Ich hielt ihn einfach fest. So nah es ging. Ich spürte, wie sich seine Hände immer wieder an- und entspannten, sich an meinem Rücken in mein T-Shirt krallten und sich sein Kopf an meiner Brust vergrub. Sein Schluchzen brach mir das Herz, und ich zog ihn noch enger an mich – soweit das möglich war. Meine Hand strich sanft über seine federigen Haare und ich presste meine Lippen darauf.
Vorsichtig löste sich Lou ein Stück von mir und seine roten, geschwollenen Augen blickten geradewegs in meine. Eine seiner Hände löste sich von meinem Rücken und strich über meine Wange, während er gequält ein Lächeln aufsetzte. Ich hatte bisher gar nicht bemerkt, dass ich weinte, aber jetzt wo ich die glitzernde Träne auf Lous Daumen sah, brannten die Spuren auf meinem Gesicht wie glühende Lava.
„Wie wärs wenn ich dir erstmal deinen Lieblingstee mache?“, lächle ich ihn an.
Lou schüttelt nur den Kopf. Ich sah ihn verwirrt an. Er schob mich nur wieder runter aufs Sofa, während er sich zu mir runter beugte und ich seine Lippen auf meinen spürte. Der Kuss war nicht feurig und leidenschaftlich wie sonst – eher zart, vorsichtig und voller Liebe. Er löste sich von mir und drückte seine Lippen noch einmal auf meine Stirn, bevor er in der Küche verschwand. „Was hast du vor?“, fragte ich, jedoch bekam ich keine Antwort.
Ich saß einfach auf dem Sofa und spürte plötzlich die Intensität der Kälte um mich herum. Ich fühlte mich allein, dort auf der Couch, so ganz ohne Lous warmen Körper bei mir. Das einzig warme, das ich spürte, waren noch immer die glühenden Tränen auf meinen Wangen. Aber das fühlte sich nicht gut an. Nicht gemütlich, nicht schön, nicht wie zu Hause – so wie Lous Wärme.
Ich wollte gerade vom Sofa hechten und zu Lou rennen, mich in seine Arme werfen, als er aus der Küche zurück kam. In seiner Hand hielt er einen dampfenden Becher. Er hockte sich vor mich und reichte ihn mir. Ich schloss meine Hände darum, froh über die Wärme, die sich in meinen Fingern ausbreitete. Aber es war noch immer nicht die richtige Wärme.
Lou bemerkte, wie ich regungslos in den Tee starrte, und legte seine Hände über meine. Schon breitete sich das warme Gefühl in meinem ganzen Körper aus, das ich so vermisst hatte. Ich sah Lou in die Augen. Uns beiden flossen noch immer die Tränen über die Wangen, aber ich fühlte mich besser.
Ich hatte ihn.
Ich nippte vorsichtig am heißen Tee und erkannte den Geschmack sofort. Es war der, den Mum immer gemacht hatte, um mich aufzumuntern. Der Tee, dessen Zubereitung sie nur Lou verraten hatte.
„Sie hat mir damals aufgetragen, dir den Tee zu bringen, wenn du traurig bist“, sagte Lou leise, „damit du weißt, dass sie immer bei dir ist.“
Ich lächelte.
„Genau wie ich“, flüsterte er jetzt.
Ich sah ihm tief in die Augen. Eine letzte Träne kullerte über seine Wange.
Ich stellte meinen Becher auf den Couchtisch hinter Lou und schlang meine Arme um seinen Nacken. „Danke.“, flüsterte ich. Ich spürte, wie sich seine Lippen sich an meiner Schulter zu einem sanften Lächeln verzogen. „Ich bin so froh jemanden wie dich zu haben, Lou.“ Wir drückten uns eng an einander, in der Hoffnung, wir müssten uns niemals wieder loslassen.
Langsam zog Lou mich von der Couch und wir gingen einige Schritte in Richtung Treppe. Ich spürte wie meine Beine wacklig nachgaben und ich beinahe zu Boden fiel. Zum Glück hielt mich Lou und stützte mich.
„Du brauchst jetzt Ruhe.“, sagte er sanft.
Wir bahnten uns unseren Weg bis nach oben ins Schlafzimmer und er legte mich vorsichtig auf die weichen Kissen.
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The Moon's blessing
FanfictionHarry, Louis, Niall, Liam und Zayn touren durch die ganze Welt und Millionen von Mädchen liegen ihnen zu Füßen. Doch für Harry gibt es nur eine einzige Person, um die sich sein ganzes Leben dreht. Kann er dieses eine Herz für sich gewinnen? Was werd...
