Anmerkung: Der Os ist ein AU in dem Jesse kein Fußballer ist.
Entnervt band ich mir die weinrote Krawatte über dem schimmernden schwarzen Hemd. Eigentlich wollte ich, um diese Uhrzeit, noch friedlich in meinem Bett schlummern und an meinem freien Tag nichts Anstrengenderes tun als heute Abend mit einem Kumpel essen zu gehen. Doch nun stand ich in meiner Uniform bestehend aus einer dunklen Stoffhose, eben erwähntem Hemd und Krawatte sowie einem goldenen Namensschild vor meinem Spind, da meine Kollegin wohl etwas Schlechtes gegessen oder zu viel getrunken hatte. Das wusste man bei ihr nie.
Die Reihe der Spinde in dem Raum war weiß lackiert und es blitzte nur hin und wieder ein rostiger Fleck auf. Mein Spind unterschied sich hiervon jedoch gewaltig. Nicht nur, dass dieser mit einer großen Prideflag beklebt war, nein auch der Spruch "Rainbow is my spirit animal"stand in silbernen Glitzerbuchstaben auf meinem kleinen Reich. Grinsend schlug ich die Tür meines Spindes zu und machte mich auf den Weg.
Normalerweise machte ich gerne meinen Job, auch wenn es zum Teil wirklich stressig war, dies mit meinem Jurnalismusstudium zu kombinieren, doch heute musste ich mich wirklich anstrengen mein Guten-Morgen-Welt-Lächeln aufzusetzen. Als ich damit endlich zufrieden war, strich ich mir noch kurz über die Haare und ging auf direktem Weg zu dem Marmortresen des luxuriösen Hotels.
Die zwei Espressi, welche ich mir zu Hause schnell gemacht hatte, wirkten aber noch nicht so, wie sie sollten, weshalb ich noch maximal verpeilt den Computer startete. Mein Bauchgefühl sagte mir zwar, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte, aber mein Gehirn konnte das einfach noch nicht verarbeiten.
Erst als ich den roten Bus vorfahren sah und die Pagen wie wilde Hühner durch die Lobby rannten, hatte auch meine letzte Gehirnzelle begriffen, welcher Tag heute war. Der Tag, von dem so ziemlich jeder seit zwei Wochen redete. Die Mannschaft von Manchester United sollte ihr Trainingslager in unserem Hotel verbringen. Das hatte ich erfolgreich verdrängt, was wirklich schwer war, da die Zimmermädchen dauerhaft diskutierten, welcher Spieler denn am besten aussah. Ich dagegen hatte die Meinung vertreten, dass man kein Aufruhr deswegen verursachen musste. Sie waren schließlich auch nur Menschen. Ja gut, vielleicht hatten sie ein etwas ausgeprägteres Talent, aber das machte sie noch nicht zu Superhelden. Außerdem verstand ich sowieso nicht wirklich etwas von Fußball. Musste ich aber auch gar nicht.
Doch diese Meinung änderte sich schnell, als gegen Ende der Menschenmenge ein Mann mit breitem Grinsen den Raum betrat. Nicht, dass das etwas Besonderes wäre, doch dieser Mann sah so unfassbar heiß aus, dass mir das Atmen urplötzlich unglaublich schwerfiel. Das breite Lächeln war absolut verzaubernd und man konnte sehen, was für ein liebenswerter Mensch der Unbekannte war. Dennoch hatte er gleichzeitig ein so stark strahlendes Selbstbewusstsein, welches meine Libido durchdrehen ließ. Ich hatte seit Ewigkeiten niemanden mehr erlebt, der in der ersten Sekunde eine solche unfassbare Anziehung auf mich ausübte. Zum Glück klingelte in diesem Augenblick das Telefon der Rezeption und ich drohte nicht mehr auf die Tastatur zu sabbern.
Als ich der Frau, die sich gemeldet hatte, den Hausmeister geschickt hatte, um den Rollladen zu reparieren. Sah ich einen Mann um die fünfzig mit leicht entnervtem Blick wartend vor dem Tresen stehen. Er frage ruppig und mit einem kantigen und mir unbekannten Akzent in der Stimme nach den Zimmerkarten. Nun wieder voll auf meine Arbeit fokussiert, reichte ich ihm eben diese, welche er weiterverteilte. Scheinbar schienen sich unter großem Gewusel jetzt die Zimmerpartner zusammenzufinden, weswegen sich die Lobby auch immer schneller leerte und ich ausatmen konnte.
Was zur Hölle war das gerade gewesen? Ich benahm mich wie irgendeiner dieser Teenager in kitschigen Filmen, die ich normalerweise so schrecklich fand. Ich meine, wie offensichtlich konnte man sich bitte zum Deppen mache. Den großen Drang mir ein großes Loch in die Erde zu graben und dort nie wieder herauszukommen unterdrückend erledigte ich die nächsten Stunden meiner Arbeit. Durch diese Ablenkung hatte ich mich beruhigt und wieder zu meiner normalen Selbstsicherheit zurückgefunden. Dachte ich.
DU LIEST GERADE
Fußball Oneshots
PovídkyBoy x Boy Fußball Oneshots halt..... Wünsche werden gerne angenommen .Schreibt sie einfach in die Kommentare ❤️ Cover by @painoton✨
