Kapitel 4

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Wir ließen mein Auto vor dem Friedhof stehen und gingen die kleinen Gassen entlang. Louis hielt noch immer meine Hand. Ich lächelte.

Es war mittlerweile mitten am Tag und London war wie immer in heller Aufruhr, da war ich mir sicher. Aber die kleinen Gassen hier waren menschenleer. Nur von weitem konnte man laute Menschenmassen hören.

Immer mehr Tropfen vielen vom Himmel. Aber es fühlte sich nicht unangenehm an. Es war warm. Und irgendwie schön.

"Lou? Wollen wir nicht nach Hause?"

Er grinste mich nur an.

Wir liefen noch sehr lange und kamen dem Stadtzentrum immer näher. Die Gefahr, dass uns irgendein Fan sehen würde und "Larry" verfolgen würde, wurde immer und immer größer. Langsam stieg Panik in mir auf, denn Lou hielt immernoch meine Hand. Was wenn wir entdeckt werden würden und das Larrydrama wieder anfing? Was wenn Lou sich wieder so von mir distanzieren würde?

"Woran denkst du?", riss er mich aus meinen Gedanken. Eine Sorgenfalte hatte sich auf seiner Stirn ausgebreitet.

"Nicht so wichtig."

Er blieb stehen. "Harry."

"Ich will nur wissen, wo du hin willst", log ich.

Er grinste wieder. Er lief wieder weiter und zog mich mit sich. Augen verdrehend gab ich nach und folgte ihm durch den Regen.

Irgendwann wurde er langsamer. Was hatte er vor?

Wir erreichten den Hyde Park. Er drehte sich zu mir und grinste.

"Lou, was hast du vor? Was wenn uns Fans sehen?" Ich hätte mich sofort ohrfeigen können.

Er deutete mit dem Finger nach oben. Ich sah ihn fragend an.

"Der Regen!", sagte er lachend, "bin ich so atemberaubend, dass du den gar nicht mehr spührst?"

Ja. "Ha ha." Ich schnitt eine Grimasse.

Tatsächlich hatte ich den Regen kaum noch gespührt. Mittlerweile war er unheimlich stark und unsere Kleidung war komplett durchnässt.

Louis drehte sich auf dem Absatz um und rannte in den Park. "Lou!", schrie ich, aber er war schon zu weit weg. Ich sah wie er durch den strömenden Regen rannte und tanzte und lachte. Ich musste grinsen und begann, ihm hinterher zu sprinten, bevor er zwischen den Bäumen verschwand.

Ich kam ihm immer näher und hörte ihn glücklich lachen. Auf meinem ganzen Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Ich steuerte genau auf ihn zu. Leider bemerkte er mich zu früh und wich mir aus. Ich schlitterte auf dem nassen Boden an ihm vorbei und versuchte zu bremsen, was mir allerdings nur geling, weil ich ausrutschte und mitten in einer Pfütze landete. Ich hörte wie Louis in schallendes Gelächter ausbrach. Na warte.

Ich kämpfte mich langsam hoch, rutschte aber wieder aus und erneut landete mein Gesicht in der Pfütze. Louis schrie mittlerweile vor Lachen.

Ich sammelte mich kurz und sprang dann auf. "Pass bloß auf!", rief ich lachend in seine Richtung. Er krümmte sich schon vor Lachen und bekam scheinbar schon kaum noch Luft. Das war meine Chance. Ich sprintete auf ihn zu und stürtze mich auf ihn.

Wir beide stürzten auf den nassen Boden und kugelten herum. Wir lachten und wälzten uns durch den Dreck. Langsam beruhigten wir uns wieder und schließlich lag ich halb auf ihm und sah ihm direkt in die Augen. Er hob seine rechte Hand und wischte mit seinem Daumen etwas Dreck aus meinem Gesicht.

Wir beide grinsten über das ganze Gesicht, völlig außer Atem. Ich starrte direkt in seine wunderschönen Augen.

"Danke.", flüsterte ich.

The Moon's blessingWo Geschichten leben. Entdecke jetzt