Leonie bekam über Nacht Fieber, weshalb sie ein paar Tage im Krankenflügel verbrachte. Sie träumte ständig schlecht und weinte viel. Allerdings hatte sie im Krankenflügel zumindest ihre Ruhe. Professor Dumbledore kam, zusammen mit Professor McGonagall, an einem Abend zu Leonie in den Krankenflügel. "Wie geht es Ihnen?", fragte Dumbledore und sah sie über seine halbmondförmige Brille an. Leonie zuckte mit den Schulter. Sie wollte nicht jammern, schon gar nicht vorm Schulleiter. "Miss Potter, wir haben gehört, dass Sie in letzter Zeit vermehrt Alpträume haben und deshalb kaum schlafen.", setzte McGonagall an. Leonie schwieg und senkte den Blick. "Wir sind der Auffassung, dass Sie Hilfe brauchen. Sie müssen dem allerdings zustimmen, da es Ihnen nur hilft, wenn Sie sich darauf einlassen.", sagte McGonagall ruhig. Leonie zögerte einen Moment. Dann nickte sie leise seufzend. "Also können wir Jemanden hierher bestellen?", fragte Dumbledore nochmal nach. Leonie nickte leicht. "Es ist gut, dass Sie sich helfen lassen wollen, Miss Potter.", sagte McGonagall. Leonie sah sie unsicher an. Die Professorin schenkte Leonie eines ihrer seltenen Lächeln.
Am Abend durfte Leonie den Krankenflügel wieder verlassen. James war bei ihr und ging mit ihr zusammen in die Große Halle. Leonie spürte die Blicke der anderen Schüler auf sich. Natürlich hatte es die Runde gemacht, dass Leonie im Unterricht geschrien hatte. "Hey, wie geht es dir?", fragte Zoé, als Leonie sich zu ihnen setzte. Leonie zuckte mit den Schultern. Lily sah Leonie besorgt an. "Was habe ich verpasst?", versuchte Leonie abzulenken. "Nicht viel. Nur Unterricht.", antwortete Sirius etwas zu schnell. Skeptisch hob Leonie eine Augenbraue. Der junge Black seufzte leise. "Xenia...", sagte er leise. Fragend schaute Leonie ihn an. "Sie hat Lügen über dich verbreitet...", sagte Sirius leise. "Und was genau?", wollte Leonie wissen. James wollte nicht, dass Leonie es erfuhr. "Sie wird es sowieso herausfinden. Spätestens durch unsere Mitschüler.", sagte Sirius. "Sie hat erzählt, du hättest versucht dich umzubringen...", fing Sirius an. "Und sie meinte, du hättest in den Prüfungen geschummelt...", fügte Sirius leise hinzu. "Wenn sie sonst nichts zu tun hat.", sagte Leonie leise und nahm sich ein Glas Kürbissaft. "Stört dich das nicht?", fragte James vorsichtig nach. "Soll sie ihre Langeweile ausleben.", gab Leonie schlicht zurück und nahm sich was zu essen. Das Leonie sich für die Lügen nicht zu interessieren schien, ärgerte Xenia. Sie hatte gehofft, Leonie würde sich darüber aufregen. Dadurch das es Leonie nicht interessierte, interessierte sich auch sonst niemand für Xenias Lügen.
Eines Morgens, im Februar, bekamen Leonie, James und Mailin jeweils einen Brief vom Ministerium. Die Umschläge waren schwarz. Leonie wurde blass. Johanna hatte auch einen schwarzen Brief vom Ministerium bekommen gehabt. Mit zittrigen Fingern öffnete sie den Umschlag und zog ein Blatt Pergament hervor. Mailin und James öffneten ebenfalls ihre Briefe. Johanna wurde blass, beobachtete Leonies Gesicht. Diese begann zu lesen. Ihre Augen wurden feucht. "Leonie?", fragte Johanna leise, fast schon tonlos. "Dad... Er liegt verwundet im Mungos...", sagte Leonie leise. Die Freunde sahen die Potter-Geschwister erschrocken an. "Professor Dumbledore bringt euch bestimmt zu ihm. Ich durfte ja auch zu meinem Dad...", sagte Johanna leise. Leonie nickte leicht. "Dann gehen wir mal zum Schulleiter...", seufzte James und stand auf. "Nicht in der Halle. Fangen wir ihn draußen ab.", meinte Leonie leise und stand ebenfalls auf. Mailin sah ihre Geschwister fragend an. "Die Beiden kennen alle möglichen Abkürzungen und wissen, wie sie dem Schulleiter den Weg abschneiden können, wenn er in sein Büro will.", erklärte Remus leise. Mailin nickte leicht, stand dann ebenfalls auf.
Zu Dritt liefen sie aus der Großen Halle und schafften es, vor Dumbledore an dessen Büro zu sein. "Was kann ich für Sie tun?", fragte er besonnen, als er ankam, und sah die Potter-Geschwister geduldig an. "Als Johannas Dad im Mungos lag, da haben Sie Johanna und ihre Schwester zu ihm ins Mungos gebracht...", fing Leonie an, wusste dann aber nicht ganz, wie sie weiter reden sollte. Der Schulleiter nickte, sah sie geduldig an. "Unser Dad liegt jetzt im Mungos... verwundet...", knüpfte James an. "Natürlich bringe ich Sie zu Ihrem Vater ins Mungos.", sagte Dumbledore, ohne das sie fragen mussten. Die Geschwister sahen den Schulleiter dankbar an. Dann apparierte er mit den Geschwistern zum Mungos. "Charlus Potter erwartet Besuch seiner Kinder.", sagte Dumbledore, als er am Empfang stand. Die Dame schaute auf und musterte die Teenager. Dann nannte sie das Zimmer. Dumbledore bedankte sich und begleitete die Teenager zum Zimmer. Er wartete im Flur.
James klopfte an und öffnete Tür. Nacheinander traten sie ein. "Wie kommt ihr hier her?", fragte Charlus und sah seine Kinder überrascht an. Leonie rannte sofort zu ihm und fiel ihm um den Hals. Der Vater war hatte einen Arm in einer Armschlinge und er hatte sonst auch einige Verletzungen. Allerdings war er bei Bewusstsein und in guter Verfassung. Er legte seinen gesunden Arm um Leonie. "Professor Dumbledore hat uns her gebracht.", antwortete James und setzte sich auf einen Stuhl. Mailin setzte sich auf die Bettkante. "Woher wusstet ihr, dass ich hier bin?", wollte Charlus wissen. "Das Ministerium hat uns geschrieben.", sagte Mailin mit belegter Stimme. Charlus seufzte leise. "Ihr habt euch Sorgen gemacht.", stellte er fest. Leonie nickte. "Mir geht es soweit gut. Ein paar Tage Schonung und ich bin wieder der Alte.", sagte er leise. "Das wird wohl mehr als paar Tage dauern.", stellte James fest. "Ihr braucht euch trotzdem keine Sorgen um mich machen. Ich werde schon wieder.", meinte Charlus. Leonie sah ihn unsicher an. Charlus lächelte seine Tochter liebevoll an. Das Lächeln beruhigte sie, so das sie zurück lächelte. "Ich habe dich lieb, Dad.", sagte Leonie leise. "Ich habe dich auch lieb, mein Engel.", lächelte Charlus. "Ich habe euch alle Drei lieb.", sagte er und sah glücklich zu James und Mailin. Die Ravenclaw strahlte ihren Vater an und James grinste verlegen.
Am Abend, beim Essen in der Großen Halle, saß Mailin mit bei den Gryffindors. "Wie geht es eurem Dad?", erkundigte Zoé sich. "Den Umständen entsprechend gut. Ich hatte schlimmeres befürchtet.", antwortete Leonie. "Er war wach und wir haben lange geredet. Dad hat ein paar Flüche abbekommen, ist aber stabil.", fügte Leonie hinzu. "Wie lange bleibt er im Mungos?", hakte Remus nach. "Bis die Wirkungen der Flüche weg sind.", sagte James leise. "Vermutlich eine Woche, wenn sie es schnell hinbekommen...", fügte Mailin hinzu. "Wird er, wenn er wieder fit ist, weiter als Auror arbeiten?", fragte Léna. Sie sah besorgt aus. Mailin nickte und sah deshalb sehr unglücklich aus. "Ja, und ich bin stolz auf ihn! Dad ist ein geborener Kämpfer. Er hat schon viele Todesser nach Askaban gebracht. Ich hoffe, ich kann irgendwann in deine Fußstapfen treten und ihn stolz machen.", sagte Leonie. Der Besuch hatte ihr Kraft gegeben. Das ihr Vater in guter Verfassung war, hatte sie beruhigt. "Du willst Aurorin werden?", fragte Lily überrascht. "Ja, und dann kämpfe ich zusammen mit Dad und James gegen das Böse.", antwortete Leonie mit fester Stimme. "Die Potter-Auroren.", grinste James. Leonie grinste zurück.
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Leonie Dorea Potter II (Harry Potter FF)
FanfictionDer Krieg wird schlimmer, Leute verschwinden, Gebäude werden zerstört und das Misstrauen wächst. Langsam dringt der Krieg auch durch die Mauern von Hogwarts. Leonie, welche noch die Erlebnisse vom vorherigen Schuljahr zu verarbeiten hat, steht nun n...