Josephine Blake
Nach einiger Zeit des Schweigens habe ich mich wieder gefasst. Ich spreche die Frage, die mir, seit ich von dem Brief erfahren habe, durch den Kopf geht, nun endlich laut aus "Ich begreife nicht, warum Luke genau jetzt auftaucht. Was für einen Auslöser kann es dafür gegeben haben?" Die anderen spiegeln meinen ratlosen Blick. "Vielleicht weil du den Job gewechselt hast?", versucht JJ eine Vermutung aufzustellen. Ich schüttle nachdenklich den Kopf. Weiß ich denn wirklich, ob nicht Vater doch einen seiner Spione in meinem Umfeld hat? Doch auch nach so langer Zeit kann ich Verhaltensmuster erkennen, die Handschrift der Blakes ist für mich unverkennbar. Wie jemand kämpft, Missionen durchdenkt, all so etwas. Und wenn ich Vater nicht bemerke, bemerke ich dann Luke? Con, der sich mittlerweile wieder auf seinen Stuhl gesetzt hat, spricht fragend meinen Namen aus "Jose?" Ich merke, dass ich wohl einige Zeit in Gedanken gewesen sein muss. "Ich war mir immer sicher, dass Vater mich nicht mehr beschatten lässt. Doch weiß ich denn wirklich, ob er keinen seiner Spione in meinem Umfeld hat? Du weißt, wie Vater ist." Er nickt, "Standhaft und unerbittlich." "Du würdest einen Spion deines Vaters erkennen, Ghost. Die Handschrift in Bewegungsabläufen ist für euch beide unverkennbar" sagt nun auch Bunny. Ich nicke gedankenverloren. "Eine Idee, wie wir herausfinden, wo Luke ist?" Alle schütteln den Kopf. "Er ist untergetaucht, wie damals auch. Und ich kenne keinen, der besser ist, als Luke. Wir werden ihn niemals finden" spricht Con das unvermeidliche aus. Er hat recht. Luke war schon früher für seine Fähigkeiten berüchtigt. Deshalb ist er auch so hoch angesehen gewesen bei uns und bei unseren Feinden gefürchtet. "Ich sehe nur eine Möglichkeit" spreche ich resignierend aus. Cons Augen weiten sich, er scheint zu ahnen, was ich vorhabe. "Wir benötigen die Unterstützung von Vater." Er schüttelt langsam, aber sicher den Kopf. "Du weißt nicht, wie Vater war, nachdem du gegangen bist." Ich blicke ihn erwartungsvoll an. "Er war verbittert, hat nicht mehr so gehandelt wie vorher. Plötzlich wurden Gefangene aus Wut getötet. Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Ich bin dir zur Navy gefolgt, weil es ohne dich bei den Blakes nicht mehr auszuhalten war. Das gutherzige hat gefehlt. Sogar zu mir wurde Vater immer abweisender." Ich senke den Blick, ich bin für all das Leid verantwortlich. Con und Vater waren unglaublich eng miteinander, fast schon wie Brüder. Doch wäre ich nicht gegangen, hätte ich niemals diese Familie hier gefunden. Das Team und die Profiler. "Con, er ist immer noch Vater. Egal, wie sehr er dich zurückgewiesen hat, er liebt dich." Ich blicke ihm aufrichtig und ehrlich in die Augen. Er nickt langsam, wirkt nachdenklich. Ich kenne ihn und weiß, dass er Rache an Luke nehmen will. Er trägt nicht umsonst den Namen Diablo. Er ist nicht aufzuhalten, bis er hat, was er will.
Rossi erhebt nun auch das Wort "Wie sieht dein Plan aus?" "Ich kontaktiere über Raúl meinen Vater und bitte um ein Treffen. Wir locken Luke zurück zur Mafia. Am besten geeignet ist ein Auftrag. Mein Vater muss sich nur hasserfüllt gegenüber mir zeigen, so wiegt sich Luke auf der sicheren Seite." Ich blicke meine Mitstreiter fragend an, sie nicken. Somit ist die Sache besiegelt. Wir beginnen, einen Plan bis spät in die Nacht auszutüfteln. Irgendwann gehen die anderen schlafen, nur noch Reid und ich sind im Konferenzraum. Wir setzen uns auf den Boden und starren beide zur Fallwand, während wir weiter alles Mögliche rund um unseren Plan beratschlagen. Irgendwann fallen mir die Augen zu, ich bemerke nicht einmal mehr, dass ich mich an Spencer angelehnt habe.
Als ich langsam wach werde, spüre ich, wie ich an jemanden angelehnt bin. Ich atme ein und als ich den Geruch wahrnehme, muss ich lächeln. Spencer ist also hiergeblieben. Gestern Abend hat er darauf bestanden, dass ich ihn endlich Spencer nennen soll. Sofort muss ich wieder schmunzeln. Trotz der schwierigen Situation mit Luke konnte er mich gestern etwas sorgloser fühlen lassen und zum Lachen bringen. Langsam, noch etwas verschlafen, öffne ich die Augen und drehe meinen Kopf an seiner Schulter zu ihm. Sofort blicke ich in seine liebevollen Augen. Wie lange er wohl schon wach ist? Eine leichte Röte ziert meine Wangen als ich meinen Blick von ihm losreiße. Er lacht leicht auf. Ich bleibe angelehnt an ihn und lächle. Wie ich dieses raue Lachen liebe. Er fängt an, über ein Buch zu reden, überhäuft mich Fakten aus Statistiken. Ich schließe immer noch lächelnd wieder meine Augen, lausche seinen Worten. Irgendwann seufzt er und legt seinen Kopf auf meinem ab. Er blicke gerade durch an das Whiteboard mit den Fallinformationen. "Weißt du Jose, ich mache mir Sorgen wegen des Planes." Ich öffne meine Augen. Etwas Warmes breitet sich in mir aus. Kurz seufze ich bedrückt "Ich weiß auch nicht, ob ich bereit dafür bin. Aber es ist die einzige Möglichkeit, euch zu beschützen." "Uns?", fragt er. Ich kann sein Stirnrunzeln schon vor meinen Augen sehen, seinen süßen grübelnden Blick. "Luke geht über Leichen. Er war schon damals bei meinem Vater viel extremer veranlagt als es gut war. Wenn wir ihn nicht stoppen oder er mich nicht in die Finger bekommt, wird er früher oder später von der Wut getrieben an euch herankommen." Leichte Angst schwingt in meiner Stimme mit. Auch Spencer bemerkt diese und legt, nachdem er seinen Kopf von meinem genommen hat, seinen Arm um mich und zieht mich stärker zu sich heran. Angekuschelt an ihn, fühle ich mich sofort geborgen. Noch eine ganze Weile bleiben wir still nebeneinander sitzen, hängen unseren Gedanken nach.
Ich ziehe mein Handy aus meiner Hosentasche. Spencer bemerkt es, bleibt jedoch still. Nachdem ich es entsperrt habe, gebe ich eine Nummer ein, die ich schon lange nicht mehr vor Augen hatte. Ich starre sie an. "Ich bin bei dir", wispert Spencer neben mir. Ich entferne mich etwas von ihm, um ihm in die Augen zu blicken. Etwas Warmes und Zuversichtliches geht von ihnen aus. Ich nicke und mein Blick wandert wieder zu meinem Handybildschirm. Ich atme tief durch und drücke auf anrufen.
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Besonderer Dank gilt
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Operation Mind-Fallout (Criminal Minds FF)
FanfictionEin Elite Navy Seal beschützt undercover die Profiler. Wird sie Operation Mind-Fallout, ohne, dass ihre Tarnung auffliegt, ausführen können? Da ist ja schließlich noch die Liebe... Oder wird etwas ganz anderes ans Licht kommen? SpencerxNewMember B...
