hatten vor ein paar Jahren mal heimlich einen Vielsafttrank gebraut, weil sie die Slytherins ausspionieren wollten. Sie hatten Glück, dass sie nicht aufgeflogen waren. "Miss Potter, bitte erklären Sie uns doch den dritten, ebenfalls sehr mächtigen Trank.", bat Professor Slughorn die Schülerin. "Das ist ein Liebestrank. Genauer, Amortentia. Er gilt als der stärkste aller Liebestränke. Er erzeugt natürlich keine wahre Liebe, sondern eine unabweisbare Attraktion, welche nachlässt, wenn die Wirkung des Tranks aufhört.", fing Leonie an zu erklären, nachdem sie vorher einmal durchgeatmet hatte. Sie war es nicht gewohnt, in diesem Fach dran genommen zu werden. Höchstens zum bloßstellen. "Amortentia riecht für jede Person anders, denn er nimmt die Vorlieben der jeweiligen Personen an.", fügte die Gryffindor hinzu. "Für mich riecht er nach Kokosnuss, dem schwarzen See und Kaminfeuer.", sagte Leonie leise. Ihre Mitschüler, vom Trank benebelt, hörten dies kaum. Professor Slughorn legte den Deckel auf den Kessel und sofort kamen alle wieder zu Verstand. "Sehr richtig, Miss Potter.", sagte der Professor und stellte dann den letzten Trank selbst vor. Felix Felicis, auch flüssiges Glück genannt. Sie konnten eine Phiole Felix Felicis gewinnen. Dafür mussten sie den Trank der lebenden Toten brauen.

Sie alle hielten sich an die Anleitung im Buch und mühten sich ab. James schaffte es seinen Trank zum explodieren zu bringen, während Remus' Trank einen Pissgelben Farbton annahm. Lily stand vor einem stark brodelnden Kessel. Ihre Haare standen in alle Richtungen. Léna hing über ihrem Kessel. Ihr Trank hatte einen Giftgrünen Farbton und schoss ihr ins Gesicht. Das Mädchen schrie auf. Ein paar Mitschüler fingen an zu lachen. Irgendwie schaffte Leonie es, dass ihr Trank Dunkelviolett wurde und ruhig blieb, ansonsten kam sie aber auch nicht weiter. Am Ende der Stunde hatte einzig und allein Snape es geschafft den Trank der lebenden Toten zu brauen. Sein Trank war klar wie Wasser und als Professor Slughorn ein Blatt in den Kessel warf, löste dieses sich auf. Der Professor war begeistert und belohnte den Slytherin mit einer Philole Felix Felicis. Missmutig klatschten seine Mitschüler.

Als die Stunde zu Ende war, eilte Leonie aus dem Klassenzimmer. Ihre Freunde sahen zu, dass sie der Gryffindor schnell hinterher kamen. "Leonie, wo willst du hin?", fragte Remus, ein wenig außer Atem. "Zum nächsten Unterricht.", antwortete Leonie schlicht. Dagegen hatte Remus nichts einzuwenden. "Ich habe eine Freistunde und werde zum schwarzen See gehen.", sagte James und verabschiedete sich von den Anderen. "Arithmantik?", fragte Léna leise. Leonie nickte. "Was ihr alles belegt.", seufzte Paul leise. "Ist doch unsere Sache.", gab Léna zurück und hob eine Augenbraue. Leonie fing an leise zu lachen. "Paul hatte noch nie viel für Arithmantik übrig.", grinste die junge Gryffindor. Paul grinste unschuldig und begab sich dann auf die Suche nach Noah. Léna und Leonie fingen an zu lachen. Auch Remus grinste schief.

Am Abend saßen sie zusammen beim Abendessen. "Ausgerechnet Snivellus hat diese Phiole mit flüssigem Glück bekommen.", murrte James. "Du bist ja nur neidisch, weil du zu blöd warst.", fauchte Lily sofort. Sirius brach daraufhin in bellendes Gelächter aus. "Warum nimmst du diesen Schwachmaten weiterhin in Schutz? Er hat dich beleidigt!", entrüstete sich der Gryffindor, ohne auf ihren Vorwurf direkt einzugehen. "Er ist kein Schwachmat! Severus ist ein Junge, der eigentlich sehr bemitleidenswert ist.", zischte die Rothaarige. "Bemitleidenswert trifft es ganz gut, denn scheinbar kann er sich nicht mal Shampoo leisten!", höhnte James. Sirius, der gerade versuchte seinen Kürbissaft zu trinken, prustete los und spuckte seinen Kürbissaft über den Tisch. Zoé, Marlene und Dorcas kicherten leise und Xenia grinste dämlich. Leonie seufzte leise, denn sie wusste was nun passieren würde. "Und du kannst dir keinen Anstand leisten, James Potter!", fauchte Lily, welche rot im Gesicht wurde. Daraufhin stand Lily auf und rauschte aus der Großen Halle. James starrte ihr nach. Léna sah fragend zu Leonie. "Die Beiden streiten sich ständig.", erklärte Leonie leise. "Mein Bruder steht auf Lily, diese kann ihn aber auf den Tod nicht ausstehen.", flüsterte sie ihrer neuen Freundin ins Ohr. Léna fing an leise zu lachen. "Ich finde, die beiden streiten wie ein altes Ehepaar. Die kommen bestimmt irgendwann noch zusammen.", verkündete sie lachend. "Lily und James? Niemals!", protestierte Leonie sofort. "Doch, Lily und James werden irgendwann heiraten, Kinder kriegen und alt und glücklich sterben!", behauptete Léna. James, welcher das gehört hatte, strahlte das Mädchen an. "Lily wird gewiss keine Familie gründen. Lily wird Karriere machen!", sagte Dorcas mit fester Stimme. "Lily ist sehr schlau und wissbegierig. Niemals würde sie ihre Zeit mit einem Idioten wie James Potter verschwenden!", fügte sie noch hinzu. "Ihr werdet euch an meine Worte erinnern, wenn die Beiden zusammen kommen.", grinste Léna und aß weiter. Leonie seufzte schwer und starrte ins Leere.

Leonie ging früh ins Bett, lag allerdings lange wach. Sie fand keine Ruhe, denn in ihrem Kopf spielten die Gedanken verrückt. Die Gryffindor dachte an Lénas Worte und stellte sich vor, wie Lily und James vorm Altar standen und sich das Ja-Wort gaben. Diese Vorstellung war einfach unmöglich! Dorcas hatte Recht, denn Lily würde ihre Zeit niemals opfern, um mit James alt zu werden. Die Freundin wäre froh, sobald sie ihn nicht mehr sehen müsste. Leonie seufzte leise und starrte an die Decke. James hatte Lily eh nicht verdient, denn sie war viel zu gut für ihn. Lily hatte etwas besseres verdient, fand Leonie. Irgendwann schlief sie doch ein, schlief allerdings sehr unruhig. Sie träumte schlecht und wälzte sich deshalb die ganze Zeit im Bett umher.

Endlich komme ich wieder zum schreiben. Wir sind vergangenes Wochenende umgezogen und haben deshalb noch viel zu tun. Aber langsam kehrt wieder etwas Ruhe ein und ich kann mich endlich wieder Leonie und Hogwarts widmen 😊

Nikky

Leonie Dorea Potter II (Harry Potter FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt