Kapitel 14

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Die Freundschaft zwischen Leonie und Xenia war nun vorbei. Schon länger hatte Leonie den Verdacht gehabt, dass jemand aus ihrem Freundeskreis nicht ehrlich war und andere Absichten hatte. Nur hatte sie nicht gewusst wer. Nun wusste sie es, denn es war Xenia. Es hatte sich schnell verbreitet, was genau passiert war. Weshalb Xenia von Léna geschlagen wurde. Was Xenia unverschämtes gesagt hatte. Und das Leonie und Xenia nun keine Freunde mehr waren. Es fiel Leonie schwer, denn sie hatte Xenia einst vertraut.

Der Winter zog sich zurück und machte dem Frühling Platz. Somit stand auch das nächste Quidditch-Spiel bevor. Gryffindor gegen Ravenclaw. Es war ein spannendes Spiel und äußerst knapp. Aber am Ende konnte Gryffindor sich den Sieg einstecken. Die Gryffindors feierten bis tief in die Nacht hinein. Es wurde laute Musik gespielt und es floss viel Alkohol. Leonie landete mit Sirius im Bett. Es ging heiß zur Sache. Am nächsten Morgen war der Kaffeekonsum, am Tisch der Gryffindors, sehr hoch. Zum Glück war Sonntag. Leonie erinnerte sich kaum an die Nacht mit Sirius. Auch der junge Black hatte kaum Erinnerungen an jene Nacht. Allerdings erinnerten sie sich am Abend wieder daran. Sie schwiegen sich an, unsicher wie sie sich nun verhalten sollten. "Was ist los mit euch beiden?", wollte James wissen, dem auffiel wie die beiden die Blicke zueinander mieden. Remus grinste, denn er hatte die beiden Flagranti erwischt. Er wusste somit genau was los war. Leonie schwieg und starrte auf ihre Hände. Sirius schaute auf und blickte James Schuldbewusst an. Dieser schaute verwirrt zurück. "Es tut mir Leid...", sagte Sirius leise. "Was tut dir Leid?", fragte James und hob eine Augenbraue. "Ich war betrunken... Wir waren betrunken... Es ist einfach passiert...", antwortete Sirius stammelnd. Er dachte, James wüsste bereits was war. Dieser hatte jedoch keinerlei Ahnung, was man ihm auch ansah. "Was ist passiert?", wollte James wissen. "Na, was ist wohl passiert?", fragte Remus grinsend. Seine Freunde sahen ihn fragend an. "Ich habe die beiden gestern Flagranti erwischt.", grinste Remus. Leonie wurde knallrot und auch Sirius war es sichtlich unangenehm. James starrte Remus einen Moment verwirrt an. Dann machte es bei ihm Klick. Als er die Blicke von Leonie und Sirius bemerkte, fing er an zu lachen. Verwirrte Blicke trafen den jungen Potter. Dieser fasste sich schließlich wieder. "Wehe, du krümmst meiner Schwester auch nur ein Haar!", stellte James klar. "Das werde ich niemals!", sagte Sirius sofort. "Wenn du ihr das Herz brichst, dann breche ich dir das Genick!", gab James seinem besten Freund zu verstehen. Dieser hob abwehrend die Hände. "Ich hatte nicht vor, Leonie zu verletzen!", versicherte Sirius. "Dann viel Spaß euch beiden.", sagte James schlicht und widmete sich wieder seinem Abendessen. Leonie und Sirius sahen James mehr als nur verstört an. Remus grinste und las weiter in seinem Buch. Um sie herum begann das Getuschel. Leonie und Sirius kamen an jenem Abend jedoch endlich richtig zusammen.

Leonie fing an für ihre Prüfungen zu lernen. Egal was war, sie wollte gute Noten erzielen. Deshalb verbrachte sie mit ihren Freundinnen viel Zeit in der Bibliothek. Sie trafen auf Aurélien, welcher es Vorzug lieber alleine zu lernen. Merkwürdigerweise war er immer genau dort, wo Leonie und ihre Freundinnen auch waren. Die junge Potter hatte ein ungutes Gefühl, traute sich allerdings nicht etwas zu sagen. Die Lieberei zwischen Anna und Aurélien war vorbei, denn Anna hatte sich Hals über Kopf in wen anderes verliebt. Zum ersten Mal war Aurélien verlassen worden. Er schien in seinem Stolz deshalb sehr gekränkt.

