Waldschmidt x Koch *

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Für FIFA-Broluck
Ich hoffe er gefällt dir trotz der Verspätung.😊

Anmerkung: Die Kaderzusammenstellung ist hier frei erfunden genauso wie Luca's Freundin. Außerdem ignorieren wir bitte einmal, dass es keine Doppelzimmer in der Natio mehr gibt😂

Meinen Kopf lehnte ich gegen das kühlende Fenster des Busses. Gerne würde ich jetzt schlafen können, wie mein Kumpel und Sitznachbar Timo. Dieser hatte sich in seine Trainingsjacke gekuschelt und schlief seit fünf Minuten nach Fahrtbeginn. Bei mir verhinderte dies jedoch das schmerzhafte Pochen meines Kopfes, welches meine Schläfen zum bersten brachte. Nein so jemand wie Timo konnte sich gar nicht in so einen Schlamassel reinreiten, wie ich es mit Bravour geschafft hatte. Er war rational und hatte alles in seinem Leben geplant. Er hatte keine Angst vor dem Trainingslager, da er nicht wusste ob er seine eigenen Gefühle kontrollieren konnte. Dazu kamen noch tausende Gedanken, die viel zu schnell in meinem Kopf hin und her rasten. Immer schneller und schneller. Zudem schienen sich ein Gedanke innerhalb einer Millisekunde in vier Weitere aufzuteilen. Ob es jetzt an den Gedanken lag, dass ich Kopfschmerzen hatte oder an seiner Anwesenheit konnte ich nun wirklich nicht sagen.

Obwohl eigentlich doch. Denn beides war untrennbar miteinander verbunden. Ich sah ihn, es kam das Gefühl auf und über dieses Gefühl dachte ich dann wiederum nach. Jedes mal wenn ich ihn sah kam es wieder auf. Dieses Gefühl was ich nicht zuordnen konnte und doch so sehr mein Leben mitbestimmte. Wenn ich ehrlich war regierten seit damals in meinem Herzen genau zwei absolut gegensätzlichen Zustände. Entweder schlug es immer schneller, raste schon fast, zündete in mir ein Kribbeln an und ließ eine unendliche Wärme in mir entstehen. Oder im gleichen Ausmaß breitete sich ein Schmerz von meinem Herzen ausgehend aus und mein Körper war starr vor innerer Kälte. Ich hasste mein Herz dafür, dass es sich nicht auf einzige Empfindung einigen konnte. Nicht, dass es das einfacher gemacht hätte, nur dieses Gefühlschaos zehrte an meinen Nerven und Kräften. Diese Gefühle waren damals entstanden als es noch ein wir zu geben schien. Es war wie wenn man einen Ball in die Luft wirft. Es gab diese Momente, welche mich auf Wolke sieben brachten, doch genauso schnell wieder hart auf den Boden fallen ließen. Immer wieder tat ich es nur um dieses Wir genießen zu können. Allerdings sind wir plötzlich liegengeblieben und niemand hat uns mehr hochgeworfen. Seit diesem Tag existiert dieses Gefühlswirrwar in meinem Kopf. Ich dachte er hätte absichtlich dafür gesorgt, dass es weniger wurde. Doch ich hatte vergessen, dass wir beide für die Nationalmannschaft aufgestellt werden konnten also auch zusammen.Nun waren alle Gefühle wieder da, als hätten sie sich angestaut und nur darauf gewartet mit ihrer ganzen Wucht zurückzukehren.

Es war hart das wieder zu spüren, was man bis vor ein paar Stunden noch für vergessen oder verdrängt gehalten hatte. Ich musste nur seine Siluette heute morgen auf dem Parkplatz wiedersehen und es war so als wären die letzten Monate nie dagewesen. Ich wollte nicht das er dauernd in meinen Gedanken war. Er hatte diese Aufmerksamkeit nicht verdient. Er war ein verdammtes Arschloch. Oder eigentlich nicht? Nein wirklich nicht. Wir hatten beide mit dem Feuer und seiner Gefahr gespielt aber was konnte er für meine Dummheit mich verbrennen zu müssen. War es nicht klar, dass man nicht zu nah an Feuer heran durfte? Und doch hatte ich es getan. So konnte ich ihn ja nicht für mein eigenes dämliches Verhalten verantwortlich machen. Ich alleine war an meiner Situation Schuld.

Genau deswegen wusste auch niemand davon wie ich fühlte. Was würden sie denn anderes denken als "Selbst Schuld." Ich könnte es nicht ertragen, dass andere mir nochmal vor Augen hielten, wie naiv ich doch gewesen war. Bei all den Erinnerungen die sich neben den Gedanken in meinem Kopf abspielten bekam ich feuchte Augen. Aber weinen würde ich auf keinen Fall. Dafür war mir mein Stolz doch zu viel wert. Wie würde es denn aussehen, wenn ich jetzt vor allen Spielern heulte? Besonders vor den erfahreneren Spielern, die so viel mehr erreicht hatten als ich. Da mache ich mich doch gleich zum Obst. Ich konnte oder besser wollte ich ihnen nicht sagen was mich quälte. Während diesen Gedanken schaute ich intensiv aus dem Fenster, wobei eine Landschaft aus grünen Weiden an mir vorbei zog.Doch erst als ich mich mit geschlossenen Augen auf Jennifer Habens Stimme und die Bässe der Musik konzentrierte konnte ich meine Augen schließen. Immer noch waren meine Gedanken da doch sie hatten an Geschwindigkeit verloren, was mich innerlich aufseufzen ließ.

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