Piszczek x Schmelzer

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Ein ganz großer Dank geht hier an honeybadger26 für die Anregung zu dem OS😊

Es war ein kalter Novembermorgen als man durch die fast ausgestorbenen Straßen von Dortmund lebendiges Lachen wieder hallen hörte.
Langsam hatten sich schon die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont geschlichen und vertrieben die Dunkelheit der Nacht. Doch dies störte die Männer, welche zusammen in der Kneipe saßen, dessen Werbeschild aufgrund der morgendlichen Stunde schon flackernd ihr Licht gelöscht hatte, keineswegs. Sie hatten sich Ewigkeiten nicht gesehen und hatten so viel zu bereden. In diesem Moment war aller Streit und Missverständnisse vergessen.
Sie saßen zusammen mit dem ein oder anderen alkoholischen Getränk und schwelgten in Erinnerungen, beziehungsweise planten neue zu schaffen.

Gerade als sich zwei der Männer in einer heftigen, aber nicht ärgerliche Diskussion verfingen, schlich sich ein Lächeln auf die Lippen des Hellhaarigen. Er fühlte sich so wohl, wie lange nicht mehr. Nichts ließ darauf schließen, dass sich diese sechs Männer jahrelang nicht in dieser Konstellation gesehen hatten. Es waren alle freundlich, friedlich und glücklich.
All das hatten sie sich immer gewünscht und sich dennoch selbst verbaut. Nachdenklich strich er sich über den blonden Bart und musste sich selbst eingestehen, dass er es nicht nur auf die anderen schieben konnte. Auch er hatte Schuld auf sich geladen. Diese trugen sie alle. Aber daran wollte er jetzt nicht denken.
Sie waren jung gewesen und ehrgeizig, viel zu ehrgeizig. Und in seinem Fall auch noch starrköpfig. Ihm war immer schon bewusst gewesen, dass sich selbst Fehler einzugestehen nicht zu seinen besten Eigenschaften zählte, doch erst in den letzten Jahren und fast zu spät erkannte er, was er dadurch fast verloren hatte.
Nämlich die besten Personen, welche er je getroffen hatte. Jeden einzelnen würde er als seinen Bruder bezeichnen und sein letztes Hemd geben, denn sie gaben ihm so unglaublich viel. Nämlich, das wohlige Gefühl angekommen zu sein. Ein Zuhause, indem seine ewig hetzende Seele Ruhe finden konnte. Doch tief in seinem Inneren wusste er genau, dass einen bestimmte Person ihm dieses Gefühl noch intensiver geben konnte, als alle anderen. Er seufzte tief und nahm einen Schluck aus der eiskalten Bierfalsche vor ihm an der schon das Kondenswasser erfrischend kühl herabperlte.

Da empfand er auch schon wieder dieses Kribbeln auf seiner, vom Alkohol erhitzten, Haut. Ein Schaudern durchfuhr ihn, als er zusätzlich den warmen Atem dieses besonderen Menschen an seinem Hals spürte, denn dieser hatte seinen muskelbepackten Oberarm um die Schultern des Kleineren gelegt. "Hey Kuba, keine Zeit zum Träumen. Hier wird endlich gelebt!", erklang die leicht rauchige Stimme seines Landsmannes und ließ Kuba aus seinen Erinnerungen aufwachen.
Er ließ seinen Blick über die ganzen glücklichen Gesichter schweifen, welche nur so mit einem Atomkraftwerk um die Wette zu strahlen schienen. Ja, es war wirklich Zeit zu leben. Jetzt nach ihrer aller Karriereende konnten sie sich fallen lassen.
So sehr sie allen den Fußball geliebt hatten und immer tun würden, hatte er auch Zwietracht und Streit verursacht. Die gute Distanz zum Profisport hatte die Fronten geklärt und einige Zungen gelöst, welche viel zu lange von Enttäuschung gefesselt waren. Glücklich seufzend lehnte er sich an die Rückenlehne seines Stuhls und beobachtet die Szene vor ihm.

Während Marcel sich ungezwungen und mit breitem Grinsen über Mats lustig machte, lag die Hand seines Mannes leicht aber beständig auf seinem Oberschenkel. Es war unglaublich, wie verliebt die beiden noch nach all den Jahren waren. Insgeheim war er zumindest ein wenig eifersüchtig auf die beiden und ihre Beziehung. Er würde gerne auch jemandem so vertrauen können, doch er wusste nicht, ob er das jemals können würde. Wahrscheinlich nicht mehr nachdem, was damals vorgefallen war. Er war nicht mehr wütend oder enttäuscht, aber manche Narben saßen einfach viel zu tief.

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