Am nächsten Morgen erhielt Marlene einen Liebesbrief. Es stand kein Absender dabei. Fragend schaute sie zu ihren Freundinnen. "Kann man herausfinden wer den geschrieben hat?", wollte Marlene wissen. "Das haben wir bei dem Drohbrief von Mailin schon nicht.", seufzte Leonie. Léna, welche neben Marlene saß, schaute in den Brief. "Der ist von meinem Bruder.", sagte Léna schlicht und widmete sich wieder ihrem Frühstück. Die Mädchen sahen sie fragend an. "Die Schrift ist von meinem Bruder. Würde ich unter tausenden Briefen erkennen.", sagte sie schlicht und zuckte mit den Schultern. Marlene schnaubte leise und zerknüllte den Brief. Aurelien sah es, zeigte allerdings keinerlei Reaktion. Die Freundinnen fingen an zu lachen. "Willst du nicht mit Aurélien nach Hogsmeade?", fragte Zoé ihre Freundin neckend. "Nein! Niemals!", sagte Marlene beleidigt und verschrenkte die Arme vor der Brust. Das brachte die Freundinnen noch mehr zum lachen. "Er wird deinen Korb schon verkraften.", lachte Léna. "Und wenn nicht, dann ist mir das auch egal!", stellte Marlene klar.

Marlene unterhielt sich mit Zoé, Lily, Johanna und Léna. Währenddessen las Leonie im Tagespropheten. Falten legten sich über ihre Stirn. Die Todesser hatten ein Muggelkrankenhaus angegriffen. Drei Ärzte, fünf Schwestern und 11 Patienten verstorben. Darunter auch Kinder. Es war ein Bild vom halb zerstörten Krankenhaus abgebildet. Leonie war fassungslos. Remus las ebenfalls den Tagespropheten und stieß ebenfalls auf den Artikel. Er sah blass zu Leonie, welche ebenso blass zurück schaute. "Wann hat das Ganze endlich ein Ende?", fragte Leonie leise. "Ich weiß es nicht.", antwortete Remus leise seufzend. James reichte Leonie einen Brief. Fragend sah sie ihn an. "Von Dad. Er ist wieder im Außeneinsatz, weiter weg.", sagte James zu Erklärung. Leonie nahm den Brief und las. Es stimmte, was James gesagt hatte. Leonie seufzte leise. Sie wusste, ihr Vater kam bisher immer heile zurück. Allerdings machte sie sich trotzdem Sorgen. Zwar gab gab es nie zu, doch seit Onkel Timothy verstorben war, hatte sie Angst, ihr Vater könnte als nächstes sterben.

In dieser Nacht träume Leonie mal nicht von Hagelkorn, sondern von ihrem Vater. Immer wieder wälzte sie sich umher und murmelte unverständliches Zeug im Schlaf.

Charlus war im Außeneinsatz und kämpfte gegen Todesser. Er kämpfte nun schon länger, denn die Todesser waren deutlich in der Überzahl. Der Kampf zerrte an seinen Kräften, doch aufgeben war keine Option für ihn. Er dachte an seine Frau und seine Kinder. Charlus wollte, dass Dorea sich endlich keine Sorgen mehr machen müsse und das seine Kinder eine bessere Zukunft in Aussicht hätten. Er wusste, der Kampf würde sich lohnen. Also kämpfte er, mit all seinen Kräften. Mittlerweile kämpfte er gegen fünf Todesser auf einmal. Schließlich verlor er den Kampf. Der Todesfluch traf ihn. Er schrie seinen letzten Schrei, dachte an seine Familie, welche er nun zurückließ. Dann fiel er zu Boden und blieb Leblos liegen. Die Potters erreichte ein Brief vom Ministerium. Die Mitteilung, dass Charlus im Krieg gefallen war.

In dem Moment wurde Leonie wach. Sie weinte und war nassgeschwitzt. Ein schrecklicher Traum. Leonie hoffte, sie würde niemals einen solchen Brief erhalten. Sie liebte ihren Vater und wollte ihn nicht verlieren. Die Gryffindor hatte Angst und zitterte ein wenig. Es war dunkel, die anderen Mädchen schliefen. Leise stand Leonie auf, schnappte sich ihren Morgenmantel vom Stuhl und schlich runter in den Gemeinschaftsraum. Dort setzte sie sich auf die Couch vorm Kamin und entzündete mit ihrem Zauberstab ein Feuer im Kamin. Wohlige Wärme breitete sich aus und schließlich schlief Leonie wieder ein.

Leonie Dorea Potter II (Harry Potter FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt