Kapitel 21

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Jose nimmt sich für jeden die Zeit, das perfekte Outfit rauszusuchen mit einbegriffenem Styling. Morgan war zuerst eher kritisch veranlagt, doch ich sehe, wie er ein Grinsen unterdrücken muss. Wir alle fühlen uns wohl in den Klamotten. Sogar Penelope, die sich dazu entschieden hat, Joses Idee für sie wenigstens auszuprobieren, wirkt glücklicher denn je. Als wir alle fertig sind, zieht Jose sich mit Conner, der ebenfalls noch nicht umgezogen ist, zurück.

Nach einer geschlagenen Dreiviertelstunde höre ich, wie die Tür aufgeht. Conner betritt den Raum und in mir macht sich ein ehrfürchtiges Gefühl breit. Seine autoritäre Ausstrahlung beeinflusst die ganze Atmosphäre. Er wirkt wie ein anderer Mensch, nicht mehr länger wie Conner. Ich fange an zu begreifen, was er meinte, als er zu uns sagte "sobald es um etwas außerhalb der Mafia ging, waren wir Conner und Josephine". Der junge Mann, der an mir vorbeigeht, ist Alejandro, Sohn Rafaels. Meinen furchtsamen Blick löse ich von ihm, als ich aus dem Augenwinkel eine weitere Person wahrnehme. Ich drehe meinen Kopf zurück zur Tür und augenblicklich stockt mir der Atem. Jose sieht atemberaubend aus. Zaghaft lächelt sie mich an. Ich sehe so viel Sanftheit in ihren Augen, sie wirkt so gütig und sensibel. Hinter der starken Fassade, die sie Tag für Tag hochzieht, steckt ein wundervoll zartes Wesen.

Trotz des Glitzern, welches in ihren Augen Platz genommen hat, schimmert Zerbrechlichkeit in ihnen. Sie steht leicht unsicher in der Tür, etwas versteckt im unbeleuchteten Flur. Aufmunternd lächle ich sie an, doch ihre verkrampfte Hand löst sie dennoch nicht vom Türrahmen. Ich gehe auf sie zu. Ihr liebevoller Blick löst ein nur so von Glück durchströmendes Kribbeln in mir aus. Behutsam lege ich meine Hand auf ihre und löse sie langsam vom Türrahmen. Keine Sekunde lasse ich sie aus den Augen mit einem leichten, feinen, hingebungsvollen Lächeln auf den Lippen. Kurz verharren wir in unserer Bewegung, unsere verschränkten Hände zwischen uns. Ich werfe ihr ein verschmitztes Lächeln zu, gehe langsam rückwärts und weil ich ihre Hand dabei nicht loslasse, ziehe ich sie langsam aber sicher mit mir in den Raum. Ich sehe, wie sie mein Lächeln ansteckt. Ihre Augen beginnen zu funkeln. Wir stellen uns an die Seite, dort, wo wir bereits heute Morgen saßen und ich fange an, ihr mit einem breiten Lächeln wie so oft mein unerschöpfliches Wissen zu Füßen zu legen. Ich höre sie immer wieder lachen und ein glückliches Gefühl macht sich in mir breit. Irgendwann fängt sie an, ihre Meinung zu meinen Erzählungen beizusteuern. Wie immer, will sie mir bei manchem einfach nicht zustimmen, obwohl sie wissenschaftlich erwiesen sind. So fangen wir grinsend an zu diskutieren. Ich bin heillos vernarrt in ihre Art, niemals den Mund still halten zu wollen.

Nach einer Weile lehnt sie sich leicht an mich an. Ich beuge mich zu ihrem Ohr und sie muss kichern, als mein warmer Atem dabei ihre Haut streift. "Weißt du eigentlich, wie wunderschön du bist, Jose?" Sie blickt mich mit einem glänzenden Blick an und beginnt glückselig zu lächeln, als ich anfüge "Genau so, wie du gerade bist." Angelehnt an mich, genieße ich ihre Nähe. Immer noch mit ihrer Hand in der meinen.

"Du brauchst diese Fassade nicht aufzuziehen", murmle ich gedankenverloren. "Sie schützt mich vor mir selber", antwortet sie leise. Ich schüttle leicht den Kopf, "Du versteckst deinen ganzen Schmerz, du musst ihn gehen lassen." "Er würde mich zerstören, in mir unaufhaltsam wüten." "Dann lass es zu. Lass zu, dass du ihn spürst. Lass ihn frei. Nur so verschwindet er." "Ich weiß. Doch er wird verschwinden, wenn er mich innerlich in die Tiefe gerissen hat." "Ich werde nicht zulassen, dass er dich zu Boden ringt." "Ich kann nicht, ich habe Angst." "Ich fange dich auf." Sie drückt meine Hand, klammert sich an ihr fest. Erneut flüstre ich ihr etwas ins Ohr, ein Versprechen. "Wir schaffen das."

Operation Mind-Fallout (Criminal Minds FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt